Dienstag, 26. Mai 2026

Groundhopping - Winter 2025/26

Lange hat es gedauert, aber ich hatte in letzter Zeit einfach keine Kapazitäten dafür noch Berichte über meine Spielbesuche zu schreiben. Es ist nicht weniger geworden, das Hobby wurde genauso intensiv betrieben wie auch sonst. Nur um die zahlreichen Spielbesuche zusammenzufassen und hier zu präsentieren, fehlte irgendwie immer die Zeit. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Jetzt wird nämlich nach und nach alles nachgeholt und den Auftakt macht der Rückblick auf die Wintersaison, welche mit einem Besuch bei einem legendären Freundschaftsduell in der Veltins Arena begann. Kurz vor dem Jahreswechsel wurde noch erstmals eine ausländische Liga komplettiert und das neue Jahr wurde mit drei Trips nach Frankreich eröffnet. Auch ein großer neuer Stadionpunkt in den Niederlanden wurde eingetütet.
Auch wenn es hier im Blog diesmal etwas länger dauerte bis zum Update, auf meinem WhatsApp-Kanal der mittlerweile seit über ein Jahr aktiv ist, versende ich immer ein Bild direkt aus dem Stadion. Also folgt gerne dort rein, wenn es hier mal wieder etwas länger dauert ist man dort zumindest kurzfristig auf dem aktuellen Stand meiner Aktivitäten. 
#01 - 14. Dezember 2025 - FC Schalke 04 gg 1. FC Nürnberg - 1:0
2. Bundesliga
 - 16. Spieltag - Veltins-Arena, Gelsenkirchen 
- 62.078 Zuschauer (Ausverkauft)


Los ging es mit einem echten Traditionsduell in der 2. Bundesliga. Am 16. Spieltag stand in der Veltins Arena das Aufeinandertreffen zwischen Schalke 04 und dem 1. FC Nürnberg auf dem Programm. Auch wenn es tabellarisch „nur“ ein Ligaspiel ist, bringt diese Partie durch die gewachsene Fanfreundschaft eine ganz eigene Atmosphäre mit sich. Statt klassischer Feindseligkeit überwiegen hier Respekt und gegenseitige Anerkennung, was man auf den Rängen deutlich spürt.
Zum Anpfiff wurde es direkt sehenswert. In der Nordkurve gab es eine aufwendige Wendechoreographie, bei der abwechselnd die Logos von Schalke und Nürnberg präsentiert wurden. Ein starkes Bild, das die besondere Verbindung der beiden Fanszenen unterstrich. Ohne große Pyroshow, dafür mit klarer Aussage und sauber umgesetzt. Für mich definitiv eine der besten Choreos, die ich bisher auf meinen Touren gesehen habe.
Für mich war es gleichzeitig die Rückkehr in die Veltins Arena. Mein letzter Besuch lag noch gar nicht so lange zurück, damals im Rahmen der EM 2024, als ich hier England gegen Serbien gesehen habe. Diesmal also wieder Vereinsfußball und damit auch der Haken hinter einem weiteren Stadionpunkt im regulären Ligabetrieb.
Sportlich ging es natürlich um wichtige Punkte im Aufstiegsrennen beziehungsweise im Tabellenmittelfeld, aber wie so oft bei solchen Spielen bleibt vor allem das Drumherum hängen. Volles Haus, gute Atmosphäre und eine Partie, die zeigt, dass Fußball auch ohne klassische Rivalität funktionieren kann. Genau solche Spiele machen den Reiz aus.
#02 - 21. Dezember 2025 - FC Viktoria Köln gg MSV Duisburg - 0:0
3. Liga
 - 19. Spieltag - Sportpark Höhenberg, Köln 
- 7.943 Zuschauer 


Kurz vor Weihnachten ging es nochmal in den Sportpark Höhenberg. Viktoria Köln empfing den MSV Duisburg und wie so oft brachten die Zebras ordentlich Leute mit. Der Gästeblock platzte aus allen Nähten und insgesamt hatte man schon das Gefühl, eher bei einem Duisburger Heimspiel zu sein.
Vor dem Anstoß um 19:30 Uhr blieb noch Zeit für einen Abstecher über die komplett überfüllten Kölner Weihnachtsmärkte, bevor es mit der Straßenbahn Richtung Stadion ging. Dort wartete dann direkt zum Start eine ordentliche Pyro und Feuerwerkshow aus dem Duisburger Block. Mehr brauchte es an dem Abend eigentlich auch nicht.
Auf dem Platz passierte wenig, das Spiel endete 0:0 und ging ohne große Highlights durch. Gleichzeitig war es das letzte Spiel auf deutschem Boden im Jahr 2025. Mit dem Abpfiff verabschiedete sich der Profifußball hierzulande in die Winterpause. Für mich stand allerdings noch ein letzter Kick im Kalender.
#03 - 27. Dezember 2025 - RAAL La Louvière gg Oud-Heverlee Leuven - 0:0
Jupiler Pro League 
- 20. Spieltag - Easi Arena, La Louvière (Belgien) 
- 8.500 Zuschauer (Ausverkauft)


Das Fußballjahr 2025 endete für mich in La Louvière. Ein Ort, der auf den ersten Blick nicht unbedingt als klassisches Fußballziel durchgeht. Viel grauer Alltag, ältere Bebauung, wenig Glanz, vor dem Stadion streiften sogar zwei herrenlose Hunde umher. Umso überraschender wirkt dann das, was dort aktuell rund um den Fußball entstanden ist.
Mit der Easi Arena hat RAAL La Louvière eine neue, moderne Spielstätte bezogen, die so gar nicht in das restliche Stadtbild passen will. Klar strukturiert, kompakt gebaut und deutlich auf den Profifußball ausgelegt. Der Umzug dorthin markiert einen echten Neustart für den Klub. Direkt daneben steht noch das alte Stade du Tivoli, das lange Zeit die Heimat des Fußballs in La Louvière war. Der Kontrast zwischen alt und neu ist hier besonders greifbar und zeigt ziemlich deutlich, wohin die Reise gehen soll.
Sportlich hat sich das Ganze ebenfalls ausgezahlt. RAAL La Louvière ist in die erste belgische Liga aufgestiegen und sorgt dort nicht nur auf dem Platz für Aufmerksamkeit. Vor allem die Fanszene sticht heraus. In einem Land, in dem organisierte Ultrakultur eher punktuell vertreten ist, gehört La Louvière aktuell zu den aktivsten Standorten. Gegen OH Leuven wurde das auch deutlich. Über die kompletten 90 Minuten kam durchgehend Support aus der Kurve, konstant und ohne große Pausen. In der Schlussphase wurde dann noch einmal nachgelegt, als in einem großen Fahnenmeer mehrere Blinker gezündet wurden und die Kurve sichtbar aufdrehte.
Das Spiel selbst war am Ende fast zweitrangig, auch wenn es natürlich zum Gesamtbild dazugehört. Viel entscheidender war das Gesamtpaket aus neuem Stadion, aktiver Fanszene und dem Gefühl, hier einen aufstrebenden Standort zu erleben. Für mich hatte der Besuch noch eine zusätzliche Bedeutung. Mit dem Kreuz in La Louvière ist die Jupiler Pro League erstmals komplett in meiner Sammlung. Ein sauberer Abschluss für das Jahr 2025 und ein Ground, der trotz oder vielleicht gerade wegen seines Umfelds im Kopf bleibt.
#04 - 17. Januar 2026 - SR Colmar gg FC Chambly - 0:1
Championnat National 2 - Groupe B 
- 15. Spieltag - Colmar Stadium, Colmar (Frankreich) 
- ca. 150 Zuschauer 


Das Fußballjahr 2026 wurde Mitte Januar eröffnet und führte mich direkt nach Frankreich. Ziel war Colmar im Elsass, wo beim SR Colmar ein Spiel in der Championnat National 2 auf dem Programm stand. Vor dem Anpfiff blieb noch Zeit für einen kurzen Abstecher in die Altstadt, ein Kakao in entspannter Atmosphäre, bevor es zu Fuß Richtung Stadion ging. Der Weg dorthin ist unkompliziert, vom Zentrum aus in etwa zehn Minuten machbar, auch wenn die Anlage selbst etwas außerhalb liegt.
Die Championnat National 2 ist die vierthöchste Spielklasse in Frankreich und damit der höchste reine Amateurbereich unterhalb der landesweiten Profiligen. Entsprechend gemischt ist das Niveau, mit ambitionierten Klubs, zweiten Mannschaften größerer Vereine und klassischen Amateurteams.
Gespielt wurde im Colmar Stadium, einer eher unspektakulären, aber funktionalen Anlage. Ein Rasenplatz, eine kleine überdachte Tribüne entlang der Längsseite und dazu viel Platz rund ums Spielfeld. Alles wirkt offen und zugänglich, typisch für den französischen Amateurfußball. Keine großen Barrieren, kurze Wege und eine angenehme Nähe zum Spiel. Zuschauer verteilen sich locker entlang der Seitenlinien, dazu ein paar Stammgäste auf der Tribüne.
Ein ruhiger Start ins neue Hopperjahr, ohne großes Spektakel, aber genau das macht solche Spiele oft aus. Neue Liga, neuer Ground, anderes Land und ein solider Auftakt für 2026.
#05 - 18. Januar 2026 - RC Strasbourg Alsace gg FC Metz - 2:1
Ligue 1 - 
18. Spieltag - Stade de la Meinau, Straßburg (Frankreich) 
- 30.612 Zuschauer


Das erste richtige Spektakel ließ nicht lange auf sich warten. Einen Tag nach dem ruhigen Auftakt in Colmar ging es nach Straßburg ins Stade de la Meinau zum Derby de l’Est zwischen Racing Straßburg und dem FC Metz. Ein Duell mit ordentlich Geschichte, auch wenn es durch unterschiedliche Ligazugehörigkeiten in den letzten Jahren nicht immer regelmäßig stattfand. Wenn beide aufeinandertreffen, ist die Brisanz aber sofort wieder da. Elsass gegen Lothringen, zwei Regionen mit eigener Identität und entsprechend aufgeladenen Fanlagern.
Das Stade de la Meinau präsentierte sich dabei in einem deutlich moderneren Gewand als noch vor einigen Jahren. In den letzten Jahren wurde hier einiges umgebaut und erneuert, das Stadion wirkt frischer, ohne seinen kompakten und durchaus charakteristischen Stil verloren zu haben. Für das Derby waren alle Tribünen geöffnet, was dem Ganzen einen passenden Rahmen gab.
In der Anfangsphase fiel allerdings auf, dass es aus der Straßburger Kurve ungewöhnlich ruhig blieb. Die Ultras verzichteten in den ersten rund 15 Minuten bewusst auf Support. Hintergrund waren Proteste gegen verschiedene Themen rund um den Verein und den französischen Fußball, unter anderem Entscheidungen der Verbände und der Umgang mit Fanszenen. Nach diesem Stimmungsboykott nahm die Kurve aber spürbar Fahrt auf und beteiligte sich im weiteren Verlauf auch optisch mit Pyrotechnik.
Zur zweiten Halbzeit setzte dann der Gästeblock aus Metz ein Ausrufezeichen. Mit einer Choreografie und Pyro starteten sie in die zweiten 45 Minuten und zeigten, dass auch auswärts ordentlich geliefert werden kann. Insgesamt ein Derby, das auf den Rängen von beiden Seiten lebte, mit den typischen Wechseln aus lautstarkem Support und hitzigen Phasen, auch wenn es stimmungsmäßig an die ganz großen Derbys jetzt nicht ran kam.
Auf dem Platz ging es ebenfalls zur Sache. Straßburg sicherte sich am Ende mit einem 2:1 den Derbysieg und sorgte damit für den passenden Abschluss eines intensiven Fußballtages. Ein Spiel, das dann aber doch genau das geliefert hat, was man sich von so einem Derby erhofft.
#06 - 25. Januar 2026 - KWSC Lauwe gg Olsa Brakel - 0:0
3de Nationale VV A - 
19. Spieltag - Stadion Jan Verhoeve, Menen-Lauwe (Belgien) 
- ca. 150 Zuschauer


Der nächste Halt führte in den belgischen Amateurfußball nach Lauwe, wo der KWSC Lauwe seine Heimspiele im Stadion Jan Verhoeve austrägt. Sportlich war die Partie gegen Olsa Brakel mit einem torlosen 0:0 eher schwere Kost, dafür wusste die Spielstätte selbst umso mehr zu überzeugen.
Das Stadion Jan Verhoeve gehört genau zu den Anlagen, die man als Groundhopper gerne mitnimmt. Klassisch gewachsen, kompakt und mit viel eigenem Charakter. Entlang des Spielfelds finden sich noch mehrere ältere Ausbauformen, dazu eine kleine überdachte Tribüne und viel Nähe zum Geschehen. Besonders auffällig ist, wie offen und gleichzeitig gemütlich die Anlage wirkt. Keine sterile Standardanlage, sondern ein Stadion mit gewisser Patina und typisch belgischem Fußballflair. Genau solche Grounds bleiben oft länger im Kopf als das eigentliche Spiel.
Die Zuschauer verteilten sich locker rund ums Feld, Gespräche am Spielfeldrand, dazu die ruhige Atmosphäre eines belgischen Amateurspiels an einem kühlen Wintertag. Fußballerisch passierte dagegen wenig. Chancen blieben Mangelware und so stand am Ende ein folgerichtiges 0:0 auf der Anzeigetafel.
Viel wichtiger war ohnehin der Stadionpunkt selbst, denn das Stadion Jan Verhoeve war definitiv der Star des Tages. Lange blieb ich dort allerdings nicht, denn am Abend wartete bereits der erste Doppler des Jahres.
#07 - 25. Januar 2026 - Lille OSC gg RC Strasbourg Alsace - 1:4
Ligue 1 - 
19. Spieltag - Stade Pierre-Mauroy, Lille (Frankreich) 
- 38.551 Zuschauer


Von Lauwe ging es am Abend nur noch ein kurzes Stück über die französische Grenze nach Lille. Dort stand mit dem Ligue 1 Spiel zwischen dem OSC Lille und Racing Straßburg direkt der erste Doppler des Jahres an. Gespielt wurde im Stade Pierre Mauroy, einer der modernsten Arenen Frankreichs. Besonders angenehm an diesem Winterabend war das geschlossene Stadiondach, wodurch man die kalten Temperaturen draußen schnell vergaß und eher das Gefühl einer großen Indoor Arena bekam.
Das Stade Pierre Mauroy wurde 2012 eröffnet und bietet Platz für rund 50.000 Zuschauer. Die Arena liegt etwas außerhalb im Stadtteil Villeneuve d’Ascq und ist hervorragend an den öffentlichen Nahverkehr angebunden. Neben Fußball finden hier regelmäßig auch Konzerte und andere Großveranstaltungen statt. Internationale Aufmerksamkeit bekam das Stadion zuletzt während der Olympischen Spiele 2024, als hier unter anderem das legendäre Handball Viertelfinale zwischen Deutschland und Gastgeber Frankreich ausgetragen wurde, in dem die deutsche Mannschaft die Franzosen aus dem Turnier warf.
Zum Spielbeginn gab es zunächst eine kleinere Choreographie der Heimfans inklusive einiger gezündeter Bengalos. Insgesamt blieb die Stimmung im Stadion aber deutlich hinter den Erwartungen zurück. Gerade nach dem frühen Rückstand wurde es auf den Rängen zunehmend ruhiger. Auch sportlich entwickelte sich der Abend für Lille zum Desaster. Straßburg spielte effizient und gewann am Ende deutlich mit 4:1. Mit zunehmender Spielzeit leerten sich die Tribünen immer weiter und zum Schlusspfiff war nur noch ungefähr die Hälfte der ursprünglich anwesenden Zuschauer im Stadion geblieben. Trotzdem ein interessanter Stadionpunkt und ein gelungener Abschluss des ersten Dopplers im Jahr 2026.
#08 - 7. Februar 2026 - RC Lens gg Stade Rennais FC - 3:1
Ligue 1 - 
21. Spieltag - Stade Bollaert-Deleis, Lens (Frankreich) 
- 38.174 Zuschauer


Es waren französische Wochen zum Jahresbeginn. Anfang Februar stand bereits der dritte Erstliga Ground binnen drei Wochen auf dem Programm. Nach Straßburg und Lille führte die Reise diesmal nach Nordfrankreich zum RC Lens ins legendäre Stade Bollaert Delelis.
Das Stadion gehört ohne Zweifel zu den besonderen Fußballorten des Landes. Mitten in der Stadt gelegen, umgeben von alter Bergbaugeschichte und dicht bebauten Wohnvierteln, wirkt hier vieles noch sehr traditionell. Das Stade Bollaert Delelis fasst über 38.000 Zuschauer und wirkt durch seine steilen Tribünen und die enorme Nähe zum Spielfeld deutlich größer und intensiver. Besonders auffällig ist die Haupttribüne. Während in vielen Stadien dort eher die ruhigeren Zuschauer sitzen, befindet sich in Lens genau hier das Zentrum der aktiven Fanszene. Der untere Bereich der Hauptgeraden besteht vollständig aus Stehplätzen und wird von den Ultras dominiert. Ein in Europa eher ungewöhnliches Bild, das dem Stadion aber einen ganz eigenen Charakter verleiht. Vor Spielbeginn wurde hier auch eine Choreographie die sich mit der Gründung des Vereins auseinandersetzte präsentiert. Diesmal allerdings nur in Form von Blockfahnen, Einsatz von Pyrotechnik blieb aus.
Lens spielte zu diesem Zeitpunkt eine starke Saison und galt als erster Verfolger von Paris Saint Germain im Meisterschaftsrennen. Entsprechend gut war die Stimmung rund ums Stadion schon lange vor dem Anpfiff. Die Erwartungshaltung war hoch und die Fans lieferten vom ersten Moment an ordentlich ab. Dauerhafter Support, viele Fahnen und immer wieder lautstarke Wechselgesänge sorgten für eine intensive Atmosphäre, wie man sie in Frankreich nicht überall findet.
Auch sportlich wurde geliefert. Gegen Stade Rennais FC zeigte Lens eine überzeugende Leistung und gewann verdient mit 3:1. Gerade nach den Treffern wurde deutlich, wie sehr die Stadt hinter diesem Verein steht. Das Stade Bollaert Delelis entwickelte dabei genau die Wucht, für die es bekannt ist. Ein Stadion mit Geschichte, einer besonderen Fankultur und definitiv eines der Highlights der Frankreich Tour.
#09 - 8. Februar 2026 - Royal Francs-Borains gg RWDM Brussels - 0:0
Challenger Pro League - 
24. Spieltag - Stade Robert Urbain, Boussu (Belgien) 
- 2.162 Zuschauer


Nach einer Nacht in Lens ging es am Sonntag langsam zurück Richtung Heimat. Ganz ohne Fußball sollte der Rückweg natürlich nicht verlaufen und so wurde noch ein Zwischenstopp in der zweiten belgischen Liga eingelegt. Ziel war das Stade Robert Urbain, Heimat von Royal Francs Borains. Mit dem Besuch konnte wieder ein neuer Ground in Belgien abgehakt werden.
Der Verein stammt aus der Region Borinage im wallonischen Teil Belgiens, einer Gegend mit langer Bergbaugeschichte. Royal Francs Borains gehört zu den traditionsreicheren Klubs der Region und spielte viele Jahre eher im unteren belgischen Fußballbereich, ehe in den letzten Jahren der sportliche Aufschwung gelang und der Verein wieder im Profifußball auftauchte.
Das Stade Robert Urbain passt dabei ziemlich gut zum Gesamtbild. Kein modernes Hochglanzstadion, sondern eine kompakte ältere Fußballanlage mit viel Beton, klassischen Tribünen und typisch belgischem Charme. Alles wirkt etwas in die Jahre gekommen, gleichzeitig aber angenehm bodenständig. Genau solche Stadien machen die unteren belgischen Ligen für Groundhopper oft interessant.
Sportlich blieb die Partie gegen RWDM Brussels allerdings eher überschaubar. Viele Highlights gab es nicht und am Ende stand ein torloses 0:0 auf der Anzeigetafel. Kein Spiel, das lange in Erinnerung bleiben wird, aber darum ging es an diesem Sonntag auch weniger. Ein weiterer Ground in der zweiten belgischen Liga, ein ruhiger Abschluss des Wochenendes und wieder ein neues Kreuz auf der Karte.
#10 - 15. Februar 2026 - Feyenoord gg Go Ahead Eagles - 1:0
Eredivisie - 
23. Spieltag - Stadion Feijenoord, Rotterdam (Niederlande) 
- 47.500 Zuschauer


Nach den ganzen Frankreich Trips war es Mitte Februar mal wieder Zeit für bekannteres Terrain und trotzdem einen neuen Ground. Ziel war Rotterdam, genauer gesagt De Kuip, wo Feyenoord die Go Ahead Eagles empfing. Gespielt wurde zu einer der kuriosesten Anstoßzeiten im europäischen Fußball. In den Niederlanden gehört das Sonntagsspiel um 12:15 Uhr schließlich fest zum Eredivisie Kalender. Fast schon Frühstücksfußball.
Die Ticketsituation bei Feyenoord ist normalerweise alles andere als entspannt. Gerade in De Kuip sind freie Karten oft schnell vergriffen. Durch die ungewöhnlich frühe Uhrzeit gingen diesmal aber tatsächlich einige Tickets in den freien Verkauf und die Gelegenheit wurde natürlich direkt genutzt.
De Kuip selbst gehört ohne Zweifel zu den legendärsten Stadien Europas. Offiziell heißt die Arena Stadion Feijenoord und wurde bereits 1937 eröffnet. Trotz zahlreicher Modernisierungen hat sich das Stadion seinen alten Charakter bewahrt. Die steilen Tribünen, die markanten Stahlkonstruktionen und die enorme Nähe zum Spielfeld sorgen dafür, dass De Kuip bis heute diesen besonderen Ruf genießt. Viele internationale Finals wurden hier bereits ausgetragen, dazu zahlreiche Länderspiele der niederländischen Nationalmannschaft. Auch wenn inzwischen immer wieder über einen möglichen Neubau diskutiert wird, gehört De Kuip weiterhin zu den ikonischsten Fußballorten des Landes.
An diesem Sonntagvormittag wirkte die Atmosphäre allerdings etwas schläfriger als erwartet. Vielleicht lag es wirklich an der frühen Uhrzeit, jedenfalls brauchte das Stadion spürbar länger, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Der Support war vorhanden, aber längst nicht so intensiv, wie man es von Feyenoord kennt. Erst in der Schlussphase wurde es noch einmal richtig laut, als Feyenoord das entscheidende Tor des Tages erzielte und sich die Tribünen für einen kurzen Moment doch noch in das verwandelten, wofür De Kuip eigentlich bekannt ist.
Sportlich kein Spektakel, atmosphärisch nicht der ganz große Ausnahmezustand, aber trotzdem ein wichtiger und absolut lohnenswerter Stadionpunkt. De Kuip bleibt eben De Kuip.

#11 - 22. Februar 2026 - SSV Bornheim gg SSV Merten - 0:0
Mittelrheinliga - 
16. Spieltag - Sportanlage Wallrafstraße, Bornheim 
- 333 Zuschauer


Bis der erste deutsche Ground im Jahr 2026 besucht wurde, musste es tatsächlich Ende Februar werden. Dann ging es in die Mittelrheinliga zum SSV Bornheim, welcher seit Saisonbeginn erstmals Teil der fünftklassigen Mittelrheinliga ist. Gespielt wird auf der Sportanlage Wallrafstraße, einer klassischen Kunstrasenanlage ohne großen Ausbau und ohne besonderen Schnickschnack. Funktional, bodenständig und genau die Art von Platz, die man im Mittelrhein Fußball regelmäßig antrifft. Der benachbarte Rasenplatz liegt brach und wurde im Laufe der Saison gar nicht bespielt.
Viel spektakulärer als die Anlage selbst war an diesem Nachmittag ohnehin das Wetter. Dauerregen über die kompletten 90 Minuten, dazu tiefer grauer Himmel und entsprechend überschaubare Bedingungen. Trotzdem fanden immerhin 333 Zuschauer den Weg zum Derby gegen den SSV Merten, was für Mittelrheinliga Verhältnisse durchaus ordentlich war.
Sportlich blieb die Partie dagegen eher zäh. Viele Zweikämpfe, wenig Spielfluss und am Ende stand erneut ein torloses 0:0 auf der Anzeigetafel. Kein Spiel für die Highlightclips, aber genau solche Nachmittage gehören eben auch dazu, wenn man die Liga komplett halten möchte. Der Ground war Pflicht und damit konnte auch der nächste Aufsteiger in der Sammlung abgehakt werden.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen