Donnerstag, 17. November 2022

Historische Grounds #09 - Hermann-Löns-Stadion in Paderborn

Der SC Paderborn 07 ist mittlerweile eine feste Größe im deutschen Profifußball, 2005 stieg der Verein erstmals in die 2. Bundesliga und damit in den bezahlten Profifußball auf. Heimspielstätte ist seit der Saison 2008/09 die "Home-Deluxe-Arena", welche bei der Eröffnung noch "paragon arena" hieß und über die Jahre durch weitere Sponsorenverträge regelmäßige Namensänderungen erfuhr. Die Erfolgsgeschichte der Paderborner begann aber vier Kilometer weiter nördlich im Stadtteil Schloß Neuhaus, dort steht das "Hermann-Löns-Stadion", in dem der SC Paderborn seine ersten drei Zweitligajahre mit einer Sondergenehmigung des DFB spielen durfte.
Das 1957 eröffnete Stadion war ursprünglich die Spielstätte des TuS Schloß Neuhaus, welcher am 1. Juni 1985 zusammen mit dem 1. FC Paderborn zum TuS Paderborn-Neuhaus fusionierte. Dieser benannte sich 1997 zum heutigen SC Paderborn 07 um. Auch der TuS Schloß Neuhaus war durch eine Fusion entstanden, einer der Stammvereine war der SV 07 Neuhaus, welcher das Hermann-Löns-Stadion am 8. September 1957 mit dem ersten Fußballspiel eröffnete. Gegner, Ergebnis und Zuschauerzahlen sind nicht überliefert, allgemein gibt es kaum Informationen über die ersten Jahre der Spielstätte. Zwei Jahre nach Stadioneröffnung stieg der SV Neuhaus in die viertklassige Landesliga Westfalen auf und war damit Paderborns führender Fußballverein. Die städtische Führungsrolle konnte man aber nicht lange für sich beanspruchen, in der Saison 1964/65 stieg man in die Bezirksliga ab und wurde schon in der kommenden Spielzeit in die Kreisklasse durchgereicht. Am 8. Juni 1973 fusionierte man schließlich mit der Fußballabteilung des TuS Sennelager zum TuS Schloß Neuhaus und übernahm den Platz der Sennelager in der drittklassigen Verbandsliga Westfalen. Hier verbrachte man zunächst drei Spielzeiten, bevor 1976 der Abstieg in die Landesliga folgte, welcher aber mit dem sofortigen Wiederaufstieg schnell vergessen gemacht wurde. Zu dem qualifizierte man sich als erster Paderborner Verein für die Teilnahme am DFB Pokal und gewann in der ersten Runde ein Auswärtsspiel beim Hummelsbütteler SV mit 0:2. Für die Begegnung in der zweiten Runde bekamen die "Schloßherren" mit Eintracht Frankfurt einen Bundesligisten zugelost, am 20. August 1977 sahen 10.000 Zuschauer das bis dato größte Fußballspiel auf Paderborner Stadtgebiet. Für das Spiel wich der Verein in das größere Inselbadstadion aus. Das Stadion im Norden der Paderborner Innenstadt war zu diesem Zeitpunkt um einiges moderner und hatte auch ein höheres Fassungsvermögen als das Hermann-Löns-Stadion. Der TuS ging 2:0 in Führung, die Eintracht konnte in der zweiten Halbzeit ausgleichen, da es nach der Verlängerung immer noch 2:2 stand, kam es vier Tage später in Frankfurt zu einem Wiederholungsspiel, da es damals noch kein Elfmeterschießen gab. Im Frankfurter Waldstadion sahen 8.000 Zuschauer und damit 2.000 weniger als in Paderborn, einen klaren 4:0 Sieg der Eintracht. Die Verbandsliga-Saison beendete man auf einem guten dritten Platz und qualifizierte sich damit für die Teilnahme an der neu gegründeten drittklassigen Oberliga Westfalen.
In der Oberliga entwickelte sich der TuS Schloß Neuhaus zu einer der Spitzenmannschaften, wurde in der Premierensaison Vizemeister hinter dem SC Herford und verpasste nur um einen Punkt die Meisterschaft und den damit verbundenen Aufstieg in die Nordstaffel der 2. Bundesliga. Der Erfolg kam damals hauptsächlich durch die finanzielle Unterstützung des Achsenfabrikanten Josef Peitz zustande, seine Machenschaften als Mäzen wurden schon damals in der Presse kritisch beäugt. "Peitz würde sich Fußballer halten wie andere Rennpferde", hieß es unter anderem. Peitz hatte durch Stellenanzeigen in überregionalen Zeitungen nach neuen Arbeitern für seine Firma gesucht. Zusätzlich gab er an, dass vor allem Sportler, am liebsten Fußballer, sehr willkommen seinen. So lockte er vor allem Kicker aus dem Ruhrgebiet in die Region Ostwestfalen Lippe. Was zunächst als Betriebssportmannschaft begann, ging später in den TuS Schloß-Neuhaus auf. Zeitweise bestand die Hälfte der Mannschaft aus Mitarbeitern der Josef Peitz KG. Die Spieler gingen offiziell zwar einer Vollbeschäftigung nach, der Fokus lag aber eindeutig auf dem Fußball. Ein Modell das zumindest zu kurzfristigen Erfolgen führte. 1981/82 gewann man die Meisterschaft der Oberliga Westfalen und war damit für die Aufstiegsrunde zur mittlerweile eingleisigen 2. Bundesliga qualifiziert. Hier setzte man sich in einer Vierergruppe zusammen mit dem BV 08 Lüttringhausen durch und qualifizierte sich für die Teilnahme an der 2. Bundesliga in der Saison 1982/83. Das entscheidende Aufstiegsspiel gegen Tennis Borussia Berlin fand dabei im neutralen Stadion des VfL Wolfsburg statt, ein 1:1 reichte den Schlossherren um den Aufstieg perfekt zu machen.
Durch den Zweitiga-Aufstieg rückte das Hermann-Löns-Stadion erstmals in den Fokus größerer Fußballspiele, in der Sommerpause wurde die Haupttribüne des Stadions überdacht und um 2000 Sitzplätze erweitert, das Stadion hatte somit ein Fassungsvermögen für 15.000 Zuschauer. Dieses wurde nie vollständig ausgeschöpft, trotzdem war vor allen Dingen zu Saisonbeginn noch Euphorie zu spüren. Am ersten Spieltag kamen 9.000 Zuschauer ins HLS und sahen eine 0:2 Niederlage gegen den späteren Meister Waldhof Mannheim. Beim zweiten Heimspiel gegen die Kickers Offenbach erreichte man mit 10.000 Zuschauern bereits den Saisonhöchstwert. Das Team rangierte vom ersten Spieltag an auf einem Abstiegsplatz und verspielte sich im Saisonverlauf nahezu alle Vorschusslorbeeren. Insgesamt drei mal wechselte man den Trainer, ohne das sich Erfolg einstellte. Zum Saisonende war man abgeschlagener Tabellenletzter und stieg wieder in die Oberliga ab. Der Zuschauerschnitt ging im Saisonverlauf immer weiter zurück, negativer Höhepunkt war das Heimspiel gegen Wattenscheid, welches nur 800 Menschen sehen wollten. Der gesamte Zuschauerschnitt lag zum Saisonende aber immerhin bei durchschnittlich 4137 verkauften Karten, damit hatte man ein höheres Zuschaueraufkommen als beispielsweise Hannover 96 und der SC Freiburg.
22 Jahre sollte es dauern bis die Stadt Paderborn und das Hermann-Löns-Stadion wieder Schauplatz von Spielen der 2. Bundesliga wurden. Für TuS Schloß-Neuhaus ging es zwei Jahre nach dem Abstieg noch einmal fast zurück in den bezahlten Fußball, doch der westfälische Fußballverband wertete vier Spiele, welche die Schlossstädter ursprünglich gewonnen hatten, in Niederlagen um, da man den englischen Spieler Colin Bell ohne Spielberechtigung hatte auflaufen lassen. Statt Profifußball stagnierte man auf Grund des Richterspruchs weiter in der Oberliga, das war gleichzeitig auch das letzte Kapitel des TuS Schloß-Neuhaus. Am 1. Juni 1985 fusionierte man mit dem langjährigen Lokalrivalen 1. FC Paderborn zum TuS Paderborn-Neuhaus, dies war die offizielle Geburtsstunde des heutigen SC Paderborn 07.
Die Bündelung der Kräfte sollte die schnellstmögliche Rückkehr in den Profifußball möglich machen, bis Mitte der 1990er Jahre spielte man zwar regelmäßig oben mit, doch die Meisterschaft konnte man sich nicht sichern. Ein erstes Highlight des neuen Paderborner Klubs gab es kurz nach der Fusion im DFB Pokal, in der ersten Runde schmiss man die zweite Mannschaft des 1. FC Köln aus dem Wettbewerb und sorgte in der zweiten Runde bei der Partie gegen Borussia Dortmund für den vermeintlichen Zuschauerrekord im Hermann-Löns-Stadion. 14.000 Besucher sahen einen 2:4 Erfolg der Dortmunder, die Paderborner lagen zunächst 2:0 in Führung, bevor der BVB das Spiel in der zweiten Halbzeit zu seinen Gunsten drehte. In der Oberliga wurde man zweimal Vizemeister und qualifizierte sich dadurch für die Teilnahme an der Deutschen Amateurmeisterschaft, blieb hier aber jeweils erfolglos. Erst die Oberligasaison 1993/94 beendete die Paderborner Spielgemeinschaft auf dem ersten Tabellenplatz, scheiterte aber in der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga an Fortuna Düsseldorf. Mit dem Paderborner Meistertitel endete auch die Zeit der drittklassigen Oberliga, zur Saison 1994/95 wurde die Regionalliga eingeführt, in der die Paderborner die nächsten Jahren spielen sollten. 1997 nahm der Verein vom bis dahin gebräuchlichen Namen TuS Paderborn-Neuhaus Abstand und nannte sich in SC Paderborn 07 um. Schloß Neuhaus war damit komplett aus dem Vereinsnamen verschwunden, blieb aber weiterhin die Heimat der Kicker aus Ostwestfalen Lippe. Das Hermann-Löns-Stadion vegetierte aber so vor sich her, seit dem Zweitliga Aufstieg in den 80er Jahren hatte sich am Stadion nicht mehr viel verändert, für die Spiele in der drittklassigen Regionalliga vor überschaubaren Zuschauerzahlen reichte es vollkommen aus.
Als die Regionalliga zur Saison 2000/01 auf zwei Staffeln reduziert wurde, verpasste der SC die Qualifikation und musste für ein Jahr zurück in die nun mehr viertklassige Oberliga Westfalen, welche man aber nach nur einer Saison als Meister wieder verlassen konnte und von da an Teil der Regionalliga Nordstaffel war. Durch die Reduzierung auf zwei Staffeln warteten in der neuen Regionalliga attraktivere Gegner als zuvor auf die Paderborner und auch im Hermann-Löns-Stadion wurde es wieder voller. Zum 1. Spieltag kamen 6.000 Zuschauer und sahen ein 2:1 Heimsieg gegen den VfL Osnabrück. Im DFB Pokal zog man mit dem FC Bayern das große Los, wich aber für die Partie gegen den Rekordmeister in die Bielerfelder Alm aus und verlor dort vor 26620 Zuschauern mit 1:5.
Drei Jahre nach dem Spiel gegen die Bayern trat man am 21. August 2004 erneut im DFB Pokal an und empfing den Hamburger SV im heimischen Hermann-Löns-Stadion. 7027 Zuschauer sahen ein bizarres Schauspiel, in welchem der HSV zunächst 0:2 in Führung lag und seiner Favoritenrolle gerecht zu werden schien. Doch dann drehte sich das Spiel, Paderborn bekam einen mehr als fragwürdigen Elfmeter zu gesprochen und verkürzte auf 1:2, der Hamburger Stürmer Emile Mpenza sah zu dem noch die rote Karte. Paderborn glich noch vor der Halbzeit aus, bekam auch in der zweiten Halbzeit wieder einen geschenkten Elfmeter und zog schließlich mit einem 4:2 Sieg in die zweite Runde ein. Was damals noch niemand wusste, das Spiel war Teil des größten Skandals der Deutschen Fußballgeschichte. Geleitet wurde die Partie von einem gewissen Robert Hoyzer, der das Spiel manipulierte, weil zuvor hohe Summen auf einen Paderborner Sieg gewettet wurden. Die Pokalpartie zwischen Paderborn und dem HSV ist die bekannteste Partie des ein Jahr später aufgedeckten Wettskandals. Der SC Paderborn wusste von den Machenschaften nichts und wurde unfreiwillig bevorteilt, in der zweiten Runde konnte man dann auch ohne Hilfe des Unparteiischen gewinnen und zog mit einem Sieg über den MSV Duisburg erstmals ins Achtelfinale des Pokals ein. Dort endete die Reise vor ausverkauftem Haus (9.122 Zuschauer im Hermann-Löns-Stadion) im Elfmeterschießen gegen den SC Freiburg. In der gleichen Spielzeit schickte sich der SC Paderborn auch an, den lang ersehnten Aufstieg in die 2. Bundesliga zu verwirklichen. In der Regionalliga Nord setzte man sich von Beginn der Saison an in den Aufstiegsrängen fest, über den Saisonverlauf entbrannte ein Vierkampf zwischen dem SC Paderborn, Eintracht Braunschweig, VfL Osnabrück und VfB Lübeck um die beiden Aufstiegsplätze. Am vorletzten Spieltag hätte der SC den Aufstieg vor eigenem Publikum im Spitzenspiel gegen Braunschweig klar machen können. Das Hermann-Löns-Stadion war erstmals während eines Ligaspiels mit 10.222 Zuschauern ausverkauft (auf Grund von anderen Sicherheitsvorkehrungen waren mehr Zuschauer zugelassen als beim ausverkauften Pokalspiel gegen Freiburg). Braunschweig besiegte die Paderborner aber mit 1:3 und damit musste die Aufstiegsentscheidung am letzten Spieltag fallen. Paderborn reichte ein Sieg bei den bereits abgestiegenen Amateuren des VfL Wolfsburg, um sich für die 2. Bundesliga zu qualifizieren, der Auftrag wurde erfüllt, der SC gewann souverän mit 0:4 und war im bezahlten Fußball angekommen.
Plötzlich rückte das Hermann-Löns-Stadion wieder in den Fokus und wurde vom DFB angezählt, es genügte nicht mehr den Ansprüchen des immer moderner werdenden Fußballs. Seit dem Zweitliga Aufstieg von TuS Schloß-Neuhaus Anfang der 1980er Jahre hatte sich am Stadion nichts mehr verändert und es galt als baufällig, trotzdem erhielt der SC Paderborn eine Sondergenehmigung, seine Heimspiele weiter im HLS austragen zu dürfen, unter der Auflage, in näherer Zukunft in ein zweitligafähiges Stadion umzuziehen. Noch vor dem Start der neuen Saison 2005/06 begannen die Bauarbeiten der heutigen Home-Deluxe-Arena und schon zur Rückrunde sollte der SC Paderborn seine neue Heimspielstätte eröffnen. Auf Grund von Anwohnerklagen und ausgebliebenen Zahlungen kam es aber mehrfach zu monatelangen Baustopps und die ursprünglich auf sechs Monate angelegte Bauzeit verlängerte sich auf drei Jahre. Der SC Paderborn blieb länger als geplant im Hermann-Löns-Stadion und hielt im ersten Zweitliga-Jahr mit Tabellenplatz neun auch souverän die Klasse. Vor Beginn der neuen Saison 2006/07 erhielt das Stadion in Schloß Neuhaus nun erstmals auf Grund einer DFB-Richtlinie eine Flutlichtanlage, zudem wurde eine zusätzliche Stahlrohrtribüne errichtet. Das Flutlicht wurde bei einer Freitagabend-Partie gegen den 1. FC Köln eingeweiht, die Partie am 6. Spieltag gewann Paderborn mit 2:0. Das Hermann-Löns-Stadion war mit 10.165 verkauften Tickets bis auf den letzten Platz gefüllt. Auch die zweite Saison im Bundesliga-Unterbau beendeten die Paderborner wieder auf einem Platz im gesicherten Mittelfeld der Tabelle. Ein Jahr später folgte dann der Abstieg und der Abschied aus dem Hermann-Löns-Stadion, die Zweitliga-Saison 2007/08 ist die letzte des Hermann-Löns-Stadion als Heimspielstätte des SC Paderborn. Sportlich eine Saison zum vergessen, Paderborn stand frühzeitig als Absteiger in die neu eingeführte 3. Liga fest. Zum letzten Spieltag am 18. Mai 2008 gab es trotzdem einen würdigen Abschluss für das ausgediente Hermann-Löns-Stadion, es gastierte Borussia Mönchengladbach und 12.000 Zuschauer sorgten für ein übervolles Stadion und beendeten das Kapitel SC Paderborn und Hermann-Löns-Stadion in Schloß Neuhaus. Nach dem Abschied des SC Paderborn wurden im Stadion sofort die Flutlichtanlage und die zusätzlich installierte Stahlrohrtribüne zurückgebaut. Die Flutlichtscheinwerfer fanden eine Wiederverwendung im neu eröffneten Paderborner Stadion, im Hermann-Löns-Stadion stehen seit dem nur noch die Masten und geben ohne Strahler ein merkwürdiges Bild ab.
Betritt man das Stadion heute, rund 14 Jahre nach dem letzten Profi-Fußballspiel, sieht das Hermann-Löns-Stadion quasi noch genauso aus wie zur damaligen Zeit. Direkt ins Auge springt die Hochspannungsleitung, welche direkt über dem Spielfeld verläuft, einmalig im Deutschen Profifußball. Die Haupttribüne ist der einzige überdachte Bereich des Stadions und bietet 4.000 Sitzplätze, wahlweise auf Holzbänken in den äußeren Bereichen oder auf blauen Sitzschalen in der Mitte der Tribüne. Auf dem Dach der Tribüne kleben auch heute noch die Sponsoren aus der frühen Zeit des SC Paderborn. Die Gegengerade und eine Kurve sind mit hohen Stufen inklusive Wellenbrecher ausgebaut. Der zweite Hintertorbereich hinter den Eingangstoren ist nicht ausgebaut und war damals für Zuschauer gesperrt.
Seit dem Abschied des SC Paderborn aus dem Hermann-Löns-Stadion sind die Footballer der Paderborn Dolphins Hauptnutzer der Anlage. 2022 stiegen die Dolphins in die höchste Deutsche Footballiga auf und ziehen regelmäßig vierstellige Zuschauerzahlen ins HLS.
Mit dem SC Aleviten Paderborn gab es auch eine Rückkehr des Fußballs in das Hermann-Löns-Stadion. Der Verein, der sich hauptsächlich für Inklusion und Integration engagiert spielt in der untersten Kreisklasse Paderborns und trägt seine Heimspiele seit 2016 in der traditionsreichen Spielstätte in Schloß Neuhaus aus.
Der SC Paderborn gehört mittlerweile zweifelsohne zu den besten 30 Fußballvereinen in Deutschland und ist eine feste Größe im Deutschen Profifußball geworden. Man hat nicht vergessen, wo man her kommt, seit 2013 dröhnt bei  Heimspielen "Hermann Löns die Heide brennt" als Torhymne durch die Lautsprecher. In der Saison 2022/23 ziert das Heimtrikot des SC Paderborn ein Hologramm, welches eine Illustration der ehemaligen Spielstätte zeigt, zu dem präsentierten die Fans eine Choreografie zum 65. Geburtstag des Hermann-Löns-Stadion (Foto rechts).
Die Geschichte des SC Paderborn begann in der Hermann-Löns-Straße, nach welcher das Stadion auch benannt wurde, denn der Dichter Hermann Löns hatte mit Paderborn Zeit seines Schaffens nie etwas zu tun. Mit der einsetzenden Kommerzialisierung war das Hermann-Löns-Stadion nicht mehr gut genug für den modernen Fußball und verschwand wie so viele traditionsreiche Spielstätten von der Bildfläche. Zwar gab es auch in Paderborn immer mal wieder Pläne für einen Abriss, diese wurden aber nie spruchreif und so steht in Schloß Neuhaus heute ein Relikt aus der Fußballvergangenheit.

Die Kassenhäuschsen zeigen anno 2022 das Logo der
Paderborner Dolphins, im Hintergrund ein Flutlichtmast ohne Strahler
Blick von der Gegengerade auf die Hauptribüne,
die Hochspannungleitung verläuft direkt über dem Spielfeld
Die Gegengerade besteht ausschließlich aus Stehplätzen inklusive Wellenbrecher
Überdachte Stehplätze gibt es im Hermann-Löns-Stadion nicht
Die zurück gebauten Flutlichtmasten sind heutzutage ein Blickfang
Markenzeichen des Stadions ist die Hochspannungsleitung die direkt über dem
Spielfeld verläuft und eine Einmaligkeit im deutschen Profifußball darstellte
Eine Kurve ist mit Stehstufen ohne Wellenbrecher ausgebaut
Die ausgebaute Kurve geht direkt in die Haupttribüne über
Die Haupttribüne verfügt über 4.000 überdachte Sitzplätze
Größtenteils finden die Zuschauer auf Holzbänken einen Platz
Im Mittelteil gibt es zu dem eine handvoll blauer Sitzschalen
Einige Sitzschalen verfügen zusätzlich über eine Rückenlehne
Direkt neben der Tribüne steht ein ausrangierter Flutlichtmast
Über den nicht mehr benutzten Ein- und Ausgang der Gegengerade
verlassen wir das Hermann-Löns-Stadion

Die Fotos entstanden bei einem Besuch des Hermann-Löns-Stadion am 30. Oktober 2022.

Dies war der neunte Teil unserer Serie über historische Fußballstadien, zuvor blickten wie bereits auf das mittlerweile abgerissene Stadion am Hermann-Löns-Weg in Solingen, das Röntgen Stadion in Remscheid, auf das Jahnstadion in Mönchengladbach, die Westkampfbahn in Düren, das Grotenburg-Stadion in Krefeld, das Stadion Mittelwiese in Ruhla, das Waldstadion am Erbsenberg in Kaiserslautern und zuletzt auf das Millerntor-Stadion in Hamburg. Folgt mir bestenfalls auf Twitter und erfahrt dort sofort wenn ein neues Feature erscheint.

Montag, 24. Oktober 2022

#Gelesen: Fußball - eine Deutschlandreise

Ein Fußball-Blog in Buchform. Die Internet-Seite 11km.de ist einer meiner ersten Anlaufpunkte um Inspirationen für neue Touren durch die Fußballrepublik Deutschland zu finden. Seit Sommer 2018 wurden bis heute knapp 170 Beiträge über Fußballorte in Deutschland veröffentlicht. Die Artikel beschränken sich auf das wesentliche, sind kurz und knapp gehalten und werden mit Fotos untermalt. Ich kenne den Autor Sascha Kurzrock nicht persönlich, trotzdem hat er meinen kleinen Blog in seiner Linksammlung zu schönen Fußballseiten aufgelistet. Eine große Ehre.
Seit kurzem gibt es nun das Buch zum Blog. "Fußball - eine Deutschlandreise / 100 Orte zum Entdecken, Erkunden und Erleben"  ist im arete Verlag erschienen und besteht aus 100 Artikeln die bereits zuvor im Blog erschienen sind. Es umfasst die gesamte Brandbreite von bekannten Stadien, Fankurven und Kneipen, widmet sich aber auch den Fußballorten außerhalb der großen Stadien. Der Rewe Markt von Holger Stanislawski in Hamburg oder das zu Hause vom FC Maskottchen Hennes im Kölner Zoo erhalten beispielsweise ein eigenes Kapitel. Die Artikel wurden zwar teilweise ein wenig angepasst, sind aber allesamt auch auf dem Blog des Autors abzurufen. Sprich, es gibt in dem Buch keinen exklusiven Inhalt. Im Bücherregal macht sich das Buch mit Hardcover aber bestens und der Autor wird vermutlich richtig stolz und auf seine Veröffentlichung sein. Mich, als quasi Kollegen, hat er mit dem Buch jedenfalls schon ein wenig neidisch gemacht. Keine falschen Vorstellungen, Kurzrock ist mit seinem Blog sicherlich ein Vorbild für meine Seite, aber um ein ganzes Buch zu füllen fehlt es hier ganz klar an Inhalt und vor allen Dingen auch an Lesern. Meine Klickzahlen werden ganz sicher um einiges hinter denen von 11km.de anstehen. Dabei entstand mein Blog in erster Linie für mich selbst, quasi als öffentliches Tagebuch. Ich habe die Seite hier eigentlich nie groß promotet und trotzdem haben einige Artikel mittlerweile hohe vierstellige Abrufzahlen was mich ein wenig stolz macht. Vor Sascha Kurzrock kann ich als kleiner Blogger nur den Hut ziehen und ihm zur Veröffentlichung seines Buches gratulieren.
Das Titelbild ziert übrigens ein Schnappschuss des Stadion am Hermann-Löns-Weg in Solingen, welches bei mir ja auch schon porträtiert wurde.

"Fußball - eine Deutschlandreise" gibt es für 24€ beim Arete Verlag und bei Amazon

Montag, 17. Oktober 2022

Groundhopping - August 2022

Nach meinem Trip durch den Großraum München hatte ich auch noch den restlichen August Urlaub und nutzte die freie Zeit noch für den ein oder anderen Trip. So gab es noch verschiedene Stopps in der 3. Liga, einen Ausflug ins Saarland sowie Ostwestfalen und zum Abschluss noch eine Nachholpartie der ersten DFB Pokal Runde.

#01 - 10. August 2022 - 1. FC Saarbrücken gg Borussia Dortmund II - 1:0
3. Liga - 3. Spieltag - Ludwigsparkstadion, Saarbrücken - 11.425 Zuschauer


Saarbrücken hat sich seinen Platz auf Deutschlands Fußball-Landkarte zurück erobert. Aktuell spielt man seine dritte Saison in Folge in der 3. Liga und ist auch zurück im Ludwigsparkstadion, der traditionellen Heimat des 1. FC Saarbrücken. Zwischen 2015 und 2021 wurde das Stadion in eine reine Fußballarena umgebaut, der klassische Ludwigspark mit seiner Laufbahn ist Geschichte. Nun ist es ein zeitgemäßes Drittliga Stadion, an den alten Ludwigspark erinnert nach dem Umbau wenig, nur die Stimmung ist vermutlich sogar noch besser geworden als zuvor. Für das Spiel gegen die Borussia Dortmund Amateure war der Stehplatzbereich bis auf den letzten Platz gefüllt und die Saarbrücker Fangruppen sorgten für durchgängigen Support. Auch der Sitzplatzbereich war auf beiden Seiten gut gefüllt und selbst die Dortmunder Fan schickten eine Abordnung ins Saarland. Als die Saarbrücker in der Nachspielzeit den 1:0 Siegtreffer erzielten flog das Stadiondach fast weg. Ein Besuch im Saarland lohnt sich.

#02 - 11. August 2022 - SV Viktoria Thorr gg SV Weiden - 3:8
Kreispokal Rhein-Erft - 2. Runde - Lukas-Podolski-Sportpark, Bergheim - ca. 20 Zuschauer

Im September 2017 besuchte ich den Lukas-Podolski-Sportpark in Bergheim bereits im Rahmen meiner damaligen Mittelrheinliga Tour, Hilal-Maroc Bergheim trug damals seine Heimspiele auf dem Kunstrasenplatz aus. Den Sportpark teilen sich zwar insgesamt drei Vereine aus Bergheim, der Rasenplatz sprich der Hauptplatz bliebt aber weitestgehend unbespielt. Umso größer war die Überraschung als ich durch Zufall feststellte das der SV Viktoria Thorr sein Kreispokal Heimspiel gegen den SV Weiden auf dem Hauptplatz austragen soll. Mit Spielansetzungen auf Fussball.de muss man aber vorsichtig sein und so war ich mir erst wirklich sicher als der Ball am Abend wirklich auf Rasen rollte. Glücklicherweise als nicht umsonst nach Bergheim gefahren. Der LP-Sportpark besteht neben dem Rasenplatz aus zwei Kunstrasenplätzen und einer von diesen wurde umgebaut, da auf dem zweiten Kunstrasen gleichzeitig ein Freundschaftsspiel stattfand, war nur noch der Rasenplatz über und so spielte die Viktoria Thorr tatsächlich vor geschätzten 20 Zuschauern auf dem Hautplatz. Man verlor mit 3:8 gegen Weiden. Mich interessiert das Ergebnis weniger, Hauptsache der Hauptlatz wurde erfolgreich in meine Ground-Statistik aufgenommen.


#03 - 13. August 2022 - SV Elversberg gg FSV Zwickau - 5:0
3. Liga - 4. Spieltag - Ursapharm-Arena an der Kaiserlinde, Spiesen-Elversberg - 2533 Zuschauer


Ein Besuch im Saarland lohnt sich... also ging es drei Tage nach dem Besuch des großen FC Saarbrücken zum kleineren Liga Konkurrenten dem SV Elversberg. Die Spielvereinigung war zu Saisonbeginn in die 3. Liga zurück gekehrt und spielt erstmals seit der Saison 2013/14 wieder auf Profi-Niveau. Man schwebte zu Saisonbeginn auf einer wahren Euphoriewelle, kickte nicht nur den Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen aus dem DFB Pokal sondern startete auch in der 3. Liga eine Siegesserie welche die Elversberger an die Tabellenspitze führte. Das übliche Strohfeuer eines Aufsteigers zu Saisonbeginn? Nun ja, als ich diese Zeile Mitte Oktober 2022 schrieb war Elversberg immer noch Tabellenführer der 3. Liga. Zwar ist davon auszugehen, dass auch die Saarländer irgendwann im Saisonverlauf eine Schwächephase erleiden werden, aber bis dato eine wirklich respektable Leistung, auch im von mir besuchten Spiel hatten die Gäste aus Zwickau nicht den Hauch einer Chance und mit einer 5:0 Niederlage im wahrsten Sinne des Wortes abgefertigt. Trotz der Erfolge ist der Zuschauerzuspruch in Elversberg um einiges geringer als in der Landeshauptstadt. Die Haupttribüne, die ausschließlich aus Sitzplätzen besteht, war bestenfalls zur Hälfte besetzt. Auch im Fanblock, der ein Stehplatzbereich hinter dem Tor ist, waren deutliche Lücken zu erkennen. Umso erstaunlicher ist, dass das Waldstadion Kaiserlinde (ursprünglicher Name, mittlerweile an Sponsor verkauft) weiter ausgebaut werden soll, obwohl es aktuell allen Drittliga-Statuten entspricht und eigentlich vollkommend ausreichend für die Ansprüche des SV Elversberg sein sollte. Aber wer weiß schon, wo hin die Zukunft den Verein noch führen könnte.

#04 - 13. August 2022 - FSG 08 Schiffweiler-Landsweiler gg SG Saubach - 5:2
Verbandsliga Nord / Ost Saarland - 2. Spieltag - Mühlbachstadion, Schiffweiler - ca. 60 Zuschauer


Das überschaubare Zuschauer-Aufkommen in Elversberg ermöglichste eine problemlose Abreise ohne Stau und der angepeilte Doppler lies sich problemlos verwirklichen. Nicht mal 10 Kilometer weiter steht in Schiffweiler das sehenswerte Mühlbachstadion. Der Zeitplan war knapp bemessen zwischen Ab- und Anpfiff hatte man nur gut 20 Minuten Zeit die Strecke zwischen den beiden Stadien zurück zu legen. Gerade als ich mein Auto parkte pfiff der Schiedsrichter die Verbandsliga-Partie zwischen der FSG 08 Schiffweiler-Landsweiler und den Gästen aus Saubach an. Die ersten zwei Spielminuten sah ich also quasi außerhalb des Stadions, die Hopperpolizei möge es mir verzeihen.
Zur Geschichte des Mühlbachstadions gibt es keine Informationen, die FSG Schiffweiler spielte hier in den 1990er Jahren einige Zeit in der drittklassigen Oberliga. Am Stadion wird sich seit dieser mutmaßlich wenig bis gar nichts verändert haben. Die Hauptgerade liegt erhöht auf einem Hang wo auch das Vereinsheim steht, dessen Dach gleichzeitig auch die Gerade überdacht. In den Hang sind wiederum Stehstufen mit ein paar Sitzschalen verbaut. Das hervorragende Dach der Tribüne ziert der Schriftzug "Mühlbachstadion", weiteren Ausbau gibt es nicht. Schiffweiler formte seit 2015 eine Spielgemeinschaft mit dem benachbarten FC Landweiler-Reden, 2020 verschmolzen die beiden Vereine offiziell zur heutigen FSG 08 Schiffweiler-Landsweiler,

#05 - 14. August 2022 - FC Homburg gg FSV Frankfurt - 7:0
Regionalliga Südwest - 2. Spieltag - Waldstadion, Homburg - 1516 Zuschauer


Nach Borussia Neunkirchen im Juni und den Besuchen beim FC Saarbrücken sowie der SV Elversberg musste der Saarland Groundhopping Atlas natürlich noch mit dem Waldstadion in Homburg vervollständigt werden. Der schmucke Ground ist tatsächlich einer meiner Favoriten, er liegt etwas außerhalb des Stadtzentrums am Waldrand und lies sich nach einem etwa 20 minütigen Fußmarsch vom Homburger Bahnhof problemlos erreichen. Die Tickets werden wie früher noch aus Holzhäusern verkauft und auch im inneren des Stadions merkt man nichts vom neuen Kommerz-Fußball, der mittlerweile auch in den Regionalligen überhand genommen hat. Drei Jahre spielte der FC Homburg Ende der 1980er Jahre in der 1. Bundesliga und verewigte sich damit auf ewig in der Deutschen Fußballhistorie. Betritt man das Waldstadion anno 2022 begibt man sich auf eine Zeitreise in eine bessere Fußballwelt. Der gesamte Stadionumlauf besteht aus Stehstufen mit Wellenbrechern, die Hauptgerade besitzt eine zugegeben modernisierte Sitzplatztribüne, vier Flutlichtmasten runden das perfekte Stadionbild ab. Zum ersten Heimspiel der Regionalliga Südwest Saison 2022/23 kamen immerhin 1516 Zuschauer ins Waldstadion, die heimischen Ultras eröffneten die Saison mit einer kleinen Choreografie inklusive Einsatz von Rauchtöpfen in den Vereinsfarben Grün und Weiß. In der Halbzeiten wurden dann vom Stadionsprecher sämtliche Getränke für Kostenlos erklärt. Eine schöne Geste bei Temperaturen von über 30 Grad, da kommt nicht jeder Verein auf eine solche Idee.

#06 - 20. August 2022 - SV Waldhof Mannheim gg Borussia Dortmund II - 2:1
3. Liga - 5. Spieltag - Carl-Benz-Stadion, Mannheim - 7987 Zuschauer


In zwei Jahren feiert das Carl-Benz-Stadion in Mannheim seinen 30. Geburtstag und trotz der vergleichsweise noch jungen Lebzeit ist die Heimspielstätte des SV Waldhof Mannheim eine Art Kultstätte. Seit der Eröffnung im Februar 1994 spielte der Waldhof zunächst Zweitliga Fußball im neuen Stadion, es folgte aber ein Absturz bis in die fünftklassige Oberliga Baden-Württemberg. In den vergangenen Jahren rehabilitierte man sich ein wenig und scheint mittlerweile fester Bestandteil der 3. Liga zu sein. Bundesliga Fußball spielten die Mannheimer im Carl-Benz-Stadion aber nie, als man in den 1980er Jahren für insgesamt sieben Spielzeiten in der 1. Bundesliga spielte, stand das Carl Benz Stadion nicht mal und auch die damalige Heimspielstätte im Stadtteil Waldhof erhielt keine Freigabe für Bundesliga-Fußball. Mannheim musste seine Heimspiele im benachbarten Ludwigshafener Südweststadion austragen. Zu Bundesliga-Ehren in Mannheim kam tatsächlich nur die TSG Hoffenheim, welche die Hinrunde ihrer ersten Saison im Oberhaus in Mannheim austragen musste, weil das eigene Stadion noch im Aufbau war.
Der Fußball in Mannheim aber lebt, Waldhof Heimspiele mobilisieren die gesamte Stadt. Die Stimmung im Stadion ist fantastisch, guter Support von großen Teilen aller Tribünen. Mal wieder ein Besuch der gelohnt hat. 

#07 - 21. August 2022 - SF Hamborn 07 gg TuRU Düsseldorf - 1:2
Oberliga Niederrhein - 4. Spieltag - VT Ripkens Sportpark, Duisburg - 250 Zuschauer


Es geht wieder los. Die Aufsteiger in die NRW Oberligen müssen abgearbeitet werden um die drei Ligen wieder zu komplettieren. Erste Stadion war Duisburg Hamborn, wo mit dem Sportfreunden Hamborn ein Verein wartete der schon länger auf meiner Liste statt. Die SF Hamborn 07 sind ein alter Traditionsverein, standen 1961 unter anderem im Halbfinale des DFB Pokals. Die Heimspielstätte der Hamborner steht im benachbarten Duisburger Stadtteil Obermarxloh und wurde 1978 als vereinseigene Anlage eröffnet. Zuvor spielten die Sportfreunde in zwei Stadien die heute nicht mehr existieren. Die aktuelle Spielstätte wurde unter den Namen "Sportanlage Im Holtkamp" bekannt, trägt aber mittlerweile den Namen eines Sponsors. Es handelt sich um ein reines Fußballstadion mit Rasenplatz und großer überdachter Sitzplatztribüne mit Platz für etwa 500 Zuschauer, der Rest des Stadions besteht aus kleinen Stehrängen, welche für ein offizielles Fassungsvermögen von 5.000 Plätzen sorgen. Die Oberliga Niederrhein ist in jedem Fall um einen sehenswerten Ground reicher.

#08 - 23. August 2022 - Borussia Lindenthal-Hohenlind gg SV Deutz 05 - 4:2 nV
Kreispokal Köln - 3. Runde - Westkampfbahn, Köln - ca. 120 Zuschauer


Landesliga Derby in der 3. Runde des Kreispokal Köln. Im Schatten des Rhein-Energie-Stadions ist Borussia Lindenthal-Hohenlind zu Hause. Der Kunstrasenplatz liegt wirklich direkt am Rande des Stadions vom 1. FC Köln und grenzt direkt an die Westtribüne. Der Kunstrasenplatz der Lindenthaler trägt offiziell den Namen "Westkampfbahn", ist aber ein Platz der komplett ohne Ausbau auskommt. Einzig das Panorama mit dem Bundesliga-Stadion im Hintergrund sticht hervor. Borussia Lindenthal-Hohenlind begrüßte die SV Deutz, die Ende letzter Saison aus der Mittelrheinliga abgestiegen sind, somit war es das Duell zweier Landesligisten, welches erst in der Verlängerung zu Gunsten der Heimmannschaft entschieden wurde. Beim Einlauf wurde die Vereinshymne gespielt "Borussia Hohenlind Allez Allez!" und auch in der Halbzeitpause trällerte Kölsche Karnevalsmusik aus dem Lautsprecher des DJ´s.

#09 - 24. August 2022 - SC Drolshagen gg FC Lennestadt - 7:6 nE
Kreispokal Olpe - 2. Runde - Sportpark Am Buscheid, Drolshagen - 283 Zuschauer


Der SC Drolshagen verfügt über einen schmucken Sportplatz, der Besuch im "Sportpark Am Buscheid" hat mir sehr gut gefallen. Drolshagen liegt ziemlich ländlich vor den Toren von Olpe und markiert den Beginn des Sauerlandes. Die erste Mannschaft des Sportclubs ist das sportliche Aushängeschild der Stadt und spielt in der Landesliga, mit genau 283 Zuschauer war das Kreispokalspiel gegen Lennestadt gut besucht. Wie üblich in der Sauerlandregion, wo die heimischen Vereine aus kleinen Ortschaften immer die einheimischen Zuschauer anziehen. Der Sportpark in Drolshagen besitzt Ausbau auf der Hauptgeraden. In einen hohen Grashang wurde eine Sitzplaztribüne eingebaut, welche oben an eine Holzhütte anschließt aus welcher Getränke und die Stadionwurst verkauft werden. Die Sitzschalen der unüberdachten Tribüne sind in der Vereinsfarben Lila und Weiß gehalten. Die weißen Schalen ergeben den Schriftzug SC.

#10 - 26. August 2022 - Arminia Bielefeld gg Eintracht Braunschweig - 4:1
2. Bundesliga - 6. Spieltag - SchücoArena, Bielefeld - 18.057 Zuschauer


Das letzte Urlaubswochenende wurde dann nochmal für eine zweitägige Tour mit Übernachtung genutzt. Erstes Ziel war Ostwestfalen, die SchücoArena in Bielefeld, die Alm. Letzte Saison noch Bundesliga nun wieder im Unterhaus und nach sechs Spieltagen auch dort im Tabellenkeller gefangen. Man hatte früh den Trainer entlassen und konnte das von mir besuchte Freitagabendspiel gegen Eintracht Braunschweig mit neuem Coach direkt 4:1 gewinnen. Hallo Trainereffekt. Die Alm hat eine Kapazität von knapp 27.300 Plätzen, mit etwas mehr als 18.000 Zuschauern war die 1926 eröffnete Arena gegen Braunschweig nur semi gut gefüllt. Mit Ausnahme der Fankurve waren überall auf den Tribünen deutliche Lücken zu erkennen. Erreichen lies sich das Stadion für mich relativ problemlos mit einer etwa fünf-minütigen Fahrt mit der Stadtbahn vom Hauptbahnhof. Auch die Abreise nach dem Spiel war gut organisiert, es fuhren Sonderbahnen im Minutentakt die einen schnell zurück zum Hauptbahnhof brachten.

#11 - 27. August 2022 - VfL Osnabrück gg 1. FC Saarbrücken - 2:2
3. Liga - 6. Spieltag - Stadion an der Bremer Brücke, Osnabrück  - 10.506 Zuschauer


Von Bielefeld ging es mit der Straßenbahn nach Osnabrück in mein absolutes Lieblingsstadion. Die Bremer Brücke ist und bleibt Kult und wird immer wieder gerne von mir besucht. Die Lage ist im Deutschen Profifußball wirklich einmalig. Die Brücke liegt mitten in einem Wohngebiet und schließt direkt an Wohnhäuser an. Einfach nur geil. Das Stadion erreicht man am besten zur Fuß vom Hauptbahnhof, offizielle Parkplätze gibt es nämlich um das Stadion nicht. Von außen muss man zunächst zwei mal hinsehen, nur die Flutlichtmasten lassen einen erahnen dass es sich hierbei um ein Fußballstadion handelt. Es passt sich baulich perfekt an die Wohngegend im Osnabrücker Stadtteil Schinkel an. Die Bremer Brücke bleibt Kult. Auch wenn sie mit 10.500 Zuschauern bei einer Kapazität 16.100 Plätzen im von mir besuchten Spiel gegen den FC Saarbrücken nicht ausverkauft war, reicht es schon um das Stadion in einen wirklichen Hexenkessel zu verwandeln. Ein Besuch in Osnabrück macht immer Spaß und wird mit Sicherheit wiederholt.

#12 - 31. August 2022 - FC Viktoria Köln gg FC Bayern München - 0:5
DFB Pokal - 1. Runde - RheinEnergieStadion, Köln - 50.000 Zuschauer (ausverkauft)


Heimspiel für die Bayern in Köln. Die erste DFB Pokal Runde wurde mit dem Spiel zwischen Viktoria Köln und dem Deutschen Rekordmeister im Rhein-Energie-Stadion ausgetragen. Die Kölner entschieden sich aus dem heimischen Sportpark in Köln Höhenberg ins große Stadion in Müngersdorf zu wechseln. Gute Entscheidung, denn mit 50.000 Zuschauern war das Stadion ausverkauft. Größtenteils kamen mutmaßlich Exil Bayern aus dem Kölner Umland, die ihre Elf in der heimischen Gegend sehen konnten. Die Viktoria Fans wurden gleichzeitig in den eigentlichen Auswärtsbereich verfrachtet, während die Bayern Ultras im Stehplatzbereich der Südtribüne supporten durften. Dort steht normalerweise der harte Kern der Fans des 1. FC Köln. Das Spiel fand übrigens erst rund einen Monat nach den anderen Partien der ersten DFB Pokal Runde statt. Damals mussten die Bayern parallel den DFL Supercup gegen Leipzig spielen, wodurch die DFB Pokal Spiele der beiden auf Ende des Monats verlegt wurden. Die 50.000 Zuschauer sahen so ein Flutlichtspiel welches der Rekordmeister klar bestimmte und 0:5 gewann.