Mittwoch, 15. Juni 2022

Historische Grounds #08 - Millerntor-Stadion in Hamburg

Das Millerntor-Stadion ist Kult. Auf dem Heiligengeistfeld im Hamburger Stadtteil St. Pauli steht eines der legendärsten deutschen Fußballstadien. Trotz seiner vergleichbaren noch jungen Geschichte ist das 1963 eröffnete Stadion ein Inbegriff für Fußballkultur. Hier entstand in den 1980er Jahren eine alternative Fanszene, welche den FC St. Pauli und das Millerntor weit über Hamburgs Grenzen hinaus bekannt machte. Auch wenn das Stadion zwischen 2006 und 2015 rundum erneuert und modernisiert wurde, grenzt sich das Millerntor-Stadion nach wie vor von anderen Spielstätten der 1. und 2. Bundesliga deutlich ab.
Schon seit seiner Gründung am 15. Mai 1910 ist der FC St. Pauli auf dem Heiligengeistfeld beheimatet. Erste Fußballplätze gab es hier bereits lange vor Gründung des Hamburger Stadtteil Clubs. Ab 1895 wurden hier regelmäßig Punktspiele des Hamburger Fußballbund ausgetragen. Der FC Viktoria 1895 war in der Spielzeit 1900/01 sogar fest auf dem Heiligengeistfeld beheimatet. Auch der FC St. Pauli fand hier seine Heimat und entwickelte sich schnell zu einem Spitzenteam im Hamburger Fußball. Der ursprüngliche Platz auf dem Heiligengeistfeld wurde im zweiten Weltkrieg komplett zerstört, schon 1946 konnte man auch Dank tatkräftiger Mithilfe von Mitgliedern und Fans eine neue Spielstätte an der Ecke Glacischaussee / Budapester Straße eröffnen. Heute befindet sich an diesem Standort der Eingang zum U-Bahnhof St. Pauli. Das neu gebaute Stadion wurde am 17. November 1946 vom FC St. Pauli mit einem 1:0 Sieg gegen Schalke 04 eröffnet. Die Existenz der Spielstätte war auf nicht einmal 15 Jahre begrenzt. 1961 musste das Stadion zu Gunsten der 1963 stattfindenden Internationalen Gartenbauausstellung weichen. Letzte Highlights des alten Pauli Stadions waren Spiele im Jahr 1960 anlässlich des 50-jährigen Vereinsjubiläums gegen die Blackburn Rovers und Eintracht Frankfurt, welche der FC St. Pauli beide mit 3:2 gewinnen konnte.
Bereits im Jahr 1960 begann der Bau des neuen St. Pauli Stadions an der Stelle wo das Millerntor-Stadion noch heute steht. Der Neubau wurde zum Politikum, gab es doch Diskussionen über die mögliche Installation einer Flutlichtanlage oder einer angedachten Kapazität für 50.000 Zuschauer. Eine Flutlichtanlage in einem Stadion wäre in den frühen 1960er Jahren ein Novum in Hamburg gewesen. Schließlich baute man das erste Hamburger Flutlicht doch im Volksparkstadion des HSV, welcher sich für den Europapokal 1960/61 qualifiziert hatte, die Anlage wurde aber nicht rechtzeitig fertig, wodurch der HSV seine internationalen Auftritte bei Tageslicht absolvieren musste. Bis es Flutlicht auch auf dem Heiligengeistfeld geben sollte, verstrichen noch viele Jahre. Erst während der Bundesliga Saison 1988/89 erstrahlte das Millerntor-Stadion erstmals im Scheinwerferlicht. Auch die Idee der Zuschauerkapazität von 50.000 konnte nicht umgesetzt werden, stattdessen plante man für 30.000 Zuschauer. Nach Fertigstellung wurde die offizielle Kapazität schließlich mit 28.500 Zuschauern angegeben, andere Quellen sprechen von nur 27.500 Plätzen. Das erste Spiel im neuen St. Pauli Stadion wurde Ende Juli 1961 ausgetragen, als der FC St. Pauli mit 4:7 gegen CDNA Sofia verlor. Es war nur ein kurzes Intermezzo, stellte sich doch schnell Baupfusch am neuen Stadion heraus. Das beauftragte Bauamt hatte vergessen eine Drainage in den Rasen einzubauen, was dazu führte, dass der Platz regelmäßig unter Wasser stand und nicht bespielbar war. Als sich St. Pauli Verteidiger Heinz Deininger am 4. Mai 1962 in einem Spiel gegen den Berliner SV schwer verletzte, kam der Spielbetrieb auf dem Heiligengeistfeld zum erliegen. Deininger hatte sich auf Grund der schlechten Platzverhältnisse einen Speichenbruch zugezogen und fiel lange aus. Während die neue Anlage renoviert werden musste, wurde dem FC St. Pauli die unentgeltliche Nutzung des Volksparkstadions zugesagt. Eine Offerte, die der Verein allerdings ablehnte und stattdessen übergangsweise in den Stadien Hoheluft und Rothenbaum seine Heimspiele austrug. Die Bauphase am Millerntor dauerte rund eineinhalb Jahre, am 10. November 1963 kam es zur Wiedereröffnung bei einem Regionalligaspiel zwischen St. Pauli und dem VfL Wolfsburg. In den Geschichtsbüchern ist dies auch die offizielle Eröffnung des Millerntor-Stadion und der eigentliche Startpunkt der heutigen Kultstätte.
Namensgeber der Anlage ist das ehemalige Hamburger Stadttor "Millerntor", welches St. Pauli im 16. Jahrhundert von der damaligen Nachbarstadt Altona abgrenzte. Heute ist von der Anlage noch ein Wachhaus übrig, welches gegenüber dem Heiligengeistfeld auf dem Millerntorplatz am Anfang der Reeperbahn steht.
Die neu eröffnete Spielstätte bekam zwar den Namen "Millerntor-Stadion", es dauerte aber seine Zeit bis sich der Name durchsetzte. Auf Spielplakaten und Tickets war bis 1970 noch der alternative Name "St.-Pauli-Platz beim Millerntor" zu lesen. Die ersten Duftmarken auf dem neuen Vereinsgelände setzte der FC St. Pauli in der Saison 1965/66, in welcher man sich bis ins Viertelfinale des DFB Pokal vorspielte und auf Ligaebene nur aufgrund des schlechteren Torverhältnisses den Bundesliga Aufstieg verpasste. Der sportliche Erfolg zog auch die Zuschauermassen auf das Heiligengeistfeld. Für das DFB-Pokal Viertelfinale gegen den 1. FC Nürnberg wollten die Hamburger 26.000 Tickets verkaufen. Es gab aber Sicherheitsbedenken der Stadt, nach einem tödlichen Unfall bei einem Spiel im Februar 1966 in Kaiserslautern wurden die Sicherheitsstandards während Fußballspielen stärker hinterfragt und kontrolliert. Der damalige Hamburger Vizebürgermeister sprang dem Verein zur Seite und vermittelte, das Sportamt erlaubte daraufhin den Verkauf von 23.000 Tickets für den Pokalkracher am Millerntor. Später war dann in einigen Quellen von Zuschauerzahlen zwischen 26.000 und 27.000 zu lesen. Es ist nicht überliefert, ob die Schätzungen falsch waren oder der Verein Tickets unter der Hand verkauft hatte. Die Ticket-Diskussion wiederholte sich wenige Wochen später vor dem entscheidenden Bundesliga Aufstiegsspiel gegen Rot-Weiss Essen. Diesmal verständigten sich Verein und Senat darauf, dass 25.000 Karten verkauft werden durften. Aus der Ticket-Debatte entstand eine Diskussion über einen möglichen Ausbau des Millerntorstadions, die elitäre Lage auf dem Heiligengeistfeld mitten in der Stadt setzte aber Grenzen in Sachen Stadionerweiterung. Zumal laut Stadtsprecher auch der populäre Hamburger Dom, welcher seit 1893 auf dem Heiligengeistfeld stattfindet, nicht beeinträchtigt werden sollte. Heute sind das Stadion und das Volksfest fest miteinander verbunden und die Bilder legendär, wenn direkt neben dem Spielfeld das große Riesenrad seine Runden dreht. Die Diskussion über den Stadionausbau ebbte aber in den drauf folgenden Jahren schnell wieder ab, die St. Paulianer spielten in der Regionalliga Nord, ohne an die sportlichen Erfolge anknüpfen zu können. Das Zuschauerinteresse ging daraufhin deutlich zurück. Erst als der FC St. Pauli zur Saison 1977/78 erstmals in die erste Fußball Bundesliga aufstieg, geriet das Millerntor-Stadion wieder in den Fokus. Der Verein wollte seine Heimspiele ohne Frage auf dem Heiligengeistfeld austragen, doch nach dem 3:1 Heimsieg vor 20.000 Zuschauern am ersten Spieltag gegen Werder Bremen, bekam der FC St. Pauli einen Auflagenkatalog der Stadtverwaltung zugeschickt. Es wurde unter anderem die Begrenzung der Kapazität auf 18.000 gefordert und die Behebung zahlreicher Baumängel. Der FC St. Pauli musste daraufhin den Großteil seiner Heimspiele im ungeliebten Volksparkstadion des HSV austragen. Erst zum Saisonende konnte der Verein für wenige Spiele in seine eigentliche Heimat zurückkehren. Das Kuriose; bei den insgesamt fünf Spielen am Millerntor blieben die St. Paulianer ungeschlagen, trotzdem stiegen sie am Ende der Bundesliga Saison als Tabellenletzter ab. Auch in der Zuschauertabelle liegt der FC St. Pauli mit einem Schnitt von 9.711 abgeschlagen auf dem letzten Platz. Noch dicker kam es für den Verein ein Jahr später, als der DFB dem Team auf Grund von hohen Zahlungsrückständen die Profilizenz entzog. St. Pauli musste aus der 2. Bundesliga zwangsabsteigen und fand sich in der Spielzeit 1979/80 in der drittklassigen Oberliga Nord auf Amateur-Niveau wieder. Eine triste Epoche am Millerntor begann, zum ersten Oberliga Heimspiel gegen Olympia Wilhelmshaven verirrten sich 1.050 Zuschauer auf das Heiligengeistfeld.
Der FC St. Pauli war zu diesem Zeitpunkt ein Verein wie jeder andere, als man in der Saison 1984/85 in die zweite Bundesliga zurückkehren konnte, hatte dies keinen besonderen Effekt auf die Zuschauerzahlen. Kein einziges der 19 Heimspiele war ausverkauft und am Ende der Saison stand man auf einem Abstiegsplatz und fand sich erneut in der Oberliga wieder. Heute undenkbar, aber auch auf St. Pauli fanden sich damals, wie in allen Fußballstadien, schwarz weiß rote Reichsflaggen auf den Tribünen wieder. Einen Startpunkt der heute weltweit bekannten Sankt Pauli Fankultur lässt sich nicht exakt benennen. Während der Partie zwischen dem FC St. Pauli und dem ASC Schöppingen am 8. Juni 1986 im Rahmen der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga, kam es direkt neben dem Stadion zu einem rechtswidrigen Polizeieinsatz, der als "Hamburger Kessel" bekannt wurde. Die Polizei hielt 861 Anti-Atomkraft-Demonstranten 13 Stunden lang fest, eine Aktion, die für einen großen Aufschrei in der Bevölkerung sorgte, ins Stadion am Millerntor wurde der Protest damals aber nicht getragen. Erst in der folgenden Saison, St. Pauli war wieder Teil der 2. Bundesliga, waren am Millerntor erstmals linksgesinnte politische Parolen zu hören und zu lesen. "Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg, nie wieder 3. Liga!" Berühmt ist heute der Punkrocker Doc Mabuse, der aus der Hausbesetzerszene in der Hamburger Hafenstraße kam. Er schwenkte in dieser Zweitligasaison 1986/87 erstmals die heute legendäre Totenkopfflagge auf der Gegengerade des Millerntor-Stadions, ein Symbol der Widerstandshaltung der Hausbesetzer. Heute ist der Totenkopf fest mit dem Verein verbunden und wird als erfolgreiches Merchandising-Motiv vermarktet. Für viele ist Doc Mabuse mit seiner Flagge der Startpunkt der neuen Fankultur am Millerntor. Der Zuschauerzuspruch nahm im Laufe der Saison enorm zu und am 30. Mai 1987 war das Millerntor-Stadion zum 35. Spieltag gegen Hannover 96 zum ersten mal seit 21 Jahren wieder ausverkauft. Ihren ersten Höhepunkt erreichte die neue St. Pauli Fanbewegung im Jahr 1989, der Fußball auf dem Heiligengeistfeld tobte. Die heutigen Kiezkicker waren wieder Teil der 1. Bundesliga und spielten so erfolgreich wie noch nie. Der Ticketverkauf boomt derartig, dass 1988 hinter den Stehtraversen der Gegengerade sogar eine zusätzliche Sitzplatztribüne errichtet wurde. Der damalige Präsident des FC St. Pauli Otto Paulick gibt daraufhin auf einer Pressekonferenz im Januar 1989 überschwänglich bekannt, das Millerntor-Stadion abreißen zu wollen und an selber Stelle ein überdimensionaler "Sport-Dome" mit 50.000 Plätzen, Kongressräumen und Einkaufszentren entstehen zu lassen. In der jungen Fanszene entsteht ein Sturm der Entrüstung, man befürchtet nicht nur den Verlust der gerade erst gefundenen Vereinsidentität, sondern auch steigende Mieten im Viertel. Im März 1989 kam es zu Deutschlands erstem organisierten Stimmungsboykott in einem Fußballstadion. Unter dem Motto "Schweigeprotest gegen den Sport Dome" blieb das Stadion im Heimspiel gegen den Karlsruher SC stumm. Es folgten weitere Aktionen in Form von Flugblättern und Transparenten und der Protest zeigte Erfolg, zwei Monate später nahm das Präsidium Abschied von seinen Plänen. Zu dieser Zeitepoche gab es im St. Pauli Museum eine Sonderausstellung mit dem Untertitel "Die zweite Geburt des FC St. Pauli!". Der Erfolg gegen den Bau den Sport-Dome beflügelte die St. Pauli Fans zu weiteren Aktionen. Im August 1989 verteilten Fans bei einem Heimspiel einen zweiseitigen offenen Brief gegen Rassismus und Diskriminierung, welcher von der kompletten Mannschaft unterschrieben wurde. Auch dies war eine Premiere, Antirassismus-Maßnahmen hatte es bis dahin im deutschen Profi-Fußball noch nicht gegeben und sollten erst viele Jahre später salonfähig werden. Ebenfalls zu dieser Zeit gründete sich mit dem "Millerntor Roar" das erste Deutsche Fanzine. Heute ist der Titel der Zeitschrift, welche 1993 eingestellt wurde, ein Inbegriff für die einzigartige Stimmung bei Heimspielen des FC St. Pauli.
Weitere Aktionen der Fanbewegung richteten sich auch gegen Werbepartner des Vereins, als in der Saison 1989/90 ein Freizeitpark ein Plüschtier durch das Stadion spazieren lies, stieß dies auf St. Pauli auf erheblichen Gegenwind. Bis heute ist der Verein einer der wenigen im Profifußball ohne offizielles Maskottchen. Im März 1991 musste ein Spiel gegen Hertha BSC Berlin aus Sicherheitsgründen ins Volksparkstadion verlegt werden und wurde daraufhin vom St. Pauli Fanblock boykottiert, stattdessen versammelten sie sich im heimischen Stadion am Millerntor und verfolgten die Radioreportage des Spiels von dort und unterstützten dabei ihren Verein aus der Ferne. Eine Protestaktion die damals ein überregionales Presseecho nach sich zog. Im Herbst des gleichen Jahres wurde auf Initiative der Fanszene die Stadionordnung geändert, in der fortan das Rufen von rechtsradikalen Parolen mit Hausverbot geahndet wurde. Zur Bekanntgabe trugen Fans zusammen mit dem damaligen Geschäftsführer Manfred Campe ein Banner mit der Aufschrift "Kein Fußbreit den Faschisten" über den Platz. Bei einem Heimspiel im Dezember 1992 gegen Hertha BSC Berlin blieb ein Teil der Gegengerade frei, um diese mit Transparenten gegen Rassismus auszustatten. In der Hertha Kurve waren zu diesem Zeitpunkt bekanntermaßen zahlreiche rechtsextreme Gewalttäter vertreten, weshalb die Demonstration der St. Pauli Fans gezielt bei diesem Spiel stattfand.
Für internationales Aufsehen sorgte die Absage des Fußball-Länderspiels zwischen Deutschland und England welches am 20. April 1994 im Hamburger Volkspark stattfinden sollte. Tags zuvor sollte nach Willen des DFB bereits ein Spiel der beiden Reservemannschaften am Millerntor ausgetragen werden. Die neuen Pauli Fanzines "Der Übersteiger" (Nachfolger des Millerntor-Roar, existiert bis heute) und "Unhaltbar!" (1999 eingestellt) machten gegen diese Spiele mobil, denn der 20. April ist der Geburtstag von Adolf Hitler und galt unter Rechtsextremen als Feiertag. Man wollte verhindern, dass Nazis sich die Spiele zum Anlass nehmen sich im Stadtgebiet auszutoben. Das B-Länderspiel wurde relativ schnell abgesagt, am Aufeinandertreffen der beiden A-Nationalmannschaften hielt der DFB aber zunächst fest. Weitere Aktionen der St.-Pauli-Fans, wie Flugblätter und Aktionstage brachten Ende Januar 1994 auch das Spiel im Volksparkstadion zur Absage. Der DFB hielt es daraufhin für eine gute Idee, das Spiel am selben Tag im Berliner Olympiastadion auszutragen, welches aber auf Grund der Olympischen Spiele 1936 noch mehr mit der Nazizeit verbunden war. Deutsche und englische Sicherheitsbehörden warnten mittlerweile von Plänen rechter Gruppen aus beiden Ländern. Der englische Fußballverband zog seine Mannschaft dann Anfang April vom Spiel zurück, nachdem Autonome einen Buttersäureangriff auf die Geschäftsstelle des Berliner Fußballverbandes verübt hatten. Das geplante Länderspiel fand nie statt, auch auf Grund des Einsatzes der St. Paulianer, welche bereits frühzeitig die Austragung in Hamburg verhindert hatten.
Zu einem weltweit einzigartigen Vorgang kam es auf Sankt Pauli in den Jahren 1997 und 1998. Was heute kaum noch bekannt ist, zwischen 1970 und 1998 war das Sankt Pauli Stadion nach dem ehemaligen Vereinspräsidenten Wilhelm Koch benannt. Autor René Martens wies in seinem 1997 veröffentlichten Buch "FC St. Pauli - You´ll never walk alone" auf die NSDAP Mitgliedschaft des ehemaligen Präsidenten hin, zu dem habe Koch 1933 ein jüdisches Handelsunternehmen übernommen. Auf der Jahreshauptversammlung 1997 zogen die Veröffentlichungen von Martens hohe Wellen und die Forderungen wurden laut, die heimische Spielstätte wieder in Millerntor-Stadion umzubenennen. Zunächst wurde ein neutraler Gutachter beauftragt, der die Aktivitäten Kochs in der Nazi-Zeit genauer erforschen sollte. Die Recherchen dauerten mehrere Monate, brachten abgesehen von dem Parteibeitritt keinerlei weitere politische Aktivitäten Kochs hervor. Auch die Übernahme der jüdischen Firma sei in beiderseitigem Einverständnis erfolgt und die Alteigentümer hätten auch nach dem Aufkauf ein enges freundschaftliches Verhältnis zu Koch gepflegt. Auf der Jahreshauptversammlung stellte die aktive Fanszene trotzdem den Antrag zur Umbenennung des Stadions, mit der Begründung, dass ein öffentliches Bauwerk nicht nach einem NSDAP Mitglied benannt sein darf und man könne die politische Ausrichtung des Vereins mit einer Stadion-Umbenennung weiter unterstreichen. Der Antrag wurde schließlich mit 133:77 Stimmen verabschiedet und das "Wilhelm-Koch-Stadion" war Geschichte. Seit der Saison 1999/2000 spielt der FC St. Pauli wieder im Millerntor-Stadion. Auf der Jahreshauptversammlung 2007 beschlossen die Mitglieder, dass der Stadionname nicht an Werbeträger oder Sponsoren veräußert werden darf. Eine "XY-Arena" wird es auf St. Pauli nie geben. Zum Zeitpunkt dieses Beschluss lief bereits der Umbau des Millerntor-Stadion zu seiner heutigen Form, dieser wurde zwischen den Jahren 2006 und 2015 schrittweise vollzogen. In den Jahren zuvor war der FC St. Pauli wieder in eine finanzielle Notlage geraten. Im Jahr 2002 wurde man nach einem Bundesliga Sieg gegen den FC Bayern noch zum selbsternannten "Weltpokalsiegerbesieger", wurde dann aber von der Bundesliga bis in die Regionalliga Nord durch gereicht. Um die Lizenz für die drittklassige Regionalliga zu erhalten, musste aber erst eine Finanzlücke von 1,9 Mio Euro geschlossen werden. Der St. Pauli Vorstand, angeführt von Corny Littmann, veräußerte das Jugendleistungszentrum des Vereins für 720.000 € an die Stadt Hamburg und rief die legendäre Retter-Kampagne ins Leben. Es wurden 140.000 "Retter" T-Shirts verkauft und Uli Hoeneß kam mit seinem FC Bayern München zum Benefizspiel ans Millerntor. Die Budget-Lücke wurde durch die Einnahmen geschlossen und der Zwangsabstieg in die Oberliga verhindert werden. Für die Regionalliga-Saison 2003/04 verkaufte der Verein unfassbare 11.700 Dauerkarten, was einen nie zuvor dagewesen und nie mehr erreichten Rekord darstellte. Die finanziellen Schwierigkeiten blieben bestehen; nachdem man die Rückkehr in die 2. Bundesliga klar verpasste, drohte ein erneuter Zwangsabstieg in die Oberliga, welcher diesmal durch den Verkauf von lebenslangen Dauerkarten verhindert werden konnte. Die Kiezkicker leisteten ihren Teil auf dem Platz und brachten dem Verein durch ein gutes Abschneiden im DFB Pokal 2005/06 finanzielle Entspannung. Die Siege gegen Burghausen, Bochum, Hertha BSC Berlin, Bremen und die Halbfinal-Niederlage gegen Bayern München gingen als "B-Serie" in die Fußball-Geschichte ein. Eine Saison später kehrte man unter Neu-Trainer Holger Stanislawski in die 2. Bundesliga zurück. Zu diesem Zeitpunkt war der Umbau des Millerntor-Stadions bereits gestartet, im Dezember 2006 wurde die alte Südtribüne abgerissen. Der Neubau konnte erst ein halbes Jahr später beginnen, da Verträge zur Finanzierung des Bauprojekts nicht ausreichend gedeckt waren. Durch die Verzögerung gingen dem Verein unnötig viele Einnahmen verloren, da der Spielbetrieb am Millerntor während des gesamten Umbaus aufrecht erhalten wurde. Die Stadionlücke am Standort der ehemaligen Südtribüne wurde von den Fans "Littmann Loch" getauft. Im November 2007 durften erstmals wieder Zuschauer die Stehplätze auf der neu eröffneten Südtribüne benutzen. Vollauslastung gab es aber erst ein halbes Jahr später, als die fertiggestellte Tribüne bei einem Freundschaftsspiel gegen die kubanische Nationalmannschaft offiziell eröffnet wurde. Die Backsteinfassade erinnert von außen an ein klassisches englisches Fußballstadion und hat dadurch in Deutschland seinen ganz eigenen Charme. Neben dem Fanshop und Event-Räumlichkeiten befinden sich in der Südtribüne auch die Büros der Geschäftsstelle des FC St. Pauli.
Im nächsten Umbauschritt wurde die Haupttribüne erneuert, welcher ursprünglich im Sommer 2008 starten sollte. Auf Grund fehlender Kredite verzögerte sich der Baubeginn um mehr als ein Jahr, erst im November 2009 wurde die alte Haupttribüne abgerissen. Eröffnet wurde die neue Haupttribüne mit Beginn der Saison 2010/11, historisch, denn die Kiezkicker waren wieder Teil der 1. Bundesliga. 10 Jahre nach der Fast-Insolvenz war St. Pauli wieder im Fußball-Oberhaus angekommen und das nun mehr neue Millerntor-Stadion sah wieder erstklassigen Fußball. Mit der Eröffnung der neu gebauten Haupttribüne erhöhte sich das Fassungsvermögen des Stadions auf 24.800 Plätze. Während der Bundesliga-Saison standen die Bauarbeiten still, nur die Ecke zwischen den beiden bereits fertigstellten Tribünen musste auf Grund einer DFL-Richtlinie noch geschlossen werden. Für die Eckbebauung hatte man eine grandiose Idee, statt diese mit weiteren Zuschauerplätzen auszubauen entstand hier der weltweit erste Kindergarten in einem Fußballstadion. Die Eröffnung der Kindertagesstätte war am 15. November 2010, heute werden in der "Kita Piraten-Nest" 100 Kinder betreut. Man entschloss sich bewusst gegen weitere Plätze für Zuschauer, da dies das Fassungsvermögen auf über 30.000 Plätze erhöht hätte und für den FC St. Pauli weitere auf dem Heiligengeistfeld nicht umsetzbare DFL Richtlinien zur Folge gehabt hätte, wie zum Beispiel den Bau einer Tiefgarage. In den beiden neu gebauten Tribünen befindet sich allerdings auch der VIP Bereich des Stadions, im Prinzip ein Widerspruch der Vereinsidentität. Aber wenn man im Kreise der Großen mithalten will, muss man eben kompromissbereit sein. Auf der Haupttribüne befinden sich 2.491 Business-Seats, zu dem gibt es über Süd- und Haupttribüne verteilt insgesamt 39 Séparées. In anderen Stadien würden diese vermutlich als Logen bezeichnet werden, es sind Räume mit Blick aufs Spielfeld, die von den Mietern individuell eingerichtet werden dürfen. Aktuell sind diese an große Sponsoren wie Congstar und Astra vermietet, aber auch an reiche Unternehmer aus Nah und Fern.
Am Ende der Saison 2010/11 stieg man nach nur einem Jahr wieder in die 2. Bundesliga ab und verlor zu dem den langjährigen Erfolgstrainer und Pauli-Legende Holger Stainslawski an die TSG Hoffenheim. Der Stadionumbau ging am Ende der folgenden Saison weiter als mit dem Abriss der Gegengerade begonnen wurde. Anfang 2013 wurde der Neubau eröffnet und das Millerntor hatte nun ein Fassungsvermögen von 29.063 Plätze. Die neue Gegengerade bietet dabei Platz für 13.000 Menschen, 3.000 davon sind Sitzplätze im oberen Bereich und der untere Teil der Tribüne besteht aus 10.000 Stehplätzen. Zur Erinnerung, auf den Stehplätzen der Gegengerade entstand in den 1980er Jahren die heute weltweit bekannte St. Pauli Fankultur.
Abgeschlossen wurde der jahrelang andauernde Umbau im Jahr 2014 mit dem Neubau der Nordtribüne. Auf Grund einer Partie gegen Borussia Dortmund in der zweiten DFB Pokal Runde, verschob man den Baubeginn noch einmal um wenige Woche, kurz danach verschwand aber auch die letzte alte Tribüne des Millerntor-Stadions. Die neue Nordtribüne wurde schließlich am ersten Spieltag der Zweitliga Saison 2015/16 eröffnet. Zu Gast war Arminia Bielefeld und das Millerntor selbstverständlich ausverkauft. Die neue Kapazität von 29.546 Plätzen wurde komplett ausgeschöpft und markierte gleichzeitig auch einen neuen Zuschauerrekord auf St. Pauli. Die Fans aus Bielefeld eröffneten auch den neuen Gästeblock auf der Nordtribüne, dieser kann je nach Gäste-Aufkommen in der Größe verstellt werden. Kommt beispielsweise aktuell der SV Sandhausen mit einer handvoll Fans ans Millerntor, können so weitere Plätze für St. Pauli Fans zur Verfügung gestellt werden.
"Welcome to hell!", das Millerntor-Stadion hat auch nach den Umbaumaßnahmen seinen ganz eigenen Flair und ist mit anderen Stadien der deutschen Profiteams nicht zu vergleichen. Vielen Auswärtsmannschaften wird das Fürchten gellehrt, wenn sie durch den Geisterbahn ähnlichen Spielertunnel ins Stadion einlaufen. Mit den Glockenschlägen von AC/DC´s Hells Bells wird seit Anfang 2000 der Fußballgottesdienst auf St. Pauli eröffnet. Bevor die legendäre Einlaufzeremonie beginnt, werden 10 Minuten vorher sämtliche Werbedurchsagen und Musikabspiellungen gestoppt. Stattdessen starten die St. Pauli Fans schon vor dem Anpfiff ihren ersten "Millerntor-Roar" und verwandeln das Stadion regelmäßig in einen Hexenkessel. Auswärtige Fans sehen im Millerntor direkt die Ideologie des Vereins, die Tribünen sind mit politischen Parolen versehen. Auf der Gegengerade steht unübersehbar "Kein Fußball den Faschisten", die Nordtribüne trägt den Slogan "Kein Mensch ist illegal". Für Pauli-Fans Identifikation, für andere Anlässe unverständlicherweise nur schwer vermittelbar. Als der DFB seine Nationalmannschaft im Millerntor-Stadion trainieren lies, mussten die Botschaften mit Banderolen überhangen werden. Man wollte nicht, dass es Fotos von deutschen Nationalspielern mit politischer Meinungsäußerung im Hintergrund gibt. Aber auch der Verein selber wählt sich seine Gäste bewusst aus, erst kürzlich lehnte man eine Anfrage von Teutonia Ottensen ab. Der Hamburger Pokalsieger wollte sein DFB Pokal Erstrundenspiel in der kommenden Saison 2022/23 gerne am Millerntor austragen. Sankt Pauli lehnte die Anfrage ab, da man RB Leipzig keine Bühne im heimischen Stadion geben möchte. Der Verein wie auch die Fanszene sehe das Modell von RB äußerst kritisch und unterstreicht mit dem Entschluss, dass das Millerntor-Stadion als Symbol für solidarischen und gerechteren Fußball steht. Bisher durfte nur der USC Paloma Hamburg als auswärtige Hamburger Mannschaft ein Heim-Pflichtspiel am Millerntor austragen. In der DFB-Pokalsaison 2002/03 empfing man auf dem Heiligengeistfeld in der ersten Runde den 1. FC Kaiserslautern.
Der FC Sankt Pauli ist heute selbst jedem Nicht-Fußball-Fan ein Begriff, das Millerntor-Stadion hat Kultstatus und wird diesen auf ewig tragen. Stadion und Verein polarisieren. In Sankt Pauli hat man es geschafft, seine Identität in Zeiten des Kommerz-Fußballs nicht zu verlieren. Hamburg ist Braun-Weiss!

Der FC Sankt Pauli ist im Herzen von Hamburg zu Hause
Auf dem Heiligengeistfeld unweit der Reeprbahn...
... steht das Millerntor-Stadion
Die Ursprungsversion des Stadions wurde 1963 eröffnet
Die Umkleideräume der Profi-Mannschaft
Die furchteinflößende Spielertunnel
Der St. Pauli Totenkopf ist am Millerntor nicht mehr
wegzudenken
Über dem Ausgang des Spielertunnels befindet sich der
weltweit erste Kindergarten in einem Fußballstadion
"Kein Fussball den Faschisten", die Gegengerade
"Voran Sankt Pauli", die Südtribüne
"Kein Mensch ist illegal", die Nordtribüne
Der größenverstellbare Gästeblock auf der Nordtribüne
Auf den Stehplätzen der Gegengerade entstand in den 1980er
die heute bekannte St. Pauli Fankultur
Über den Stehplätzen befinden sich heute noch Sitzpläte
Auf Pauli trinkt man Astra
Die Fassade der Südtribüne nach englischem Vorbild
Hamburg ist braun weiss!

Die Fotos entstanden im Rahmen der Millerntour, der FC St. Pauli Stadionführung, am 9. Mai 2022.

Dies war der achte Teil unserer Serie über historische Fußballstadien, zuvor blickten wie bereits auf das mittlerweile abgerissene Stadion am Hermann-Löns-Weg in Solingen, das Röntgen Stadion in Remscheid, auf das Jahnstadion in Mönchengladbach, die Westkampfbahn in Düren, das Grotenburg-Stadion in Krefeld, das Stadion Mittelwiese in Ruhla und zuletzt auf das Waldstadion am Erbsenberg in Kaiserslautern. Folgt mir bestenfalls auf Twitter und erfahrt dort sofort wenn ein neues Feature erscheint.

Quellen-Verzeichnis:
- "Niemand siegt am Millerntor. Die Geschichte des legendären St.-Pauli-Stadions" - René Martens - Verlag die Werkstatt - 2008
- "Das große Buch der deutschen Fußball-Stadien" - Werner Skrentny - Verlag die Werkstatt- 2009
- Ankekdoten aus der "Millerntour" - Stadionführung des FC St. Pauli

Dienstag, 31. Mai 2022

#Gelesen: Novak Djokovic - Ein Leben lang im Krieg

Kaum ein Sportler polarisiert derart wie Novak Djokovic, Anfang des Jahres spaltete er die ganze Sportwelt mit seiner Einreise-Problematik und anschließenden Abschiebung aus Australien. Sein gesamtes Leben wird sicherlich am Ende seiner Karriere verfilmt, wer jetzt schon mehr über Djokovic´s Weg zum besten Tennisspieler aller Zeiten erfahren möchte, dem sei die neue Biographie "Novak Djokovic - Ein Leben lang im Krieg" empfohlen. Für echte Tennis-Freaks wird das Buch von Daniel Müksch wenig bis gar keine Neuigkeiten bereithalten, ist es doch größtenteils die Recherche aus allgemein verfügbaren Quellen. Für den Außenstehenden der mehr über die Person Djokovic erfahren möchte ist das 240-seitige Buch aber dennoch eine Empfehlung. Vor allem der Anfangsteil über die Jugend Djokovic im Serbischen Bürgerkrieg ist sehr detailliert beschrieben, die aktive Karriere mit insgesamt 20 Grand-Slam Siegen (Stand Ende Mai 2020) wird eher im Schnelldurchlauf abgehandelt. Das letzte Kapitel befasst sich noch mit dem Ausschluss von den Australian Open, welches der Leser dann besser einordnen kann, weil er im Laufe des Buches alles über die Gesinnung des Djokers gelernt hat. Der Autor bezieht im Buch zwar keine Partei, doch liest man heraus, dass er ein Fan des Tennisspielers Novak Djokovic ist.

"Novak Djokovic - Ein Leben lang im Krieg" gibt es für 22€ beim Werkstatt Verlag und bei Amazon

Montag, 9. Mai 2022

Groundhopping - März & April 2022

Fußball ist zurück. Auch in Deutschland war ab April in den Stadien wieder Vollauslastung erlaubt und auch sämtliche Zugangsbeschränkungen wurden fallen gelassen. In den Niederladen war dies bereits früher der Fall und tatsächlich gab es meinen ersten Auslandsbesuch seit Beginn der Pandemie. Im April stand dann die Komplettierung einer Oberliga im Vordergrund und es wurden auch wieder Profispiele besucht.

#01 - 6. März 2022 - FC Winterswijk gg SC Bemmel - 1:0
Eerste Klasse Zondag E - 12. Spieltag - Sportpark Jaspers, Winterswijk - ca. 150 Zuschauer


Der Kreis schließt sich, am 26. Januar 2020 besuchte ich den SC Bemmel in den Niederlanden, mein letztes Spiel im Ausland für mehr als zwei Jahre, denn dann kam Corona. Nun, unglaubliche 26 Monate später, ging es zurück zu den westlichen Nachbarn und das Kreuz wurde am Sportpark Jaspers gesetzt, der Heimat des FC Winterswijk. Gast war der SC Bemmel...
Bevor es zum Spiel ging wurde erst noch der örtliche Supermarkt aufgesucht, die selbstverständlich in den Niederlanden auch Sonntags geöffnet haben. Auch die Corona-Maßnahmen waren schon weitestgehend aufgelöst, sodass man maskenfrei einkaufen konnte. In Deutschland wurden die Maßnahmen erst viel später gelockert und es war schon ein befreiendes aber auch komisches Gefühl, ohne Mundschutz durch einen Supermarkt zu laufen.
Auch beim Stadionbesuch gab es keinerlei Zugangskontrollen mehr, jeder der wollte erhielt bedingungslos Zutritt in den Sportpark Jaspers, am äußersten Rand der Stadt. Das Stadion befindet sich auf einer groß ausgebauten Sportfläche, auf welcher es neben dem Hauptstadion auch zahlreiche weitere Fußball- und Hockeyplätze gibt. Dazu ein Schwimmbad und eine Schießanlage. Die Hauptspielstätte ist ein reines Fußballstadion mit Kunstrasen und einer modernen überdachten Sitzplatztribüne in welche sowohl ein großer Gastrobereich als auch die Umkleiden integriert sind. 500 Sitzschalen besitzt die Tribüne. Die Gegengerade ist mit einer kleinen Stufentraverse ebenfalls ausgebaut.
Der FC Winterswijk ist der Teil der "Eerste Klasse", das ist die viert höchste Amateurliga der Niederlande und insgesamt die sechst höchste Spielklasse im niederländischen Fußball. In seiner heutigen Form existiert der FC Winterswijk erst seit dem 1. Juli 2013, das FC im Vereinsnamen bedeutet nämlich keineswegs Fußballklub sondern steht für "Fusie Club". Im Jahr 2013 fusionierten drei Clubs aus dem Stadtgebiet und formten den heutigen FC. WVC, SKVW und VV Winterswijk taten sich zusammen und spielten fortan unter einer Kappe.

#02 - 20. März 2022 - SG Müschenbach gg SV Windhagen - 1:1
Bezriksliga Rheinland Ost - 19. Spieltag - Sportplatz Müschenbach, Müschenbach - 100 Zuschauer


Auch im Westerwald wird Fußball gespielt, einem Teilgebiet in dem ich bisher wenig Kreuze setzen konnte, obwohl es von meiner Zentrale gar nicht so weit entfernt ist. Nun wurde die SG Müschenbach angesteuert, welche ihre Heimspiele größtenteils auf dem heimischen Sportplatz austrägt, welcher aber ein Rasenplatz ist. Daher werden in den Wintermonaten größtenteils die Kunstrasenplätze von benachbarten Vereinen bespielt. Mitte März 2022 ließen die Wetterbedingungen aber bereits wieder einen Spielbetrieb auf dem Müschenbacher Rasenplatz zu. Aus der aufliegenden Vereinszeitung konnte ich aber entnehmen, dass für die Zukunft um einen regelmäßigen Heimspielbetrieb sicherzustellen ein eigener Kunstrasenplatz in Planung ist. Der aktuelle Rasenplatz hat durch aus seinen Charme, lassen sich die Spiele doch entspannt von einem Grashang verfolgen. Im unteren Teil sind sogar drei Stufen verbaut und oben stehen einige Holzbänke als Sitzgelegenheit zur Verfügung. Zu dem befindet sich hier auch das Vereinsheim, auf dessen Vorplatz es einen kleinen überdachten Bereich mit direktem Blick auf das Spielfeld gibt. Geboten bekommt der Zuschauer in Müschenbach der Zeit siebtklassigen Bezirksliga Fußball und man begrüßt Gastmannschaften wie SG Westerburg, SG Ahrbach oder den VfB Linz...

#03 - 9. April 2022 - Borussia Dortmund II gg Viktoria Berlin - 0:1
3. Liga - 33. Spieltag - SIGNAL IDUNA PARK, Dortmund - 2319 Zuschauer


Richtlinien des DFB für 3. Liga spielen sorgen für einen Umzug der zweiten Mannschaft von Borussia Dortmund in den Signal Iduna Park. Die Dortmunder U23 trägt ihre Heimspiele normalerweise im Stadion Rote Erde aus, welches sich direkt neben dem großen Profi-Stadion befindet. Der Klassenerhalt in der 3. Liga ist für die Dortmunder gesichert und auch nächste Saison werden die BVB Amateure dadurch wieder in der dritthöchsten deutschen Spielklasse antreten. Die DFB Richtlinien schreiben für die jeweilige Heimspielstätte aber eine Rasenheizung vor, diese gab es in der Roten Erde bisher nicht. Trotzdem durften die Dortmunder Nachwuchskicker bisher dort ihre Spiele austragen, dank einer Übergangsfrist. Da diese aber nur für eine Saison gilt, begann man nun mit dem Umbau der Roten Erde, damit diese zur neuen Saison alle Voraussetzungen erfüllt. Daher müssen die Amateure für die letzten drei Heimspiele in den großen Signal Iduna Park ausweichen. Dies war zuletzt im Januar 2013 der Fall, als eine Mittwoch-Abend Partie in der 3. Liga zwischen Dortmund II und Alemannia Aachen ins Profistadion verlegt werden musste, da es in der Roten Erde Probleme mit dem Flutlicht gab.
Der mit einer Kapazität für über 81.000 Zuschauer ausgelegte Signal Iduna Park ist für Spiele einer zweiten Mannschaft natürlich überdimensional groß, zumal Vereine wie der heutige Gast aus Berlin auch nur eine handvoll Auswärtsfahrer mitbringen. Geöffnet waren zwei Blocks auf der Westtribüne mit Sitzplätzen und zwei Stehplatz-Blöcke auf der Südtribüne. Hier fand sich auch eine Ultra-Gruppe ein, welche den BVB über die gesamten 90 Minuten anfeuerte und besang. Die 2319 Zuschauer mussten jeweils 5€ Eintritt bezahlen. Ein fairer Preis des BVB, der auf die Einnahmen aus 3. Liga Spielen wohl weniger angewiesen ist, wie andere Vereine.

#04 - 10. April 2022 - 1. FC Mönchengladbach gg FC Kray - 0:0
Oberliga Niederrhein - Abstiegsrunde - 2. Spieltag - Ernst-Reuter-Kampfbahn (Nebenplatz), Mönchengladbach - 27 Zuschauer

27 Zuschauer verirrten sich an einem Sonntag Nachmittag auf den Nebenplatz der Ernst-Reuter-Kampfbahn in Mönchengladbach. Der Kunstrasenplatz ist die Heimspielstätte des 1. FC Mönchengladbach in der Oberliga Niederrhein. Diese wurde nach der Hinrunde in der Hälfte geteilt, wodurch eine Meister- und eine Abstiegsrunde entstand. Für die Mönchengladbacher ging es in Abstiegsrunde, welche natürlich schon vom Namen her keinen hochwertigen Fußball verspricht und die Zuschauer sahen dementsprechend eine maue torlose Partie.
Sehenswerter als das Spiel ist da wohl die Geschichte des 1. FC Mönchengladbachs, welcher offiziell als ältester noch bestehender Fußballverein des Westdeutschen Fußballverbandes geführt wird. Dabei spielt man unter dem heutigen Namen erst seit dem Jahr 1950, als die beiden Stammvereine SC München-Gladbach und Eintracht München-Gladbach fusionierten. Die Gründung des SC datiert auf den 4. April 1894 und wurde nach der Fusion zum 1. FC Mönchengladbach übernommen. Der SC München-Gladbach wurde 1909 Westdeutscher Meister und fusionierte 1933 für eine kurze Zeit mit der Borussia Mönchengladbach, welche aber noch im selben Jahr wieder zurückgenommen wurde.
1957 bekam der 1. FC die Ernst-Reuter-Kampfbahn als Spielstätte zugeteilt und ist bis heute dort heimisch. Die Spiele werden mittlerweile aber allesamt auf dem Kunstrasenplatz ausgetragen, das Hauptspielfeld bleib in den letzten Jahren ungenutzt.

#05 - 14. April 2022 - SV 09/​35 Wermelskirchen gg FC Remscheid - 1:1
Landesliga Niederrhein - Gruppe 3 - 20. Spieltag - Dönges-Eifgen-Stadion, Wermelskirchen - 500 Zuschauer


Als Bergisches Derby wurden früher die Begegnungen zwischen dem FC Remscheid und dem Wuppertaler SV beziehungsweise Union Solingen bezeichnet. In Solingen gibt es keinen Spielbetrieb mehr und Wuppertal spielt nochmal zwei Spielklassen höher als Landesligist Remscheid. So macht man aus der Not eine Tugend und bewirbt seit neustem die Spiele gegen die SV Wermelskirchen als Bergisches Derby, auch wenn dies wohl eher nur als "Light-Version" bezeichnet werden kann. Aber immerhin 500 Zuschauer füllten das Dönges-Eifgen-Stadion in Wermelskirchen, an einem Donnerstagabend. Mit dabei auch die Remscheider Fanszene die zumindest in der zweiten Halbzeit mit Gesängen und Pyroeinsatz auf sich aufmerksam machten.
Gastgeber SV 09/35 Wermelskirchen spielt seit der Saison 2018/19 wieder in der Landesliga, der heutige SV entstand im Jahr 2003 durch die Fusion der SV 09 Wermelskirchen und TuRu Wermelskirchen. Nach der Gründung geriet man zunächst in einen Abwärtsstrudel und spielte zeitweise nur noch in der Kreisliga. Den größten Erfolge erreichte der Stammverein SV 09 Wermelskirchen 1988 mit dem Meistertitel der Verbandsliga und dem dazu gehörigen Aufstieg in die drittklassige Oberliga Nordrhein. Am Ende der Spielzeit 1988/89 stieg man als Tabellenvorletzter direkt wieder ab und es blieb bei einem einjährigen Gastspiel im höherklassigen Fußball.
Die Heimspielstätte war schon immer das Eifgen-Stadion welches mittlerweile noch ein lokales Unternehmen als Beinamen trägt. Bis 2019 wurden die Spiele auf Rasen ausgetragen, mittlerweile wurde das Spielfeld mit einem Kunstrasenplatz ausgestattet. Für die Zuschauer steht eine überdachte Tribüne zur Verfügung, auf welcher es wahlweise Sitz- oder Stehplätze gibt. Sehenswert ist auch der Eingangsbogen mit installiertem Kassenhäuschen. Der Rest des Stadions hat keinen weiteren Ausbau. 

#06 - 17. April 2022 - SC Verl gg 1. FC Magdeburg - 4:5
3. Liga - 34. Spieltag - Benteler-Arena, Paderborn - 2333 Zuschauer


Ein spektakuläres Spiel lieferten sich der SC Verl und der 1. FC Magdeburg in der Benteler-Arena in Paderborn. Am Ende stand ein 4:5 für Magdeburg auf der Anzeigetafel, denen damit nur noch ein Sieg für den sicheren Aufstieg in die 2. Liga fehlte. Für Verl hingegen eine ganz bittere Niederlage im Abstiegskampf, aber eine Leistung auf der sich für das Saisonfinale aufbauen lies. Der Sportklub spielt in seinem zweiten Jahr in Deutschland dritthöchster Liga und hat nach einer starken Premierensaison 2020/21 (Platz sieben in der Abschlusstabelle), nun deutlich mehr Probleme und so stand man nach der Niederlage gegen Magdeburg auf einem direkten Abstiegsplatz, hatte den Klassenerhalt aber trotzdem noch in der eigenen Hand.
Während man letzte Saison auf Grund der Corona-Pandemie noch einige Heim-Geisterspiele in der heimischen Sportclub Arena austragen durfte, spielt man die zweite Saison komplett im Exil. Zunächst war Lotte Austragungsort für die Heimspiele, für das Saisonfinale zog man in die Benteler Arena nach Paderborn um, wo man auch in der Saison zuvor bereits einige Spiele ausgetragen hatte. In der Zuschauerschnitttabelle belegt Verl wahrscheinlich auf Grund von diesen Umständen den letzten Platz, mit einer Durchschnittsbesucherzahl von knapp über 1000. Einen Großteil der Besucherzahlen stellen in Verl vermutlich die Auswärtsfahrer. Von den offiziell 2333 Fans in Paderborn gegen Magdeburg kamen 2000 aus Sachsen-Anhalt. Der Heimblock blieb weitestgehend stumm, nur wenn der motivierte Fahnenschwenker den Block von unten anheizte, gab es mal ein belustigtes "Ja lalalalala ...". Sollte der Klassenerhalt gelingen, darf man darauf hoffen in der nächsten Saison wieder in Verl zu spielen. Der DFB lockert die Richtlinien und Stadien müssen aber der Saison 2022/23 nur noch 5.000 statt wie bisher 10.000 Zuschauer fassen. In Verl laufen aktuell Umbauarbeiten die rund acht Millionen Euro kosten sollen, vielleicht eine zusätzliche Motivation für die Spieler für den Abstiegskampf der sich wahrscheinlich erst am letzten Spieltag entscheiden wird.  


#07 - 24. April 2022 - DJK Teutonia St.Tönis gg SC Union Nettetal - 1:4
Oberliga Niederrhein - Abstiegsrunde - 4. Spieltag - Jahn-Sport-Anlage, Tönisvorst - 200 Zuschauer


Die Oberliga Niederrhein ist wieder komplett. Die DJK Teutonia St. Tönis und deren Jahn-Sport-Anlage war der letzte Punkt der mit in der Liga noch fehlte. Aktuell spielen die Teutonen in der Abstiegsrunde und hatten trotz der 1:4 Niederlage gegen Nettetal noch beste Chancen auf den Klassenerhalt und das damit verbundene dritte Jahr in der Oberliga. Bis 2012 war die DJK Teil der Kreisliga B, es folgte ein überraschend schneller Aufstieg bis in die Landesliga. Am Ende der ersten abgebrochenen Corona-Saison 2019/20 stand St. Tönis auf Platz zwei der Landesliga, welcher Dank Beschluss des Fußballverbandes Niederrhein zum Oberliga-Aufstieg berechtigte. In der darauf folgenden bestritt man insgesamt nur 8 Spiele, bis Corona für eine erneute Unterbrechung sorgte. Aber die Teutonen starteten vielversprechend und holten aus den acht Spielen insgesamt vier Siege bei zwei unentschieden und zwei Niederlagen, das bedeutete Platz acht in der Tabelle zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs.
In der aktuellen Saison tat man sich zunächst schwerer und musste nach Ende der Hinrunde, den Gang in die Abstiegsrunde hinnehmen hatte aber wie bereits erwähnt den Klassenerhalt stets in der eigenen Hand. Das Jahnstadion könnte also auch nächste Saison Schauplatz von Oberliga-Spielen sein. Der Rasenplatz mit Tatanlaufbahn verfügt über keinen nennenswerten Ausbau. Auf der Hauptgerade gibt es für die Zuschauer einen ganz kleinen Ansatz einer Tribüne, welcher zumindest bei Regen ein Dach über den Kopf bietet. Im Winter wurden die Spiele auf dem benachbarten Kunstrasen ausgetragen, seit Frühlingsbeginn konnte man aber wieder auf den Hauptplatz umziehen.

Montag, 18. April 2022

#Gelesen: Fußballheimat Rheinland

"Fußballheimat Rheinland - 100 Orte der Erinnerung", der neuste Band der Fußballheimat-Reihe, welche mittlerweile aus 13. Büchern besteht und weiter fortgesetzt werden soll. Die Ausgabe von Autor Holger Hoeck über das Rheinland ist für uns natürlich besonderes interessant, da sich ein Großteil dieses Internetblogs genau mit den Orten befasst die im Buch vorgestellt werden.
Das Buch stellt 100 Orte in Kurzform vor, jeder Ort erhält zwei Seiten, eine Seite Text mit einem kurzen Abriss was den Ort besonders macht und die zweite Seite jeweils mit einem Foto und vier harten Fakten zum zuvor vorgestellten Fußballort. Eine Art Reiseführer durch das Rheinland, von Aachen im Osten, über Mönchengladbach und Köln, der Landeshauptstadt Düsseldorf bis in den Norden nach Bocholt und Rhede. Der Autor arbeitet sich alphabetisch von Stadt zu Stadt, einen Großteil nimmt dabei die Stadt Köln ein, in welcher insgesamt 38 Orte vorgestellt werden. Es sind Orte die jeder kennt wie das Rheinenergie Stadion oder das Geißbockheim, aber auch unbekanntere Orte wie das Kölner Olympiastadion. Ebenfalls ein Kapitel in dem Buch erhalten das Stadion am Hermann Löns Weg in Solingen, das Remscheider Röntgen Stadion, das Jahnstadion in Mönchengladbach, die Westkampfbahn Düren und die Krefelder Grotenburg. Allesamt Orte die wir hier schon ausführlich vorgestellt haben, bekommt ihr im Buch in Kurzform noch einmal zusammengefasst. Es ist auf der einen Seite ein Buch für Heimatliebhaber, welche die meisten Orte vermutlich schon kennen dürften. Wohin gegen auswärtige Fußballliebhaber hier Inspiration für ihre Reise ins Rheinland suchen und finden werden.

"Fußballheimat Rheinland" gibt es für 18€ beim Arete Verlag und bei Amazon

Sonntag, 13. März 2022

Groundhopping - Winter 2021/22

In der Wintersaison beginnt für den Groundhopper das große Zittern. Findet das Spiel statt? Wird es auf den Nebenplatz verlegt? Gibt es überhaupt Spiele? Man könnte natürlich in den warmen Süden reisen, aber wir haben immer noch Pandemie und auch als Hopper sollte man sich solidarisch zeigen, damit wir bald wieder mehr als nur ein OR-Code sind, der am Eingang eingescannt wird. Meinen Beitrag habe ich geleistet, der Hopping-Winter spielte sich erneut ausschließlich in Nordrhein-Westfalen ab.

#01 - 14. November 2021 - SV Hüsten gg RW Erlinghausen - 0:4
Landesliga Westfalen - Staffel 2 - 12. Spieltag - Stadion Große Wiese, Arnsberg - 140 Zuschauer


Das "Stadion Große Wiese" in Arnsberg ist die Heimatstätte des SV Hüsten aus der Landesliga Westfalen. Der Verein entstand 1999 aus der Fusion des Hüstener SV und dem SuS Hüsten. Der SuS war zuvor das sportliche Aushängeschild der Region und spielte vor allem kurz nach der Gründung im Jahr 1909 erfolgreichen Fußball und gewann zwischen 1929 und 1933 fünfmal in Folge die Südwestfalenmeisterschaft und qualifizierte sich damit jeweils für die Endrunde der Westdeutschen Meisterschaft, hier blieb man aber immer chancenlos. 1933 wurde der Klub in der neu geschaffene Gauliga Westfalen aufgenommen, die damals höchste Spielklasse im deutschen Fußball. Man war zunächst das einzige Team aus Südwestfalen, die Saison 1933/34 beendete man auf Tabellenplatz drei und hatte im Saisonverlauf dem späteren Deutschen Meister Schalke 04 die einzige Saisonniederlage beigebracht. In den Nachkriegsjahren etablierten sich die Hüstener in den oberen Ligen des Amateurfußballs, und spielten bis 1987 in der drittklassigen Oberliga Westfalen, bevor man bis in die Kreisliga durch gereicht wurde. Seit der Fusion 1999 zum heutigen SV Hüsten ging es langsam wieder bergauf, 2003 schaffte man den Aufstieg in die Bezirksliga, konnte diese aber nicht halten und musste zurück in die Kreisliga. Zum 100. Vereinsgeburtstag 2009 erreichte man dort wieder den Meistertitel und kehrte in die Bezirksliga zurück. Seit der Saison 2010/11 ist man mit einem Jahr Unterbrechung Teil der Landesliga Westfalen.
Seit der Saison 1978/79 ist das Stadion Große Wiese die Heimat des Hüstener Fußballs, das Stadion mit Leichtathletik-Laufbahn und Anlagen wurde nach einer fast 10 jährigen Planungs- und Bauphase eröffnet. Mit einer Kapazität von bis zu 13.000 Zuschauern ist die Große Wiese das größte Stadion im Hochsauerlandkreis, auf einer großen überdachten Sitzplatztribüne finden 2.650 Menschen einen Platz.
Im Stadion trugen schon einige namhafte Vereine Testspiele aus, so waren unter anderem schon der FC Bayern, Borussia Dortmund und Schalke 04 zu Gast in Hüsten, aber auch internationale Klubs wie Ajax Amsterdam oder Beşiktaş Istanbul. Dazu wurden im Stadion bereits fünf Länderspiele ausgetragen, überwiegend von Deutschen Nachwuchsnationalmannschaften. Im März 2003 bestritt die Deutsche Frauennationalmannschaft einen Freundschaftsspiel gegen China im Stadion Große Wiese.
Jede Menge prominente Gäste und auch am Tag meines Spielbesuchs lies sich ein weiterer bekannter Name in Hüsten blicken. BVB Boss Aki Watzke besuchte in der Bundesliga-Pause seinen Heimatverein aus Erlinghausen und verfolgte von der Tribüne wie seine Mannschaft die Hüstener mit 0:4 besiegte.

#02 - 5. Dezember 2021 - Spvgg. Sterkrade-Nord gg Ratingen 04/19 - 2:0
Oberliga Niederrhein - 15. Spieltag - Nordler Park, Oberhausen - 118 Zuschauer


Ein erster Schritt um alle Oberligen in NRW wieder zu komplettieren wurde mit dem Besuch bei der SpVgg Sterkrade-Nord gemacht. Der Stadtteil Verein aus Oberhausen war letztes Jahr in die Oberliga Niederrhein aufgestiegen, konnte damals auf Grund der abgebrochenen Saison allerdings trotz Planung nicht gestreift werden. Nun konnte das Kreuz dann aber doch gesetzt werden, der Kunstrasenplatz im heimischen Nordler Park war aber mehr eine Pflichtaufgabe. Auf der Hauptgerade gibt es eine kleine überdachte Tribüne, welche aber soweit vom Spielfeld weg ist, dass man von dort kaum was vom Spielgeschehen mitbekommt. Auf der Gegengerade sind drei Reihen Sitzbänke in einen Grashang installiert wurden. Diese sind komplett der Witterung ausgesetzt und in einem dementsprechenden Zustand.
Die Oberliga Niederrhein hat sich einen neuen Modus ausgedacht um die Saison endlich mal wieder durchspielen zu können. Die Tabelle wird nach der Hinrunde zweigeteilt, die ersten elf Mannschaften der Tabelle spielen an die Aufstiegsrunde während die Plätze 12 bis 23 die Abstiegsrunde spielen müssen. Für Sterkrade wird es ziemlich sicher in der Abstiegsrunde nur um den Klassenerhalt geben, bei meinem Spielbesuch gegen Ratingen, konnten die Heimmannschaft erst ihren zweiten Saisonsieg verbuchen und rangierte auf dem 23. und letzten Tabellenplatz. Ein Jahr zuvor, als die Saison im November abgebrochen wurde hatte man als Aufsteiger von zehn Spielen immerhin fünf gewonnen und stand zum Zeitpunkt des Abbruches auf einem guten sechsten Tabellenplatz.

#03 - 9. Dezember 2021 - SV Eintracht Hohkeppel gg 1. FC Düren - 1:3
Mittelrheinpokal - Achtelfinale - Achim Lammers Waldstadion, Lindlar - 458 Zuschauer


Mal wieder zu Gast in Lindlar, ein Ort der diesen Blog schon länger verfolgt. Diesmal ging es zur aktuellen Nummer 1 der Gemeinde, der SV Eintracht Hohkeppel spielt mittlerweile in der Landesliga und damit höher als alle anderen Lindlarer-Vereine. Der Schritt nach oben kam schnell, bis 2016 spielte man nie höher als in der Kreisliga, steckte zu Beginn der 2000er Jahre sogar in den Tiefen der Kreisliga C fest. Mit dem Einstieg eines Geldgebers veränderten sich schnell die Voraussetzungen und man marschierte schnell über die Bezirksliga in die Landesliga. Der Kader besteht mittlerweile größtenteils aus Vertragsamateuren von denen die wenigstens aus Lindlar kommen dürften. Als Fernziel scheint man die Regionalliga im Blick zu haben, bis dahin liegt aber noch ein weiter Weg vor der Truppe. In der Landesliga lag man zum Ende der Hinrunde auf dem vierten Tabellenplatz, hatte die Tabellenspitze aber noch im Blick und wird in der Rückrunde sicherlich um den Aufstieg in die Mittelrheinliga mitspielen. Davor gab es mit dem Achtelfinalspiel im Mittelrheinpokal gegen den 1. FC Düren quasi noch das Alternativprogramm zum Ligaalltag. In einer rassigen Partie verloren die Hohkeppler gegen den Pokalsieger von 2020 mit 1:3. Die Gastgeber spielten dabei einen Großteil der Begegnung in Unterzahl nachdem bereits in den Anfangsminuten ein Spieler nach einem über motivierten Zweikampf mit einer glatten roten Karte vom Platz gestellt wurde.
Auf die ganz großen Spiele müssen die Hohkeppler und das "Achim Lammers Waldstadion" also noch warten. Der Ortsteil Hohkeppel verfügt über keinen eigenen Sportplatz, die Heimspielstätte liegt am Rande des benachbarten Ortsteil Köttingen. Der Kunstrasenplatz ohne nennenswerten Ausbau, ist nach einem 2017 verstorbenen langjährigem Vorstandsmitglied benannt.

#04 - 19. Dezember 2021 - Rot-Weiß Hünsborn gg FC Arpe-Wormbach - 0:4
Landesliga Westfalen - Staffel 2 - 16. Spieltag - WeberHaus-Arena, Wenden - 75 Zuschauer


Jahresabschluss bei Rot-Weiß Hünsborn in der WeberHaus-Arena. Wieder mal ein kommerzieller Name für einen reinen Amateurplatz, wobei sich hier das Engagement wirklich der Umgebung passt. Der Kunstrasenplatz befindet sich nämlich in Mitten einer WeberHaus Musterstadt, wo sich Interessierte ihr zukünftiges Haus schon mal in Farbe angucken können. Die Anlage des Landesligisten ist ziemlich weitläufig, mit einem großen Vereinsheim, welches sich über die komplette Hauptgerade zieht. Neben den Umkleiden und Lagerräumen, ist hier auch eine frisch renovierte Eckkneipe vorhanden, in welcher während der Spiele Getränke und Kuchen verkauft werden. Die Stadionwurst gibt es in einer kleinen eigenen Bude in einer der Kurven. Vor dem Vereinsheim gibt es zwei Stufen und das Vordach bietet einem Schutz vor schlechter Witterung. Daneben befindet sich noch eine kurze Reihe Sitzschalen, welche allerdings nicht Wetter geschützt ist. Weiteren Ausbau gibt es auf dem Löffelberg, so wird die Anlage im Volksmund genannt, nicht. Von der "Imbissbuden-Kurve" hat man allerdings einen fantastischen Blick auf das Spielfeld, da sich diese erhöht auf einem Graswall befindet.
Die Hünsborner sind mittlerweile fester Bestandteil der Landesliga Westfalen und spielen aktuell ihre zwölfte Saison in Folge in der siebtklassigen Liga.

#05 - 15. Januar 2022 - FC Germania Teveren gg SC Fortuna Köln - 0:5
Mittelrheinpokal - Achtelfinale - NG Perfumes Stadion, Geilenkirchen
- 511 Zuschauer


Auftakt in ein hoffentlich ausführliches Hopperjahr 2022. Bereits Mitte Januar gab es Pflichtspiel-Fußball. Im Mittelrheinpokal musste noch das Achtelfinale zwischen Germania Teveren und Fortuna Köln ausgespielt werden. Corona wird dem geneigten Groundhopper aber wohl auch im neuen Jahr wieder einige Probleme machen. Die Maßnahmen werden mittlerweile fast täglich angepasst, vier Tage vor dem Spiel hieß es zunächst es dürfen nur Sitzplätze verkauft werden und es werde keine Tageskasse geben. Dann änderte das Land NRW die Regelungen für den Amateursport erneut und setzte eine Zuschauergrenze von 750 fest, wodurch zwei Tage vor Anpfiff der Partie plötzlich doch eine Tageskasse angekündigt wurde. Das ganze Wirrwarr muss doch den ein oder anderen willigen abgeschreckt haben. Schlussendlich sollen 511 Zuschauer vor Ort gewesen sein, unter normalen Umständen wäre da sicherlich mehr drin gewesen, mich hat es tatsächlich überrascht, dass die 750 Zuschauer nicht erreicht wurden.
Gastgeber Teveren aus Geilenkirchen hat eine durchaus sehenswerte Geschichte. Ende der 1990er Jahre spielte man zwei Jahre in der drittklassigen Regionalliga West/Südwest und wurde so einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Gespielt wird sein eh und je im Heidestadion, welches seit ein paar Jahren den einprägsamen Namen "NG Perfumes Stadion" trägt. Auf dem Torbogen am Eingang liest man allerdings noch den traditionellen Namen. Die Spielstätte ist ein reines Fußballstadion mit Rasenplatz und einer kleinen Sitzplatztribüne auf der Hauptgeraden. Die Gegengerade ist ein Graswall in denen Wellenbrecher installiert wurden sind. Rasenplatz ohne Heizung, das heißt Mitte Januar schlechte Platzverhältnisse und ein grau in graues Wetter ließ einen echte Amateur-Fußball-Atmosphäre spüren. Der Regionalligist aus Köln gewann souverän mit 0:5, was für Germania Teveren das Pokalaus bedeutetet. Ende Februar geht für die Geilenkirchner dann in der Landesliga mit Pflichtspielen weiter.

#06 - 30. Januar 2022 - TSV Weißtal gg TuS Langenholthausen - 5:1
Landesliga Westfalen - Staffel 2 - 13. Spieltag - Henneberg-Arena, Wilnsdorf - 120 Zuschauer


Die Landesliga Westfalen war die erste Amateurliga die in Nordrhein-Westfalen aus einem kurzen Winterschlaf erwarte, Ende Januar wurden erste Nachholspiele ausgetragen, eine Woche später fand der erste reguläre Spieltag der Rückrunde statt. Zum Nachholspiel lud der TSV Weisstal in die Henneberg-Arena ein. Der Verein südlich von Siegen entstand im Jahr 1971 aus der Fusion von SV Rudersdorf und SC Schwarz-Weiß Gernsdorf, das sind zwei benachbarte Orte die zur Gemeinde Wilnsdorf gehören. Die heimische Henneberg Arena steht im Ortsteil Gernsdorf und ist seit der Gründung die Heimat des heutigen Landesligisten. Ende der 2000er Jahre war man für vier Spielzeiten Teil der Verbandsliga, 2014 landete man kurzzeitig in der Kreisliga, bevor man 2020 über die Bezirksliga in die Landesliga aufstieg, in der man heute spielt.
Die Henneberg-Arena ist ein reines Fußballstadion mit einem Kunstrasen Geläuf. Die Kapazität von 3000 Zuschauern kommt hauptsächlich über einen massiven Ausbau auf der Hauptgerade zu Stande. Hier wurde in einen Grashang eine unüberdachte Sitzplatztribüne installiert, welche sich über drei Ebenen erstreckt. Der Begriff Arena ist trotzdem weit hergeholt, der Rest des kommt ohne Ausbau daher.

#07 - 11. Februar 2022 - SV 09 Otzenrath gg VfB 08 Hochneukirch - 1:1
Kreisliga B Mönchengladbach-Viersen - 18. Spieltag - Sportanlage Jahnstraße, Jüchen - 210 Zuschauer


Derby in der Kreisliga B Mönchengladbach-Viersen. An einem Freitagabend trafen die benachbarten Orte Otzenrath und Hochneukirch unter Flutlicht aufeinander und das auf dem Rasenplatz der Gastgeber. Es gibt tatsächlich keine Ausweichmöglichkeit, weder ein Kunst- noch ein Ascheplatz ist vorhanden. Umso überraschender, dass das Spiel tatsächlich stattfand und nicht witterungsbedingt abgesagt wurde. Die Platzverhältnisse waren trotz eisiger Temperaturen und viel Regen im Vorfeld bemerkenswert gut und der Ball rollte problemlos über das Grün. 210 Zuschauer fanden sich auf der Sportanlage Jahnstraße ein und sahen ein umkämpftes 1:1 unentschieden. Die meisten Zuschauer verfolgten das Spiel von der nicht ausgebauten Hauptgerade, der Rest des Platzes ist von einem Grashang umgeben. Wer gerne klettert findet dort einen erhöhten Blick auf das Spielfeld.
Die Partie zwischen Otzenrath und Hochneukirch wäre früher kein Derby gewesen. Der Ortsteil Otzenrath, der zur Gemeinde Jüchen gehört, wurde zu Beginn der 2000er Jahre umgesiedelt. Der ehemalige Ort musste dem Braunkohletagebau Garzweiler komplett weichen. Das letzte was von Alt-Otzenrath übrig war, war der Sportplatz die ehemalige Heimat des SV Otzenrath, dieser diente bis zuletzt als Materiallager. Sowohl (Alt-)Otzenrath, als auch in (Neu-)Otzenrath befand beziehungsweise befindet sich der Sportplatz an der Jahnstraße.

#08 - 12. Februar 2022 - Bonner SC gg 1. FC Köln II - 1:3
Regionalliga West - 25. Spieltag - Sportpark Pennenfeld, Bonn - 750 Zuschauer (ausverkauft)


Für die Rückrunde der Regionalliga West Saison 2021/22 muss der Bonner SC seine eigentliche Heimat den Sportpark Nord verlassen und spielt seine Heimspiele vorübergehend im Sportpark Pennenfeld im Bonner Süden. Am Sportpark Nord finden zur Zeit Sanierungsarbeiten statt die voraussichtlich bis in den Sommer andauern werden. Für den Bonner SC ist das Stadion bei Bad Godesberg schon öfters ein Ausweichquartier gewesen, hier spielte man beispielsweise 2006 vor und während der Fußball-Weltmeisterschaft als die Japanische Nationalmannschaft den Sportpark Nord als Trainingszentrum nutzten. Seit 2018 erstrahlt der Sportpark Pennenfeld in neuem Glanz, im Zuge der Modernisierung verringerte sich das Fassungsvermögen von einstmals 11.000 Zuschauer auf nur noch knapp 5.500. Eröffnet wurde das Stadion 1973, damals bestand der komplette Umlauf noch aus Stehrängen, die in die überdachte Haupttribüne übergingen. Die Tribüne ist geblieben, die Stehplätzen wurden dagegen weitestgehend zurück gebaut. Nur auf der Gegengerade befinden sich noch ein Ausbau in Form von Stehstufen, welche bei Risikospielen wohl als Auswärtsblock dienen soll. Von der Haupttribüne sieht man im Hintergrund das komplette Siebengebirge, ein fantastisches Panorama also.
Das Spiel gegen die zweite Mannschaft vom FC Köln war Coronabedingt mit 750 Zuschauern offiziell ausverkauft. Der Gastgeber hatten den Karnevalsspieltag ausgerufen und liefen in Sondertrikots auf, zu dem gab es vor dem Anstoß den Auflauf des Bonner Prinzenpaar samt musikalischer Begleitung. Zur Krönung des Tages fehlten den Bonner nur die drei Punkte die, die Kölner mit nach Hause nahmen. Den Abstiegskampf muss der Bonner SC im Sportpark Pennenfeld annehmen, den dort steckt der Verein mittendrin.

#09 - 13. Februar 2022 - SC 1936 Grimlinghausen gg SVG Grevenbroich 1988 - 0:1
Kreisliga A Grevenbroich Neuss - 18. Spieltag - BZA Grimlinghausen (Hartplatz), Neuss
- 100 Zuschauer


Das Wochenende begann in Otzenrath, von dort aus führte der Weg nach Bonn und sollte eigentlich mit einem Besuch in Krefeld enden. Ein Kreispokalspiel von Preußen Krefeld war in der Hubert Houben Kampfbahn angesetzt, was auf Fußball.de steht ist aber nicht immer Gesetz und auch die einschlägigen Seiten des Gastgebers gaben keine Informationen her. Es kam wie es kommen musste, das Spiel fand fast schon wie befürchtet auf dem Ascheplatz statt. Die Kampfbahn war zwar offen, der Rasenplatz allerdings gesperrt. So blieb es bei einer kurzen Stadionrunde und es ging zurück zum Auto um Plan B anzufahren. Es ging nach Neuss zum SC Grimlinghausen der in einem Kreisliga A Spiel auf die SVG Grevenbroich traf. Große Ernüchterung, auch hier wurde das Spiel auf den Hartplatz verlegt. Der benachbarte Rasenplatz wurde leider auch hier geschont. Der Ascheplatz in der BZA Grimlinghausen verfügt über keinerlei Ausbau, die Spiele lassen sich aber von einem Deich aus verfolgen, welcher die Plätze von Flüsschen Erft abgrenzt. Irgendwann wird mich der Weg erneut hier hinführen um auch den Rasenplatz in die Statistik aufnehmen zu können. Gleiches gilt natürlich auch für das Kreuz der Hubert Houben Kampfbahn in Krefeld.

#10 - 27. Februar 2022 - SC Reusrath gg SV Bergisch Gladbach - 2:4
Testspiel - Hans-Klosterkamp-Sportplatz, Langenfeld
- 50 Zuschauer


Der SC Germania Reusrath darf als ein Profiteur der Corona-Pandemie bezeichnet werden. Im Fußballverband Niederrhein wurde entschiedenen, dass die Hinrundentabelle der abgebrochenen Saison 2019/20 gewertet wird, da die Reusrather "Herbstmeister" der ersten Corona-Saison waren, stieg man von der Bezirks- in die Landesliga auf. Die folgende erste Saison in der neuen Liga wurde dann nicht gewertet und die SC konnte nur fünf Spiele (2 Siege - 3 Niederlagen) bestreiten. Die aktuelle Spielzeit scheint nun wieder ordnungsgemäß über die Bühne gehen zu können. Nach der Hinrunde stand der Stadtteilverein aus Langenfeld im gesicherten Mittelfeld. In Vorbereitung auf die Rückrunde empfing man auf dem heimischen Hans-Klosterkamp-Sportplatz den klassenhöheren SV Bergisch Gladbach zu einem Testspiel. Der Kunstrasenplatz der nach einem langjährigen ersten Vorsitzenden benannt ist, ist erst im September 2004 eröffnet wurden und seitdem die Heimat der Germania. Zuvor war der Ascheplatz am Hagelkreuz die Spielstätte gewesen. Der neue Platz verfügt über minimalen Ausbau auf der Gegengerade in Form einer unscheinbaren dreistufigen Traverse, am Eingang informiert eine kleine Gedenktafel über den Namensgeber des Grounds.

#11 - 27. Februar 2022 - GSV Langenfeld-Wiescheid gg Post SV Solingen - 9:1
Kreisliga A Solingen - 19. Spieltag - Brombeerstadion, Langenfeld
- 50 Zuschauer


Zum Abschluss der "Wintersaison" gab es dann tatsächlich noch einen Doppler. Von Reusrath ging es etwa 7 Kilometer nach Wiescheid, einem weiteren Stadtteil von Langenfeld. Hier gab es Pflichtspiel-Fußball in der Kreisliga A Solingen zwischen GSV Langenfeld-Wiescheid und Post SV Solingen und das ganze im spektakulär klingenden Brombeerstadion. Über die Herkunft des Namens habe ich keinerlei Informationen entdecken können. Auf der Webseite des Gastgebers steht lediglich, dass das Stadion im Jahr 1968 eröffnet wurde und seitdem die Heimspielstätte des heutigen Kreisligisten ist. In der Geschichte schaffte es der GSV nie über die Bezirksliga hinweg, zuletzt stieg man 2007 in diese auf fand sich eine Saison später aber sofort in der Kreisliga wieder.
Die Lage des Kunstrasenplatzes ist aber doch idyllisch, direkt am Rande eines Waldstück hinter einem Romantikhotel, werden die Spiele ausgetragen. Hinter der Gegengerade befindet sich eine stark befahrene Bahntrasse, im 3 Minuten-Takt donnern hier Güter-, Schnell- und Regionalzüge am Spielfeld vorbei.