Sonntag, 23. August 2020

Roadtrip 2020 - Tag 9 - Halberstadt

Tag 9 und gleichzeitig auch der erste Tag der Tour, welcher in nur einer Stadt verbracht wurde. Bereits gestern Abend wurde ja in Halberstadt bereits das Hotel bezogen wodurch heute ein eher entspannter Tag an stand. Der einzige Programmpunkt war eigentlich nur das Heimspiel von Germania Halberstadt, welches schon um 13:30 Uhr angepfiffen werden sollte. Nach dem Frühstück im Hotel ging es erst mal kurz in die Altstadt sich ein wenig die Sehenswürdigkeiten angucken, danach wurde aber schon ziemlich schnell der Weg in Richtung Friedensstadion eingeschlagen.
Der VfB Germania Halberstadt spielt in der Regionalliga Nordost, welche bereits am letzten Wochenende als erste Regionalliga den Spielbetrieb aufgenommen hatte. Hier scheinen die Vereine unterer größerer Beobachtung zu stehen, als die reinen Amateurvereine die ich in den vergangenen Tagen besucht habe. In Halberstadt ist die Zuschauerzahl auf 900 begrenzt, was kein großes Problem ist, da man diese Zahl letzte Saison selbst in Topspielen nur selten erreichte. Zutritt bekam man aber nur mit einem ausgefüllten Anmeldebogen und auch die verschiedenen Blöcke wurden strickt voneinander getrennt. Man musste quasi seinen Platz einnehmen und durfte sich dann eigentlich nicht mehr bewegen. Nur dem Spiel zusehen war erlaubt, alles andere sollte unterlassen werden. Der Stadionsprecher wies auch mindestens fünf mal auf die einzuhaltenden Regeln hin, "es ginge um die Zukunft des Fußball", war sein Appell. Sollte man feststellen, dass das Hygienekonzept nicht funktioniert würden dem Verein in Zukunft Geisterspiele drohen. Daher die verständliche Bitte sich an alle Regeln zu halten und durch die Trennung der Blöcke lief dies auch weitgehend reibungslos ab. Ein fast perfekter Tag für den Fußball in Halberstadt, nur das die Germania das Spiel gegen Bischofswerda mit 2:3 verlor und dadurch mit zwei Niederlagen in die Saison gestartet ist.
Die Geschichte des heutigen VfB Germania Halberstadt geht ins Jahr 1900 zurück als der FC Germania Halberstadt gegründet wurde. Später spielte man als Lokomotive Halberstadt insgesamt acht Spielzeiten in der zweitklassigen DDR-Liga, ins Oberhaus des DDR-Fußballs konnte der Verein aber nie vorstoßen. Den größten Erfolg feierte man im wiedervereinigten Deutschland mit der zweimaligen Qualifikation für den DFB Pokal. 2017 verlor man gegen den SC Freiburg, letzte Saison war Union Berlin in der ersten Runde zu Gast im Harz. In der Regionalliga spielt Halberstadt, mit einem Jahr Unterbrechung, seit 2011. Dafür wurde auch die Spielstätte umgebaut, das Friedensstadion im Süden der Stadt existiert seit 1937, seit 2012 verfügt es über eine Haupttribüne mit 500 überdachten Sitzplätzen. Auf einem von diesen saß ich heute beim Spiel, leider wurde mir auch noch ein Platz in der ersten Reihe zugewiesen. Wodurch ich eigentlich keinen perfekten Überblick über das Spielfeld hatte, durch die Leichtathletik Laufbahn ist das Spielfeld von der Tribüne ohnehin noch weiter weg. Aber man kann es sich in dieser Zeit halt nicht anders aussuchen und ich bin froh, dass es überhaupt wieder die Möglichkeit gibt ein Spiel der 4. Liga im Stadion zu sehen. Mal sehen wie das bei der Regionalliga West sein wird, die Anfang September startet.
Nach Spielende gab es dann noch zwei Cheeseburger auf die Hand, weil ich mir die erneute Suche nach einem Restaurant sparen wollte. In einer Tankstelle holte ich mir noch eine Tüte Haribo für den Abend vor dem TV, soll ja Fußball heute Abend laufen sagt man... Morgen geht es dann wieder auf die Straße und zwar zurück nach Hause.

Halberstadt, im Hintergrund der Dom
Zweiter Spieltag der Regionalliga Nordost
Aufgenommen nach Spielende: Die Haupttribüne des Friedensstadion
Cheeseburger auf die Hand

Samstag, 22. August 2020

Roadtrip 2020 - Tag 8 - Magdeburg & Barleben

Die Wettervorhersage scheint sich geirrt zu haben, der angekündigte Regen blieb aus, stattdessen war mehr oder wenig erneut ganztägig die Sonne draußen. Die Temperaturen waren heute im Vergleich zu gestern aber ein wenig angenehmer. Etwas später als eigentlich geplant ging es ins Auto und auf den Weg nach Magdeburg. Vom Hotel in der Nähe von Halle war das eine knappe Stunde Fahrzeit, das Navi war programmiert auf Heinz-Krügel-Platz, dem Standort der MDCC-Arena, dem Hause des 1. FC Magdeburg. Vom Stadion bekam man mehr zu sehen als zuletzt in Halle, es blieb aber bei der Außenansicht, da der Innenraum logischerweise verschlossen war. Der Fokus lag aber sowieso auf den Klebeaktivitäten der Fanszene und die waren sehr aktiv. Jede Laterne und jedes Verkehrsschild in Umgebung des Stadions sind von oben bis unten mit Stickern zugekleistert. Auch ein paar coole Motive dabei, wie bei allen Stadien während der Tour. Die Ergebnisse gibt es in nächster Zeit hier im Blog zu betrachten. Nach dem die Fußtour um das Stadion abgeschlossen war, habe ich auch noch eben am Magdeburger Dom vorbei geschaut um noch ein bisschen Kultur mitzunehmen. Die Zeit war aber begrenzt, den für 15 Uhr war ein Spiel geplant. Der eigentliche Plan war ein Heimspiel des SV Irxleben zu besuchen, als ich dort ankam musste ich aber feststellen, das der Hauptplatz gesperrt war und das Spiel auf dem Nebenplatz stattfinden sollte. Diese Tatsache machte mich nicht mehr an, wodurch ich kurzer Hand zu einem anderen Spiel fuhr. Die Auswahl war groß da in Sachsen-Anhalt heute die erste Runde des Landespokal gespielt wurde. Von Irxleben ging es etwa 10 Kilometer weiter zum FSV Barleben.
Hier sah ich eine äußerst spannende Partie. Barleben hatte Fortuna Magdeburg zu Gast, beide spielen in der Verbandsliga wodurch man im Vorfeld von einem Pokalspiel auf Augenhöhe sprechen konnte. Auf dem Platz entwickelte sich mit der Spielzeit auch ein kleines Drama. In der 20 Spielminute flog der Torwart von Fortuna Magdeburg nach einer Notbremse mit Rot vom Platz. Es gab keinen Ersatztorwart, somit musste ein Feldspieler ins Tor und versuchen dieses 70 Minuten sauber zu halten. Das gelang ziemlich lange und in der 80 Minute ging der Gast sogar mit 0:1 in Führung. In den Schlussminuten konnte der FSV Barleben die Überzahl aber doch noch ausnutzen und mit zwei Toren kurz vor Schluss das Spiel noch in der regulären Spielzeit drehen. Verlängerung und eventuelles Elfmeterschießen gerade noch verhindert und das Ticket in die zweite Runde des Landespokals gebucht.
Der Verein, der zu DDR-Zeiten noch Motor Barleben hieß, stand schon zwei mal im Halbfinale des Sachsen-Anhalt Pokals. 2016 schied man hier gegen die großen Nachbarn vom 1. FC Magdeburg aus. Das damalige Spiel wurde allerdings nicht auf dem heimischen Sportplatz am Barleber Anger ausgetragen, sondern in das größere Heinrich-Germer Stadion Magdeburg selbst verlegt. Knapp 3500 Zuschauer verfolgten das Spiel damals live vor Ort, heute waren es mit 170 Zuschauern etwas weniger. Der Rasenplatz verfügt über keinerlei Ausbau, auf der Gegengerade lässt sich das Spiel aber von einem Graswall verfolgen, wodurch man einen guten Blick auf das gesamte Spielfeld.
Nach Ende der Begegnung ging es in Richtung Halberstadt ins nächste Hotel. Die Stadt zieht sehr schön aus, heute Abend war ich schon kurz gucken als ich auf der Suche nach etwas essbarem war. Bei einem Chinesen bin ich fündig geworden. Morgen werde ich mir die Stadt dann noch ein wenig genauer angucken.

Das Zuhause des 1. FC Magdeburg
Blick auf dem Magdeburger Dom
Sportplatz am Barleber Anger
170 Zuschauer bei der Partie im Landespokal
Ente Süß-Sauer

Freitag, 21. August 2020

Roadtrip 2020 - Tag 7 - Bad Lauchstädt & Eisleben

Die angekündigte Hitzewelle in Sachsen und Sachsen-Anhalt sorgte heute für einen ruhigen Tag, bis zu 37 Grad wurden es. Nach dem Frühstück war die Luft noch einigermaßen auszuhalten und ich drehte schnell eine Runde zu Fuß durch das Örtchen in dem ich gerade nächtige. Bad Lauchstädt ist der klassisch ruhige Kurort, der außer dem Kurpark und einem Freibad nicht viel zu bieten hat. Ab zwölf Uhr wurde die Hitze so heftig, dass ich mich bis 15 Uhr ins Hotelzimmer zurück zog, welches überraschenderweise auch ohne Klimaanlage verhältnismäßig kühl blieb. Nach der längeren Mittagspause ging es dann in dem zum Hotel dazugehörigen Restaurant etwas essen, diesmal gab es Putensteak Hawaii. Die Speisekarte ist sehr übersichtlich und das spricht ja meistens für Qualität und tatsächlich macht man hier mit dem Essen nichts falsch. Die Gaststätte bietet zwischen 11 und 21 Uhr durchgängig warme Küche an und scheint auch gut frequentiert zu sein.
Nach abgeschlossener Mahlzeit ging es dann ins Auto Richtung Lutherstadt Eisleben, von hier etwa eine halbe Stunde Fahrzeit. Alles entspannt, um 18 Uhr fand in der Sportanlage im Stadtteil Helfta eine Erstrundenpartie des Kreispokals Mansfeld-Südharz statt. Wieder ein Pflichtspiel, eventuell sogar mit Verlängerung und Elfmeterschießen, dazu sollte es aber nicht kommen. Die Gastgeber vom "BuSG Aufbau Eisleben" verloren deutlich mit 0:4 gegen Eintracht Kreisfeld die damit in die zweite Runde des Pokals einziehen. Hier im Osten gibt es kaum Kunstrasenplätze, dafür fehlt es aber fast überall an Flutlichtanlagen, auch in Eisleben. Deshalb war die Anstoß-Zeit erneut auf 18 Uhr terminiert, es wird mittlerweile schon wieder deutlich spürbarer dunkel weshalb ein späterer Beginn kaum mehr möglich ist. Die Sportanlage Helfta war heute sehr gut besucht, laut offiziellen Angaben sollen 210 Zuschauer anwesend gewesen sein, ich glaub dass man da sogar noch einige hinzu zählen kann. Der Sportplatz selber weiß ziemlich zu überzeugen, verfügt über eine überdachte Sitzplatztribüne mit etwa 100 Plätzen. Blickfang ist aber ganz klar ein alter Trabant in Vereinsfarben der erhöht hinter einer der beiden Torseiten thront. Schöne Idee.
Nach Spielende wollte ich eigentlich im Zentrum von Eisleben noch ein Eis zur Abkühlung essen, da es auch um 20 Uhr immer noch 30 Grad hatte. Aus dem Eis in Eisleben sollte aber nichts werden. Die Stadt ist tot, Freitagabend und nichts gebacken. Alles geschlossen und kein Mensch auf der Straße, immerhin das Haus in dem Martin Luther gestorben sein soll konnte ich noch entdecken und mir von außen angucken. Auf dem Rückweg zum Hotel dann aber noch an einer Tanke gehalten und da ein Eis aus der Tiefkühltruhe gezogen. Morgen wieder Reisetag, es geht in Richtung Magdeburg. Laut Wettervorhersage soll es ab morgen abkühlen und auch nass werden, mal gucken was kommt.

Kurpark in Bad Lauchstädt
Trabant im Stadion von Aufbau Eisleben
Ein Blick den Ground samt Tribüne
Viel los an einem Freitagabend in Eisleben
Sterbehaus von Martin Luther
Putensteak Hawaii

Donnerstag, 20. August 2020

Roadtrip 2020 - Tag 6 - Halle & Holzweißig

Das Hotel der letzten Nacht war richtig gut, privat geführt, freundlicher Service, schnelles Internet, gute Dusche und auch das Frühstück am Morgen war ansprechend. Schade, dass ich nach nur einer Nacht schon wieder Abschied nehmen musste. Dort hätte ich es auch noch länger ausgehalten. Vom Hotel aus ging es heute zunächst nach Halle, auf der Fahrt dorthin musste die Elbe mit einer Autofähre überquert werden. Danach ging es dann über eine schöne ländliche Strecke direkt rein nach Halle an der Saale, erster Stopp war hier der Erdgas Sportpark wo der Hallescher FC zu Hause ist. Im Vergleich zu den letzten Tagen leider ein ziemlicher Reinfall, ist es doch erst 2011 eröffnet wurden und damit eine ziemlich moderne Arena. Dazu bekommt man von außen kaum was zu sehen, da die Außenmauer des alten "Kurt Wabbel Stadions" unter Denkmalschutz steht und damals nicht mit abgerissen wurde. Die Mauer verdeckt das neue Stadion und sorgt dafür dass man draußen kaum einen Blick erhaschen kann. Etwa 2,5 Kilometer weiter liegt die Innenstadt von Halle, die ich mir dann auch noch anguckte. Der Marktplatz soll einer der größten Deutschlands sein, haute mich aber nicht vom Hocker. Im Hintergrund sollen der Rote Turm und die Marktkirche das Bild verschönern, ob das gelingt muss jeder selbst entscheiden. Für den Rückweg zum Stadion, wo mein Auto stand, mietete ich mir dann einen von den City E-Rollern und machte mich so auf den Rückweg. Dann ging es erst mal in das neue Hotel für die kommenden zwei Nächte, bevor es natürlich am Abend wieder Live-Fußball gab.
Die Internet Verbindung hier scheint wieder deutlich weniger mit zuspielen, wodurch ich gar nicht sagen kann wann dieser Artikel genau online geht. Getippt wird er jedenfalls Donnerstagabends nachdem ich vom Spiel zurück war. Dieses fand in Bitterfeld-Wolfen statt, etwa 25 Kilometer östlich von Halle und auf meinem Weg dahin entdeckte ich doch tatsächlich einen Imbiss am Straßenrand, da ich natürlich seit dem Frühstück nichts mehr gegessen hatte wurde selbstverständlich rechts ran gefahren und die erste Currywurst der gesamten Tour verspeist und das am sechsten Tag... Das Ergebnis gibt es in Kürze unter Currywurst-Hopping zu bestaunen, ich nehme schon mal so viel vorweg und sage, dass eine Thüringer Rostbratwurst in Verbindung mit Currysauce eher gewöhnungsbedürftig schmeckt. Das Spiel des Tages fand dann im "Stadion der Bergarbeiter" statt, der Name klingt spektakulärer als der Ground letztendlich ist. Es handelt sich um einen Rasenplatz mit Aschelaufbahn, auf einer Seite gibt es einen Ausbau in Form einer Stufentraverse, mehr lies sich nicht finden. Das Freundschaftsspiel zwischen dem Gastgeber Holzweißiger SV und VfB Preußen Greppin verfolgten 15 Zuschauer live im Stadion und sahen einen 4:0 Sieg der Heimmannschaft. Für mich hieß es hier nur Ground abhacken und zurück ins Hotel. Morgen soll es hier 37 Grad warm werden, wodurch eher ein ruhiger Tag anstehen wird. Abends muss aber natürlich wieder ein Spiel sein, wohin es geht werde ich gleich hoffentlich, trotz langsamen Internet noch austüftelten können.

Nicht viel zu sehen am Stadion in Halle
Marktplatz in Halle
Stadion der Bergarbeiter in Bitterfeld-Wolfen
Heimspielstätte des Holzweißiger SV
Gesucht und gefunden: Currywurst

Mittwoch, 19. August 2020

Roadtrip 2020 - Tag 5 - Leipzig & Dessau

Der Abschied aus Kahla fiel nicht sonderlich schwer, gegen 9:30 Uhr ging es weiter zunächst in Richtung Leipzig, wohl eine der traditionsreichsten deutschen Städte in Sachen in Fußball und das trotz dem Dosen-Verein aus der Bundesliga. Mein Schwerpunkt lag heute auf den zwei bekanntesten Vereinen der Stadt, Lokomotive und Chemie Leipzig. Die beiden Vereine verbindet eine jahrzehntelange sportliche Rivalität und auch die beiden Fangruppen geraten immer wieder aneinander, nicht umsonst gilt das Leipziger Stadtderby als das brisanteste Stadtduell Ostdeutschlands. Los ging es im Bruno-Plache-Stadion bei Lok und zum erstaunen war der Ground auch hier wieder zugänglich. Ich beschränkte mich aber erneut auf Handyfotos, da das Stadion sich momentan ohnehin im Umbau befindet und Drittliga-Tauglich gemacht werden soll.
Auf dem Weg von Probstheida (Lok) nach Leutzsch (Chemie) passierte ich auch das krasse Gegenstück zu den beiden Vereinen, die große Arena von Rasenball Leipzig, in welche sich an den Wochenende immer wieder mehrere 10000 Menschen einfinden, obwohl es in direkter Nachbarschaft gleich zwei Vereine mit wahrer Tradition gibt. Unbegreiflich.
Auch der Alfred-Kunze-Sportpark war offen und eigentlich frei zugänglich. Gegen 14 Uhr in etwa wollte ich die Anlage betreten, sah aber schon das tatsächlich an beiden Eingängen jeweils zwei abgestellte Späher der Chemie Fanszene herumlungerten. Ich wurde dann auch direkt angesprochen, wo ich den herkommen würde und was ich hier vor hätte. "Dieser Bereich sei nur für Chemiker", hieß es. Ich finde es schon heftig, das einige Fanszenen scheinbar auch unter der Woche meinen ihre Kurve sauber halten zu müssen. Nach einem doch recht fairen Gespräch schienen sie mir zu glauben, dass ich tatsächlich Neutral bin und keiner verfeindeten Gruppe oder ähnlichem angehöre. Ich gab an, dass ich mich vor allem für die Klebeaktivitäten der Vereine interessieren würde und mir gerne die Chemie Motive mal angucken würde. Ich glaub das fanden die Kollegen sogar ganz cool und verrieten mir dann sogar noch eine Stelle in der Stadt wo sie auch viel in Sachen Aufkleber unterwegs waren. So durfte ich dann tatsächlich auch die heilige Kurve betreten und konnte meinem Hobby, unter wachsamen Augen doch noch nachgehen. Danke dafür.
Nach dem die Aktion beendet war sollte es natürlich auch noch ein Livespiel geben, dazu ging es dann aber wieder aus Leipzig raus und Richtung Dessau. Dort sollte am Abend tatsächlich mein erstes Pflichtspiel der Saison 2020/21 stattfinden, den die Verbandsliga Sachsen-Anhalt begann bereits am Wochenende und startete gleich mit einer Englischen Wochen. Anpfiff war bereits um 18 Uhr, auch wegen fehlender Flutlichtanlage im Stadion am Schillerpark. Bevor es dort aber rein ging gab es erst noch etwas zu essen, wieder keine Currywurst, diesmal gab einen Teller Asia-Nudeln bei einem Japaner.
Gegen 17 Uhr erreichte ich dann das Stadion und mir wurde am Kassenhäuschen zur ersten verkauften Karte für die Saison 2020/21 gratuliert, das nummerierte Ticket wird bestimmt irgendwann einmal zur Rarität. Den SV Dessau 05 kann man getrost als Traditionsverein bezeichnen, wurde er doch 1949 der allererste FDGB-Pokalsieger, dem Pendant der DDR zum DFB Pokal. Damals spielte man unter dem Namen Waggonbau Dessau, wie so oft in der DDR änderte sich der Name mehrfach. So spielte man in der DDR Oberliga als BSG Motor Dessau und war insgesamt fünf Spielzeiten teil der höchsten DDR-Spielklasse.  Bis Ende der 1960er Jahre hielt man sich nur in der zweiten Spielklasse bevor man von der großen Fußballbühne verschwand. Nach der Wende machte man noch einmal durch ein Freundschaftsspiel gegen den FC Bayern auf sich aufmerksam. Der Rekordmeister kam 2005 zum 100-jährigen Vereinsjubiläum der SV Dessau und gewann mit 10:1. Das heutige Spiel gegen SSC Weißenfels war ein umkämpftes 0:0 und wurde von genau 197 Zuschauern verfolgt. Auf der Homepage der Gastgeber appellierte man vorher die Maskenpflicht und so weiter einzuhalten. In der Halbzeit strömten sämtliche Zuschauer in das Vereinsheim um sich mit Getränken einzudecken. Keine Sau trug eine Maske und Abstand konnte man in den engen Räumlichkeiten des Vereinsheims sowieso nicht halten. Alles so wie früher, gefällt mir eigentlich. Nur hab ich doch die Sorge, dass es irgendwann zu einem Heimspiel eine Kontrolle des Gesundheitsamtes/Ordnungsamt geben könnte und dann könnte es Ärger geben. Wäre schade, denn es machte Spaß endlich mal wieder ein Spiel zu sehen, bei dem es um mehr als nur die Ehre ging.
Nun befinde ich mich im nächsten Hotel, in welchem ich diesmal aber nur eine Nacht verbringen werde. Die Pläne für morgen stehen auch schon grob, allerdings ist für die nächsten zwei Tage eine erneute Hitzewelle angesagt. In dem Hotel für diese Nacht habe ich einen Ventilator, den wird es im nächsten Stopp dann wohl eher nicht mehr geben. 

Bruno-Plache-Stadion von Lok in Probstheida
Alfred-Kunze-Sportpark von Chemie in Leutzsch
Erstes Pflichtspiel der Saison 2020/21 in Dessau
Offiziell 197 Zuschauer im Stadion am Schillerpark
Heute in der Kantine: Asia-Nudeln