Mittwoch, 17. Juni 2020

Historische Grounds #05 - Grotenburg-Stadion in Krefeld

Mit Veröffentlichung dieses Beitrag war es genau 25 Jahre her, als der FC Bayer 05 Uerdingen sein letztes Spiel als Werksmannschaft austrug. Am Ende der Bundesliga-Saison 1994/95 zog sich die Bayer AG als Sponsor vom Krefelder Verein zurück und aus Bayer Uerdingen wurde der KFC Uerdingen. Am 17. Juni 1995 verabschiedete man den langjährigen Hauptsponsor mit einem 3:2 Heimsieg gegen Borussia Mönchengladbach, dadurch wurde auch der vor Saisonbeginn wenig wahrscheinliche Bundesliga-Klassenerhalt endgültig in trockene Tücher gebracht. Eine Saison später folgte dann unter neuem Namen der Abstieg in die 2. Bundesliga, der Beginn eines steilen Abstiegs, welcher Ende der 2000er Jahre sogar in die sechstklassige Verbandsliga führen sollte. In den letzten Jahren wendete sich das Blatt in Uerdingen aber wieder und man marschierte innerhalb von zwei Spielzeiten von der Oberliga über die Regionalliga bis in die 3. Liga und war damit wieder im überregionalen Fußball angekommen. Der Meistertitel der Regionalliga West in der Saison 2017/18 und der damit verbundene Aufstieg (nach Relegationssieg gegen Waldhof Mannheim) wurde aber auch mit einem weinenden Auge aufgenommen, stellte er doch auch vorerst das Ende der Uerdinger Heimspielstätte da. Das legendäre Grotenburg-Stadion entsprach nicht den DFB-Richtlinien für Partien in Liga drei, sodass der KFC in seiner ersten Drittliga-Saison nach Duisburg ausweichen musste und mittlerweile in Düsseldorf seine Heimspiele austrägt. Eine Rückkehr in die Grotenburg ist aktuell für die Saison 2021/22 geplant, sollte die Sanierung der Spielstätte bis dahin abgeschlossen sein. Wie wichtig die Festung Grotenburg für den KFC ist, zeigt ein kurzer Blick in die Statistik. Bereits für das Relegationshinspiel gegen Waldhof Mannheim musste der KFC nach Duisburg ausweichen, zu diesem Zeitpunkt war man auf Ligaebene in der heimischen Grotenburg seit über zwei Jahren ungeschlagen. Somit ist bis heute (Stand: Juni 2020) der FC Bocholt das letzte Team, welches den KFC Uerdingen bei einem Ligaspiel in der Grotenburg besiegen konnte. Bocholt gewann am 3. April 2016 mit 1:2, eine weitere Niederlage gab es nur noch im Februar 2018 als Uerdingen das Viertelfinale im Niederrheinpokal vor heimischer Kulisse mit 0:2 gegen Rot Weiss Oberhausen verlor.
Sollte die anvisierte Rückkehr in die Grotenburg in der Saison 2021/22 Realität werden, würde die Geschichte der Traditionsspielstätte weiter geschrieben. Diese Geschichte begann mit der Eröffnung am 18. September 1927, damals noch unter dem Namen Grotenburg-Kampfbahn. Fußball spielte in der Anfangszeit der Grotenburg maximal eine Nebenrolle, trotzdem fand bereits während der Eröffnung ein Fußballspiel im neuen Stadion statt. Im Rahmen eines großen Sportfestes trat eine  Krefelder Stadtauswahl gegen den DFC Prag an, weder das Ergebnis noch die Zuschauerzahl scheint überliefert. Die Grotenburg-Kampfbahn hatte nach der Eröffnung ein Fassungsvermögen von 12.000 Zuschauern inklusive einer Tribüne auf der heutigen Nordseite, die restlichen Seiten waren damals noch reine Stehwälle. Hauptsächlicher Nutzer der Anlage waren damals Leichtathleten, für die das Stadion ursprünglich auch gebaut wurde. In den Anfangsjahren veränderte sich das Erscheinungsbild der Grotenburg kaum, trotzdem stellte ein Fußballspiel im September 1936 einen ersten Zuschauerrekord auf. 18.000 Menschen verfolgten ein Länderspiel zwischen Deutschland und Luxemburg, welches die DFB Elf mit 7:2 gewinnen konnte, Doppeltorschütze damals die Schalker Legende Ernst Kuzorra. Es ist bis heute das einzige Länderspiel der A-Nationalmannschaft, welches in Krefeld ausgetragen wurde. Der Fußball rückte erst ab den 1960ern Jahren verstärkt in den Fokus der Grotenburg, es war allerdings der benachbarte TUS Duisburg 48/99 (in anderen Quellen auch TSV Duisburg 48/99), der die Grotenburg erstmals als seine Heimspielstätte bezeichnen durfte. Der TUS qualifizierte sich 1963 für die neu geschaffene Regionalliga West, damals die zweithöchste Spielklasse unter der Bundesliga. In Duisburg gab es damals einen Überschuss an Vereinen und das Wedau-Stadion war bereits die Spielstätte von drei anderen Mannschaften. Der TUS entschied sich deshalb für den Umzug nach Krefeld, dies schmeckte wiederum den dortigen Vereinen nicht, die einen Zuschauereinbruch befürchteten. Der Fall landete schlussendlich vor einem Sportgericht, welches dem TUS die Spielgenehmigung für die Grotenburg erteilte. Nach einer Saison war das Intermezzo aber bereits wieder beendet, der TUS Duisburg stieg als Tabellenvorletzter ab und verschwand nach einer Fusion mit dem Duisburger SpV kurze Zeit später sogar ganz vor der Bildfläche. Was bleibt von der Duisburger Zeit in der Grotenburg sind 12.000 Zuschauer, die jeweils zu den Spielen gegen Aachen und Düsseldorf kamen. Danach lag die Grotenburg aus fußballerischer Sicht zunächst wieder brach. Am 12.7.1969 waren es dann erneut Vereine von außerhalb der Krefelder Stadtgrenzen, die die Grotenburg mit 12.000 Zuschauern füllten. Im Finale um die Deutsche Amateurmeisterschaft besiegte damals der SC Jülich die SpVgg Erkenschwick mit 2:1.
Erst ab den 1970er Jahren spielte dann endlich eine Krefelder Fußball-Mannschaft dauerhaft in der Grotenburg und die Geschichte des 1953 entstandenen FC Bayer 05 Uerdingen und des Grotenburg Stadions sind bis heute eng miteinander verbunden. Fußball wurde in Uerdingen, welches erst seit 1929 zu Krefeld gehört, zuvor war man eigenständig, bereits vor 1953 gespielt. Der Stammverein FC Uerdingen 05 wurde im November 1905 gegründet, dieser fusionierte während des 2. Weltkriegs mehrfach mit verschiedenen Krefeldern Vereinen, meist erfolglos. Erst die Fusion 1953 mit der Uerdinger Werkssportgruppe der Bayer AG war der Startpunkt zu einer Jahrzehnten langen Erfolgsgeschichte. Bayer startete nun durch und arbeitete sich im Ligensystem immer weiter nach oben, 1971 war der Aufstieg in die zweitklassige Regionalliga West der vorläufige Höhepunkt. Nun stand man vor einer Stadionfrage, die eigentliche Heimspielstätte, das Stadion am Löschenhofweg, entsprach nicht mehr den Standarts. So zog man vom Stadtteil Uerdingen nach Krefeld-Bockum in die Grotenburg-Kampfbahn und fand hier seine neue Heimat. Mit Einzug der Bayer-Elf veränderte sich zusehend auch das Erscheinungsbild des Stadions in direkter Nachbarschaft zum Krefelder-Zoo. Das Fassungsvermögen von 18.000 reichte in den drei Regionalligaspielzeiten zwischen 1971/72 und 1973/74 noch aus, doch schnell begannen Planungen das Stadion weiter auszubauen. Mit der Qualifikation zur neu gegründerten 2. Bundesliga Nord in der Saison 1974/75 begannen die Erweiterungsmaßnahmen und wurden rechtzeitig zum ersten großen Spiel der Uerdinger Fußballgeschichte fertiggestellt. Die Saison in der 2. Bundesliga Nord beendete man hinter Meister Hannover 96 auf Platz zwei, dies hatte zwei Aufstiegsspiele gegen den zweiten der Südstaffel zur Folge. Man bekam es mit dem FK Pirmasens zu tun, das Hinspiel ging 4:4 aus, Uerdingen musste das Rückspiel in der Grotenburg nur gewinnen und der erste Bundesliga-Aufstieg wäre in Stein gemeißelt. Gesagt, getan! Pirmasens war in der Grotenburg chancenlos und wurde mit 6:0 sprichwörtlich an die Wand gespielt, das Spiel sahen 22.000 Zuschauer, die damit einen neuen Zuschauerrekord aufstellten. Mit dieser Partie wurde die Haupttribüne auf der Südseite eingeweiht, diese umfasst 4.000 Sitzplätze in Kombination mit 3.500 vorgelagerten überdachten Stehplätzen. In der Bundesliga hielt man sich zunächst nur eine Saison, trotzdem wurde die Grotenburg weiter ausgebaut. 1976 wurden dank der finanziellen Unterstützung der Bayer AG die mittlerweile vom DFB geforderte Flutlichtanlage installiert. Mit dem zweiten Uerdinger Bundesliga-Aufstieg 1979 begann der Ausbau der Westkurve, diese bot nach Fertigstellung 10.210 Zuschauern Platz und wurde im Dezember 1979 im Rahmen eines Bundesligaspiels gegen den 1. FC Köln eingeweiht. Das Fassungsvermögen stieg somit weiter auf nunmehr 28.000, ausverkauft wurde die Grotenburg zunächst aber nicht mehr. Einen neuen Zuschauerrekord gab es im Mai 1980, als 25.000 Menschen ein Abstiegsduell gegen den MSV Duisburg sehen wollten. Uerdingen konnte damals gewinnen und hielt sich für ein weiteres Jahr im deutschen Fußballoberhaus, bevor man ein Jahr später wiederum den Gang in die mittlerweile eingleisige 2. Bundesliga antreten musste. Dies war der Beginn der wilden 80er Jahre in Uerdingen, die von zahlreichen Highlights geprägt sein sollten.
Ein erstes Highlight waren die Bundesliga Relegationsspiele gegen Schlake 04 im Juni 1983, zum Hinspiel kamen 26.000 Fans und sahen einen 3:1 Uerdinger Sieg, welcher den Grundstein zum dritten Bundesliga Aufstieg darstellte. Im Buch "111 Gründe, den KFC Uerdingen zu lieben", ordnet Autor Christian Krumm diese Relegationsspiele gegen Schalke noch vor weiteren großen Spielen ein die in den nächsten Jahren noch folgen sollten. Zurück in der Bundesliga purzelt im November 1983 der nächste Zuschauerrekord, als 27.000 Zuschauer dem Niederrhein-Derby Bayer Uerdingen gegen Borussia Mönchengladbach beiwohnten. Im Oktober 1984 wird die erste Anzeigetafel in der Grotenburg installiert, weitere Baumaßnahmen folgten in der Sommerpause 1986.
Davor gab es aber noch das Spiel der Spiel. Der Tag, an dem die Grotenburg weltberühmt wurde und sich für immer in den Geschichtsbüchern verewigte. Bayer Uerdingen hatte sich durch den sensationellen Sieg im DFB Pokal Finale 1985 gegen den FC Bayern München für den Europapokal der Pokalsieger qualifiziert, spielte sich bis in das Viertelfinale vor und bekam hier Dynamo Dresden aus der DDR zugelost. Vor allem für die Vereine aus dem Osten waren diese Ost-West Duelle immer von besonders hohem Erwartungsdruck geprägt, Dresden gewann das Hinspiel 2:0 und trat am 19. März 1986 zuversichtlich die Reise in den Westen an. Als man nach der ersten Halbzeit 1:3 führte, schien der Halbfinaleinzug von Dynamo nur noch Formsache zu sein, doch es folgten 45 Minuten, die heute als "Das Wunder von der Grotenburg" bekannt sind. Bayer Uerdingen schoss in der zweiten Halbzeit sechs Tore, gewann das Spiel mit 7:3 und zog in das Europapokal Halbfinale ein. Ein Spiel zu dem es zahlreiche weitere Geschichten, sowohl auf als auch neben dem Platz gibt. So war es beispielsweise für Dynamo Torwart Bernd Jakubowski das letzte Spiel seiner Karriere, als er sich bei einem Zusammenprall in der ersten Halbzeit die Schulter brach und nie wieder ein Spiel bestreiten konnte. Der Dresdner Spieler Frank Lippmann setzte sich nach dem Spiel von seiner Mannschaft ab und verblieb in der Bundesrepublik. Zu dem Spiel gibt es unzählige Literatur, unter anderem eine 45-minütige WDR Dokumentation oder das Buch "Weltjugend bis Kernschmelze: 10 Tore für die Ewigkeit" von Steffen Pockart, welches aber aus Dynamo Sicht verfasst wurde. Von den Fachjournalisten der "11Freunde" wurde die Begegnung zwischen Uerdingen und Dresden zum "größten Fußballspiel aller Zeiten" gewählt. Im Halbfinale bekam es Bayer Uerdingen mit Atletico Madrid zu tun, hier schied man zwar aus, konnte die Grotenburg aber erstmals in der Geschichte bis auf den letzten Platz ausverkaufen. In der Bundesliga erlebte man ebenfalls seine erfolgreichste Spielzeit und fand sich am Ende der Saison 1985/86 auf dem dritten Tabellenplatz wieder.
Diese sportlichen Erfolge hatten dann den weiteren Ausbau der Grotenburg im Sommer 1986 zur Folge, so wurde die alte Nordtribüne abgerissen und durch eine neue reine Sitzplatztribüne ersetzt, auch die Ostkurve wurde entfernt und durch eine unüberdachte Stehplatztribüne mit Platz für 12.000 Zuschauer ersetzt. Ebenfalls die Südtribüne wurde im Zuge dieser Baumaßnahmen modernisiert. Nach dem die gesamten Umbaumaßnahmen abgeschlossen waren, war die Grotenburg-Kampfbahn Geschichte und nun mehr eine reine Fußballarena, da man die Leichtatheltik-Laufbahn entfernt hatte, in Zuge dessen wurde der Beiname Kampfbahn aus dem Stadionnamen gestrichen und offiziell in "Grotenburg Stadion" abgeändert, welches nun 30.000 Menschen fassen konnte. Ausverkauft wurde das Stadion unter dem neuen Namen erstmals im November 1986, als der FC Barcelona im Uefa-Pokal Achtelfinale zu Gast in Krefeld war. Das war gleichzeitig bis heute auch der letzte große internationale Auftritt einer Uerdinger Fußballmannschaft. Ende der 80er und Anfang der 90er-Jahre war die Bayer-Elf noch mehrfach im Intertoto Cup aktiv und konnte diesen viermal gewinnen, die Uerdinger sind damit Rekordsieger des 2008 eingestellten Wettbewerbs.
Nach Fertigstellung der Ostkurve stieg das Fassungsvermögen weiter auf 35.700 Zuschauer an und gilt als die größte Zuschauerkapazität welche die Grotenburg jemals fassen konnte. Als 1990 eine neue digitale Anzeigetafel in der Ostkurve installiert wurde, musste das Fassungsvermögen erstmals nach unten korrigiert werden und betrug daraufhin noch 34.500. Die alte Anzeigetafel in der Westkurve, welche noch von Hand bedient werden musste, verschwand aus der Grotenburg und steht nun in der "Hubert-Houben-Kampfbahn" im Krefelder Stadtteil Kliedbruch.
Der bis heute gültige Zuschauerrekord der Grotenburg ist datiert auf den 5.11.1994, als der FC Bayern München mal wieder in Krefeld gastierte. Das Spiel endete aus Uerdinger Sicht mit einem umjubelten 1:1 unentschieden. Es war gleichzeitig auch das letzte Mal, dass man die Bayern als Bayer Uerdingen empfang. Am Ende der Saison zog sich die Bayer AG dann als Sponsor zurück und der KFC Uerdingen war geboren. Unter dem neuen Namen verbrachte man dann noch eine Saison im Oberhaus, bevor man 1996 abstieg. 14 Jahre war man somit Teil der ersten Bundesliga. Mit dem Ausstieg von Bayer und den Abstieg aus der Bundesliga begannen der langsame Untergang des Traditionsklubs. Auch das Grotenburg-Stadion wurde immer mehr vernachlässigt und kam in die Jahre, trotzdem blieb es auch in den dunkelsten Zeiten die Heimspielstätte der Uerdinger. Selbst in der Verbandsliga spielte man noch im altgedienten Stadion, nur hießen die Gegner nun nicht mehr Bayern oder Mönchengladbach sondern Viktoria Goch oder FC Wülfrath. Zeitweise stand die Zukunft des Stadions sogar auf ganz wackeligen Beinen, so gab es Ende der 1990er Jahre den Plan für ein "Grotenburg-Einkaufcenter" auf dem Standort des Stadions, auch den Plan, das Stadion in den benachbarten Zoo zu integrieren, wurde nie verwirklicht. Im Vorlauf zur Fußball-WM 2006 fand in der Grotenburg ein Testspiel zwischen den Nationalmannschaften der Türkei und Mazedonien statt, welches von 5.500 Zuschauern vor Ort verfolgt wurde. Für ein Spiel der Deutschen Frauen-Nationalelf gegen Italien kamen im selben Jahr sogar 16.000 Fussballinteressierte ins Grotenburg-Stadion. Der KFC Uerdingen steckte zu diesem Zeitpunkt schon in einer finanziellen Notlage und hatte gerade seinen zweiten Insolvenzantrag eingereicht, konnte Dank eines Retterspiels gegen FC Bayern die klammen Kassen aber erst mal wieder füllen. Über 18.000 Zuschauer strömten im Januar 2006 in die Grotenburg um den Rekordmeister gegen die mittlerweile in der Oberliga spielenden Uerdinger zu sehen. 2007 folgte aber schon das nächste Insolvenzverfahren gegen die Uerdinger, diesmal half der Uerdinger Rekordspieler Friedhelm Funkel seinem ehemaligen Verein, er trainierte zu diesem Zeitpunkt Eintracht Frankfurt und gastierte zum nächsten Retterspiel in der Grotenburg. 2008 folgt mit dem Abstieg in die Niederrheinliga der Tiefpunkt in der Uerdinger Fußball-Geschichte, einzige Konstante in diesen Jahren war tatsächlich das Uerdinger Maskottchen, der Grotifant schaffte es durch skurrile Aktionen immer wieder in die überregionale Presse. Namensgeber und Heimat des Grotifanten, das Grotenburg-Stadion wurde in diesen Jahren sich selbst überlassen, was zur Folge hatte, dass die Stadt Krefeld im Jahr 2013 sämtliche Stehplatzberiche wegen akuter Sicherheitsmängel schließen musste. Die Ostkurve wurde bis heute nicht mehr geöffnet, die Westkurve hingegen wurde ertüchtigt und teilweise wieder eröffnet. Zeitweise war das Fassungsvermögen auf unter 10.000 gesunken, nach der Reparatur der Westkurve stieg die Kapazität wieder auf 13.100 Plätze.
In der jüngsten Vergangenheit hat sich der KFC Uerdingen sportlich wieder stabilisiert, auch Dank des Einstieges des russischen Investors Michail Ponomarew. Doch für die Grotenburg kam der schnelle Aufstieg in die 3. Liga zu schnell, dass das Stadion nicht drittligafähig ist wusste man schon länger. Gekümmert hat sich um die Modernisierung aber niemand, so musste der KFC erst nach Duisburg und mittlerweile nach Düsseldorf ausweichen. Im November 2018 stellte der Krefelder Stadtrat 10 Millionen Euro für die erforderlichen Baumaßnahmen zur Verfügung. Der wirkliche Beginn der Ertüchtigung der Grotenburg soll aber erst rund ein Jahr später im Winter 2019 begonnen haben. Nach Abschluss der Arbeiten soll das Grotenburg-Stadion eine Kapazität von rund 11.000 Plätzen haben, darunter 1.200 Sitzplätze für Gästefans auf der Nordtribüne und ein Teil der zuvor maroden Westkurve soll zum Stehplatz-Bereich der Gäste werden. Vor der Saison 2021/22 wird der KFC aber nicht in seine Kultstätte zurückkehren können und weiter im Düsseldorfer Exil spielen müssen. Ob die Grotenburg seinen alten Scharm auch nach der abgeschlossenen Renovierung haben wird, ist fraglich. Wir werfen jedenfalls noch einmal einen Blick auf das Grotenburg-Stadion in seiner ursprünglichen Form, die folgenden Fotos wurden bereits am 2. November 2018 aufgenommen.

Das Grotenburg-Stadion befindet sich im Krefelder Stadtteil Bockum
Erbaut wurde das Stadion bereits 1927,
Heimat des KFC Uerdingen ist es seit 1971
Einer der Eingänge zum Stadion
Die Kassenhäuschen
Auf dem Stadiongelände selbst stehen noch weitere Kassenhäuser
Hier ein Kassenhaus am Gästeeingang
Der Lageplan des Grotenburg-Stadions
Auf dem Gelände gibt es verschiedene Fan-Shops
Das KFC Logo neben dem Wappen der ehemals
eigenständigen Stadt Uerdingen
Die Fanecke des Supporters Club Krefeld
Auch eine gemeinnützige Organsistion welche den Jugendsport unterstützt
Ein Blick in das Stadion von der Westkurve aus
Die Westkurve besteht ausschließlich aus Stehplätzen
Die Westkurve wurde 1979 erweitert und vergrößert
2013 wurde die Westkurve erneuert, zuvor blieb diese jahrelang ungenutzt
Und ein Blick von der Westkurve auf die Südtribüne
Die Südtribüne ist eine Kombination aus Steh- und Sitzplätzen
Ein Blick von der Ostkurve auf die 1975 erbaute Südtribüne
Rund 4000 Zuschauer sollen auf der Südtribüne Platz finden
Ein Blick in das Grotenburg-Stadion von der Osttribüne
Auch die Osttribüne bestehend nur aus Stehplätzen
Die Osttribüne wurde ab 1986 eingerichtet,
war aber ab 2013 für Zuschauer auf Grund von Baumängeln gesperrt
Ebenfalls auf der Osttribüne findet man die Anzeigetafel der Grotenburg
Ein Blick von der Osttribüne auf die Nordtribüne
Die Nordtribüne ist eine reine Sitzplatztribüne
1986 wurde diese erbaut und bietet 6000 Zuschauern Platz
Auf der Nordtribüne werden die Gästefans beheimatet
Dazu trägt die Nordtribüne die Aufschrift "Grotenburg Stadion Krefeld"
Insgesamt vier Flutlichtmasten machen Abendspiele möglich
Wie die Grotenburg in Zukunft aussehen wird ist ungewiss...
... aber der Nostalgie Faktor könnte verloren gehen.



Im Dezember 2019 erschien in der Reihe 111 Gründe ein Buch über den KFC Uerdingen, Autor Christian Krumm blickt hier, teilweise auch aus persönlicher Sicht, auf die Geschichte des KFC Uerdingen zurück. In Vorbereitung auf diesen Artikel habe ich das Buch durchgelesen.
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Dies war der fünfte Teil unserer Serie über historische Fußballstadien, zuvor blickten wie bereits auf das mittlerweile abgerissene Stadion am Hermann-Löns-Weg in Solingen, das Röntgen Stadion in Remscheid, auf das Jahnstadion in Mönchengladbach und die Westkampfbahn in Düren. Folgt mir bestenfalls auf Twitter und erfahrt dort sofort wenn ein neues Feature erscheint.

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