Sonntag, 26. Februar 2023
Groundhopping - Winter 2022/23
#01 - 6. November 2022 - SV Sonsbeck gg SpVg Schonnebeck - 0:2
Oberliga Niederrhein - 17. Spieltag - Willy-Lemkens-Sportpark, Sonsbeck - 200 Zuschauer
Der SV Sonsbeck ist zurück in der Oberliga Niederrhein, nachdem man bereits zwischen 2012 und 2015 in der fünftklassigen Liga zu Hause war, kehrte der Verein aus dem Kreis Wesel zur Saison 2022/23 zurück ins niederrheinische Amateur-Oberhaus. Höherklassig spielte der 1919 gegründete Verein in seiner mittlerweile über 100-jährigen Geschichte nie. In der Vereinschronik sticht ein Spiel gegen den MSV Duisburg im Jahr 1987 hervor, in der zweiten Runde des Niederrhein-Pokals verloren die Sonsbecker damals mit 0:5 gegen den MSV, die zu diesem Zeitpunkt aber in einer großen sportlichen Krise steckten und keinesfalls als Bundesligst oder Zweitligist nach Sonsbeck reisten, sondern als Oberligist. Anno 2022 bekamen die Sonsbecker quasi als Aufstiegsgeschenk vom niederrheinischen Fußballverband zum ersten Oberliga-Heimspiel Besuch vom Regionalliga-Absteiger KFC Uerdingen. 1.500 Zuschauer verfolgten das Spiel im Willy-Lemkens-Sportpark. Danach pendelte sich die Zuschauerzahl aber schnell auf die Oberliga typische Zahl von etwa 200 ein.
Die Heimspielstätte ist nach einem verstorbenen ehemaligen Vorsitzenden des SV Sonsbeck benannt, der Sportpark verfügt über drei Plätze. Einem Kunstrasenplatz der in der Futbolgy-App offiziell als Hauptplatz geführt wird und zwei Rasenplätzen. Die Oberliga-Mannschaft trägt ihre Spiele auf einem der Rasenplätze auf, welcher sogar über Ausbau in Form einer kleinen überdachten Sitzplatzplatztribüne enthält. Wenn hier mehr als 50 Zuschauer sitzen dürfte es allerdings schon ziemlich eng werden.
#02 - 27. November 2022 - 1. FC Gievenbeck gg Sportfreunde Lotte - 2:2
Oberliga Westfalen - 15. Spieltag - Sportpark Gievenbeck, Münster - 100 Zuschauer
Zum dritten Mal ist der 1. FC Gievenbeck in die Oberliga Westfalen aufgestiegen, zunächst war man Teilnehmer bei der Wiedereinführung nach Abschaffung der NRW Liga in der Saison 2012/13, eine zweite Saison verbrachte der Klub aus Münster 2018/19 in der fünftklassigen Liga. Beide Male stieg man als abgeschlagener Tabellenletzter sofort wieder ab. Nun beim dritten Anlauf wird man wohl alles dafür tun um diesen Schicksal zu entgehen. Als ich den Gievenbecker einen Besuch abstattete neigte sich die Hinrunde allmählich dem Ende zu, man befand sich zwar knapp über dem Strich steckte aber erneut Mitten im Abstiegskampf. Gegen die Sportfreunde Lotte sah ich eine kämpferische Leistung, mit welcher man in letzter Sekunde noch eine Niederlage abwendete und zum 2:2 unentschieden traf. Vor Beginn der Winterpause hatte man den erstmaligen Klassenerhalt in der eigenen Hand. Mit dem heimischen Sportpark Gievenbeck hat man die Oberliga Westfalen in jedem Fall um einen sehenswerten Fußballplatz erweitert. Der Rasenplatz verfügt über eine Sitzplatztribüne, davor über einen Stehplatzbereich mit Wellenbrechern. Die Gegengerade und die Hinter-Tor-Seiten sind nicht ausgebaut, ein Fußweg verläuft aber um das gesamte Spielfeld und bietet weiteren Platz für Zuschauer. Durch mein Kreuz in Gievenbeck hab ich die Oberliga Westfalen quasi wieder komplett, der SV Schermbeck trägt seine Spiele nun aber nicht mehr auf dem Hauptplatz aus, da dieser scheinbar dauerhaft gesperrt wurden ist. Offiziell fehlt mir als der Nebenplatz in Schermbeck für eine komplette Oberliga Westfalen.
#03 - 8. Januar 2023 - KRC Genk gg Club Brugge - 3:1
Jupiler Pro League - 19. Spieltag - Cegeka Arena, Genk (Belgien) - 22.004 Zuschauer
Nach einem ruhigen Dezember ohne jeden Spielbesuch wurde das Jahr 2023 mit einem Belgien-Trip eröffnet. Während sich Fußball-Deutschland noch in einem tiefen Winterschlaf befand, rollte der Ball in sämtlichen anderen Ländern der Welt wieder. In Genk kam es Anfang Januar zum Topspiel der belgischen Jupiler Pro League. Tabellenführer KRC Genk empfing vor ausverkauftem Haus den amtierenden belgischen Meister und Champions League Achtelfinalist Club Brugge. Das Stadion füllte sich zu Beginn mäßig schnell, etwa 20 Minuten vor Anpfiff waren noch mehr als die Hälfte der Plätze frei. 10 Minuten später war dann aber von einem Moment auf den anderen alles voll, genau pünktlich zur Vereinshymne zu welcher alle Zuschauer blau und weiße Fähnchen schwenkten. Eine wohl vom Verein aus organisierte Choreografie, zum Ende der Hymne wurden am Spielfeldrand Kanonen gezündet welche blau-weiße Luftschlagen in die Luft schossen. Der einzige Knall, während des Spiels war die Stimmung im Stadion nicht wirklich mitreißend. Die Gesänge der heimischen Ultras gingen in der ausverkauften Spielstätte eher unter und auch der Auswärtsblock blieb weitestgehend stumm.
Das Stadion in Genk hat seit seiner Eröffnung zahlreiche Namenswechsel hinter sich, aktuell lautet der Name "Cegeka-Arena", auch in den Jahren davor trug das Stadion immer den Namen eines Sponsors. Es liegt am nördlichen Stadtrand von Genk, das nächste Wohngebiet ist zwar nicht weit entfernt trotzdem sollten die Anwohner von den Heimspielen des KRC Genk nicht wirklich viel mitbekommen da die Spielstätte etwas außerhalb liegt und größtenteils von weiterer Infrastruktur des Genker Fußball umgeben ist. Direkte Parkplätze am Stadion waren Haltern eines Parktickets vorbehalten, als es gab aber genügend kostenlose Alternativen im direkten Stadionumfeld, dies sollte sich eine Woche später ändern...
#04 - 15. Januar 2023 - KAA Gent gg KV Kortrijk - 2:1
Jupiler Pro League - 20. Spieltag - Ghelamco Arena, Gent (Belgien) - 12.558 Zuschauer
Auf Genk folgt Gent. Schon einige internationale Fans sind in diese Falle getappt, wollten beispielsweise ihren Club bei einem Europacup Spiel in Genk sehen und landeten in Gent. Für mich ging die Reise gezielt nach Gent, man findet dort ein absolut modernes Stadion vor, welches aber in einer komplett grusligen Umgebung steht. Mitten in einem Industriegebiet an der Autobahn wurde 2013 die Ghelamco Arena eröffnet und ist seit dem die Heimat des KAA Gent welcher hier 2015 seinen größten Vereinserfolg feierte und erstmals Belgischer Meister wurde. Von außen sieht das Stadion aus wie ein Glaspalast und auch nach dem Eintritt kommt es einem erst mal so vor als ob man in einem Kino wäre, statt bei einem Fußballspiel. Die Arena ist sehr weitläufig und es überrascht wenig, dass hier kaum Stimmung aufkommen kann. Es gab eine kleine heimische Fanszene mit ein paar Zaunfahnen, aber organisierter Support kam nur vereinzelt auf und ging größtenteils unter. Bei knapp 12.500 anwesenden Zuschauer blieb in der 20.175 fassenden Arena fast jeder dritter Stuhl frei und das Stadion besteht ausschließlich aus Sitzplätzen. Es gibt keine Stehplätze. Der Stadionbesuch ist hier eher etwas für den Eventfan, Speisen und Getränke kann man nur mit einer Klubkarte bezahlen, welche sich nur in 5€-Schritten aufladen lässt und man den Betrag selbstverständlich nie völlig ausgeschöpft bekommt. Man will wohl das man wieder kommt, in meinem Fall eher unwahrscheinlich. Bis 2013 spielte der KAA Gent im Jules Ottenstadion mitten in einem Wohngebiet, welches mittlerweile abgerissen ist. Durch den Umzug wollte man unter anderem Probleme bei der Stadionanreise in den Griff bekommen, dies ist absolut nicht gelungen. Zwar stünden in dem Industriegebiet vermutlich genügt Parkplätze zur Verfügung, trotzdem bekommt man nur einen Parkplatz wenn man sich vorher im Internet ein Parkticket gekauft hat, je näher der Parkplatz am Stadion ist umso teurer ist das Parkticket. Für 15€ gab es die billigste Kategorie auf dem Hinterhof eines Baustoffhandels etwa 500 Meter vom Stadion entfernt. Der Besuch in Gent fällt eher unter die Groundhopping-Kategorie: "Muss ja alles gemacht werden!".
#05 - 21. Januar 2023 - SV Darmstadt 98 gg FC Wil - 1:0
Testspiel - Merck-Stadion am Böllenfalltor, Darmstadt - 676 Zuschauer
Das klassische Böllenfalltor ist Geschichte. Anno 2023 erinnert nichts mehr an den alten Baustil, stattdessen steht nun auch in der hessischen Großstadt ein modernes Stadion welches man wohl braucht um im Profifußball zu bestehen. Es ist noch nicht ganz 10 Jahre her da hatte das Stadion am Böllenfalltor eine überdachte Tribüne, der Rest waren unüberdachte teilweise massive Stehwälle. Eine reine Stehplatztribüne gibt es heute in der ehemaligen Südkurve. Die anderen Seiten sind mit überdachten Sitzplatztribünen ausgebaut. Die neue Tribüne auf der Hauptgerade wurde erst im Dezember 2022 mit einem Freundschaftsspiel zwischen Darmstadt 98 und den Young Boys Bern eröffnet, damit war die jahrelange Modernisierung des Stadions abgeschlossen, passend dazu trägt das Bölle mittlerweile auch den Namen eines Sponsors. Das von mir besuchte Testspiel zwischen den Darmstädtern und dem Schweizer Zweitligist FC Wil, fand eine Woche vor Wiederbeginn der 2. Bundesliga statt. Das Spiel wurde nicht groß promotet, entsprechend schlugen nur 676 Zuschauer auf, die allesamt auf den Sitzplätzen der Gegengerade platziert wurden. Ich fuhr auf gut Glück hin, gab es in der Nacht vor dem Spiel einen kleinen Wintereinbruch. Erst zwei Stunden vor dem geplanten Anstoß war ich mir sicher das, das Spiel stattfindet als es eine offizielle Ankündigung über den Twitter Account des SV 98 gab.
#06 - 30. Januar 2023 - Roda JC Kerkrade gg PEC Zwolle - 1:2
Keuken Kampioen Divisie - 18. Spieltag - Parkstad Limburg Stadion, Kerkrade (Niederlande) - 7.002 Zuschauer
Montagsspiel in der zweiten niederländischen Liga. Ein Besuch bei Roda Kerkrade direkt hinter der Deutsch-Niederländischen Grenze war schon länger geplant, da die Regel-Anstoßzeit der sogenannten "Keuken Kampioen Divise" aber stets Freitagsabend ist, war es immer recht schwierig einen passenden Termin zu finden. Das Spiel gegen PEC Zwolle war eine Nachholpartie und wurde auf Montagabend terminiert, was mir perfekt in den Kalender passte. Das Parkstad Limburg Stadion liegt in Mitten eines Industriegebiets umgeben von Baumärkten und Kaufhäusern, im Stadion selber sind unter anderem ein Supermarkt, ein Tierfachhandel und ein Fitnessstudio verbaut. Drumherum gibt es im Gegensatz zu Gent zahlreiche kostenlose Parkmöglichkeiten. Das im Jahr 2000 eröffnete Stadion fasst rund 20.000 Zuschauer, seit dem Abstieg aus der Eredivise in der Saison 2017/18 sind seltenes mehr als die Hälfte der Plätze belegt. Auch zur Erstliga-Zeiten war das Stadion nur zu den Topspielen ausverkauft und der Zuschauerschnitt pendelte sich so bei um die 14.000 ein. In der aktuellen Zweitliga-Saison kamen durchschnittlich nur noch rund 7.500 Zuschauer. Auch am Montagabend als Tabellenführer Zwolle zu Gast war, wurden nur etwas mehr als 7.000 Tickets verkauft. Die heimischen Ultras, die übrigens eine enge Verbindung zur Fanszene von Alemannia Aachen pflegen, starteten das Spiel mit einer kleinen Pyro-Show. Während des Spiel gab es nur in Phasen organisierte Fangesänge. Auf dem Platz entwickelte sich nach einer faden ersten Halbzeit eine dramatische Schlussphase, in welcher die Heimmannschaft mehrfach den Ausgleich auf dem Fuß hatte, aber nicht vollenden konnte und Zwolle so drei Punkte mit nach Hause nahm und die Tabellenführung festigen konnte.
#07 - 11. Februar 2023 - SV Meppen gg TSV 1860 München - 2:1
3. Liga - 22. Spieltag - Hänsch-Arena, Meppen - 7.735 Zuschauer
Eine Stadt liebt seinen Verein. Wenn der SV Meppen spielt ist jeder der Zeit hat in der Hänsch-Arena. Der Fußballverein ist eine feste Größe, liegt wohl auch daran dass es im größeren Umkreis keine wirklichen Alternativen gibt. Die nächstgelegenen größeren Vereine sollten sich in Osnabrück oder Bremen wieder finden. Entsprechend stolz ist man in Meppen auf seine Fußballelf, welche immerhin ab 1987 für elf Jahre in der 2. Bundesliga kickte. Das Stadion kann sich zu einem richtigen Hexenkessel entwickeln, so auch bei dem von mir besuchten Spiel gegen 1860 München, bei welchem der SV seinen ersten Drittliga-Sieg nach zig Monaten feierte und nochmal Anschluss an die Nicht-Abstiegsplätze fand. Die aktive Fanszene findet man auf den Stehplätzen der Westtribüne wieder, dies ist eine Zweigeteilte überdachte Tribüne mit Sitzplätzen im oberen Bereich und den Stehplätzen unten. Auch die gegenüberliegende Haupttribüne hat im unteren Teil einige Stehplätze besteht aber zum größten Teil aus Sitzplätzen. Die beiden Hinter-Tor-Seiten sind nicht überdacht und bestehen ausschließlich aus Stehplätzen, wobei die Nordseite zur Hälfte den Gästenfans vorbehalten ist. Als Fan ist man ziemlich nah dran am Geschehen, handelt es sich bei dem 1924 eingeweihten Stadion doch um ein reines Fußballstadion ohne Tartanbahn. Seit 2005 trägt die Arena verschiedene Sponsorennamen, den aktuellen Namen "Hänsch-Arena" seit Januar 2014. Trotz verkauftem Stadionnamen kann man in Meppen noch echten Fußball sehen, obwohl er seit einem Jahr auch einen kleinen VIP-Bereich in Form eines Containergebäudes gibt. Der Besuch in Meppen lohnt sich.
#08 - 12. Februar 2023 - MSV Düsseldorf gg VFB Homberg - 0:4
Oberliga Niederrhein - 24. Spieltag - Sportplatz GS Heidelberger Straße, Düsseldorf - 125 Zuschauer
Mit dem Besuch beim MSV Düsseldorf wurde die Oberliga Niederrhein wieder komplettiert. Lange habe ich das Kreuz vor mir her geschoben. Handelt es sich bei der Spielstätte um den Sportplatz einer Gesamtschule, auf welchem es wirklich Nichts sehenswertes gibt. Der MSV Düsseldorf ist das Ergebnis einer Fusion zweier Migrationsvereine, 2016 taten sich Hilal Düsseldorf (gegründet 1995) und Maroc Düsseldorf (gegründet 2008) zusammen und spielen seit dem als MSV Düsseldorf. MSV steht für Marokkanischer Sport-Verein, bereits im ersten Jahr der Fusion stieg der Klub in die Landesliga auf und schaffte am Ende der letzten Saison sogar den Sprung in die fünftklassige Oberliga. Der Verein ist im Düsseldorfer Stadtteil Eller beheimatet, seine Zuschauer verpflegt man mit frischen Minztee. Edel Edel, wenn da nur der langweilige Platz nicht wäre.
#09 - 13. Februar 2023 - Viktoria Köln gg Rot-Weiss Essen - 1:0
3. Liga - 22. Spieltag - Sportpark Höhenberg, Köln - 4.604 Zuschauer
Nach mehr als sechs Jahren mein zweiter Besuch bei der Viktoria Köln im Sportpark Höhenberg. Bei meinem ersten Besuch im Oktober 2016 spielte man vor 879 Zuschauer in der Regionalliga West gegen die TSG Sprockhövel. In den sechs Jahren hat sich viel verändert, die Viktoria ist mittlerweile fester Teil der 3. Liga, die Gegengerade ist jetzt nur für Auswärtsfahrer, für die Heimfans gibt es eine neue stationäre Tribüne hinter einer Torseite und die Zuschauerzahlen sind ebenfalls um einiges gestiegen, was natürlich auch mit attraktiveren Gegner zu tun hat. Trotzdem kann es Vorkommen das die Auswärtsfans in der Überzahl sind, so war es in jedem Fall bei meinem besuchten Montag-Abend Spiel gegen Rot-Weiss-Essen. Die RWE-Fans sorgten für Heimspielatmosphäre, stimmten unter anderem Wechselgesänge zwischen ausverkauftem Auswärtsblock und Haupttribüne an. Dazu noch eine Pyroshow zu Beginn der zweiten Halbzeit, genutzt hat es nichts. Viktoria gewann 1:0 durch ein Tor von Rückkehrer Mike Wunderlich.
Zum Ende der aktuellen Spielzeit werden die Montagabend-Spiele auch in der 3. Liga Geschichte sein. Eigentlich schade, je nach Terminierung konnte man hier selbst als Auswärtsfahrer nicht meckern. Ein Spiel zwischen Viktoria und Essen an einem Montagabend tut keinem bei weh bei kurzen Anfahrtswegen.
Samstag, 3. Dezember 2022
Groundhopping - September & Oktober 2022
#01 - 6. September 2022 - SV Bergisch Gladbach 09 gg SV Eintracht Hohkeppel - 4:5 nE
Kreispokal Berg - Halbfinale - Belkaw Arena, Bergisch Gladbach - 280 Zuschauer
Mal wieder ein Besuch beim Heimatverein in der Belkaw Arena in Bergisch Gladbach. Im Halbfinale des Kreispokal Berg kam es zum Spitzenspiel zwischen den beiden Oberligisten SV Bergisch Gladbach und Eintracht Hohkeppel. Nachdem Bergisch Gladbach nach einem kurzen Regionalliga Ausflug wieder Teil der Mittelrheinliga ist, ging es für Hohkeppel in den letzten Jahren stetig höher in der Ligapyramide. 2010 stieg man von der Kreisliga C in die B-Klasse auf, mit dem Mittelrheinliga-Aufstieg am Ende der letzten Saison erreichte der Verein seinen vorläufigen Höhepunkt. Highlights auf dem Platz gab es im Kreispokal Halbfinale aber wenige. Nach 120 Minuten war immer noch kein Tor gefallen, im Elfmeterschießen sicherte sich dann der Gast aus Hohkeppel den Sieg und den Einzug ins Kreispokalfinale, welches auch mit dem direkten Einzug in den Landespokal verbunden ist, für diesen kann sich Bergisch Gladbach noch über das Spiel um Platz 3 qualifizieren.
#02 - 11. September 2022 - SC Fortuna Bonn gg Wahlscheider SV - 5:1
Bezirksliga Mittelrhein - Staffel 2 - 4. Spieltag - Stadion Wasserland, Bonn - 150 Zuschauer
Die Bezirksliga Mittelrhein ist um einen schönen Ground reicher. Fortuna Bonn ist nach einigen Kreisliga Jahren wieder in die Bezirksliga zurück gekehrt und spielt nun wieder auf dem Rasenplatz im Stadion Wasserland. Während der Zeit in der Kreisliga wurde hauptsächlich auf dem danebenliegenden Kunstrasen gekickt und der Rasenplatz nur sporadisch bespielt. Die ersten Spiele der neuen Saison waren aber allesamt auf dem Hauptplatz angesetzt, es ist aber davon auszugehen, dass man zum bevorstehenden Winter wieder notgedrungenen auf den Kunstrasenplatz wechseln muss. Das Stadion Wasserland verfügt über einen Ausbau auf der Hauptgerade in Form von sieben Stufen, auf Grund der Aschelaufbahn um das Spielfeld kommt die Anlage sehr weitläufig daher. Der komplette Stadionumlauf ist von Bäumen umgeben, hinter der Gegengerade bildet der Tower der Deutschen Post ein extravagantes Panoramabild. Im Vergleich zu den zahlreichen Kunstrasenplätzen auf Bezirksligaebene bildet das Stadion Wasserland in jedem Fall eine willkommene Abwechslung.
#03 - 23. September 2022 - SSV Homburg-Nümbrecht gg FV Wiehl 2000 - 3:0
Landesliga Mittelrhein - Staffel 1 - 6. Spieltag - Sportpark am See, Nümbrecht - 450 Zuschauer
Als ich im März 2019 das Oberberg-Derby zwischen Wiehl und Nümbrecht besuchte, war es einer meiner besten Erlebnisse im Amateur-Fußball. Knapp 900 Zuschauer damals auf der Walter-Lück-Sportanlage in Wiehl, dazu zwei rivalisierende Fangruppen, inklusive organisiertem Support und Pyroeinsatz. Entsprechend groß waren die Erwartungen zur selben Begegnung rund zweieinhalb Jahre später, diesmal mit Heimrecht für den SSV Homburg-Nümbrecht am Sportpark am See. Das Fazit viel im nach hinein aber miserabel aus. Das lag hauptsächlich am Spielort, der Sportpark am See ist nicht der schlechte Ground den ich je besucht habe. Es ist ein Kunstrasenplatz ohne Ausbau, soweit so gut. Der Platz ist umgeben von einer Laufbahn, diese ist vom Platz aber durch einen Zaun getrennt, sodass man innerhalb des Stadions kaum Bewegungsfreiheit hat weil zwei Meter hinter dem Zaun bereits die Werbeband beginnt. Furchtbar. Absolut nicht empfehlenswert. Die Landesligapartie zog aber immerhin 450 Zuschauer an, Fangruppen suchte man diesmal aber vergeblich, obwohl das Spiel wie auch 2019 wieder an einem Freitagabend angesetzt war und unter Flutlicht ausgetragen wurde. Dieser Abend wird mir nicht lange in Erinnerung bleiben.
#04 - 2. Oktober 2022 - Westfalia Rhynern gg ASC 09 Dortmund - 1:0
Oberliga Westfalen - 8. Spieltag - Westfalia-Sportpark, Hamm - 372 Zuschauer
Der Sportplatz Papenloh ist Geschichte. Westfalia Rhynern hat seine traditionsreiche Spielstätte verlassen und trägt nun seine Heimspiele etwa 300 Meter Luftlinie vom Papenloh entfernt im neu eröffneten Westfalia Sportpark aus. Ganz getreu dem Motto "Von alt nach neu!", das neue Stadion ist eine moderne Fußballarena auf der grünen Wiese vor den Toren Rhynerns, einem Hammer Stadtteil. Der Papenloh befand sich dagegen mitten in einer Wohngegend und wird in naher Zukunft vermutlich abgerissen um weiteren Lebensraum zu schaffen. Der neugeschaffene Sportpark verfügt über eine überdachte Sitzplatztribüne sowie Stehwällen auf Haupt- und Gegengerade. Ein separater Gästeblock macht das Stadion Regionalliga tauglich, als die Westfalia 2017/18 für eine Saison in der vierthöchsten Liga spielte musste man für die meisten Spiele noch in das größere Stadion der Hammer SpvG ausweichen, da der Papenloh die Bedingungen für Regionalligaspiele eben nicht erfüllte.
#05 - 3. Oktober 2022 - FSV Salmrohr gg SV Eintracht Trier - 1:6
Rheinlandpokal - 3. Runde - Salmtalstadion, Salmtal - 1300 Zuschauer
Endlich konnte das Kreuz im Salmtalstadion gesetzt werden. Ein Besuch beim ehemaligen Zweitligisten FSV Salmrohr war schon seit längerer Zeit in Planung, wurde aber auch auf Grund von erhöhter Nebenplatzgefahr immer wieder verschoben. Am Tag der Deutschen Einheit war es dann endlich soweit, in der dritten Runde des Rheinlandpokals war mit Eintracht Trier auch noch ein großer Name zu Gast im Salmtalstadion. 1300 Zuschauer interessierten sich für die Partie und auch für mich hat sich der Besuch in jedem Fall gelohnt. Ein wirklich sehenswerter Ground der einen an die Zeiten des ehrlichen Fußballs erinnert. Die überdachte Haupttribüne mit Holzbänken, davor Stehwälle die sich um den gesamten Stadionbereich ziehen. Eröffnet wurde das heute 7.500 Zuschauer fassende Stadion im Juli1981 mit einem Freundschaftsspiel zwischen FSV Salmrohr und Bayern München. Als Salmrohr zur Saison 1986/87 in die 2. Bundesliga aufstieg und seinen größten Vereinserfolg feierte, wurden erstmals Umbaumaßnahmen am Salmtalstadion vorgenommen. Immerhin empfing man nun Klubs wie Hannover 96, Rot Weiss Essen oder den FC St. Pauli. Die Zweitliga-Saison blieb eine einmalige Sache in der 2500 Seelengemeinde in Rheinland-Pfalz, am Ende der Saison stieg man als Tabellenletzter wieder ab und spielt bis heute nur noch in den höheren Amateurklassen. Was dem Verein bleibt ist das Salmstadion, da es weder über Flutlicht geschweige denn über eine Rasenheizung verfügt sind kurzfristige Verlegungen auf den Nebenplatz hier an der Tagesordnung. Der Interessierte Besucher sollte sich im Vorfeld genau informieren ob das geplante Spiel auch wirklich im Stadion stattfindet.
#06 - 23. Oktober 2022 - TuS Bövinghausen gg Victoria Clarholz - 1:4
Oberliga Westfalen - 11. Spieltag - GTC-Arena, Dortmund - 200 Zuschauer
Der TuS Bövinghausen aus Dortmund ist in letzter Zeit in aller Munde, durch die Verpflichtung von 2014er Weltmeister und BVB Legende Kevin Großkreutz erzeugte der Dortmunder Vorstadtklub ein überregionales Medienecho. Am Ende der letzten Saison stieg der Klub mit Großkreutz mit großem Vorsprung aus der Westfalenliga in die fünftklassige Oberliga Westfalen auf. Es war der vierte Aufstieg innerhalb von fünf Jahren, 2018 spielte der Verein noch in der Kreisliga A. Abgesehen von einem einmaligen Aufenthalt in der erstklassigen Gauliga Westfalen kurz vor dem Zweiten Weltkrieg, ist der Aufstieg in die Oberliga der bis heute größte Erfolg der Klubgeschichte. Dies soll noch nicht das Ende der Fahnenstange sein, man plant bereits mit einem Durchmarsch in die Regionalliga. Sollte dieser gelingen müsste man sich aber wohl nach einer neuen Spielstätte umschauen, da die GTC-Arena (früher: Sportplatz am Wasserturm) wohl kaum eine Zulassung für Regionalliga-Fußball bekommen würde. Der Kunstrasenplatz grenzt direkt an eine Bundesstraße und verfügt über keinen nennenswerten Ausbau, auf einer gerade gibt es neben einem "VIP-Zelt" eine kleine installierte Sitzplatztribüne mit etwa 100 nicht überdachten Plätzen. Auf einer Hintertorseite gibt es allerdings ein modernes Vereinsheim mit guter Ausstattung und großer Auswahl an Getränken und Speisen.
Wenn der TuS Bövinghausen aufläuft guckt natürlich jeder auf Kevin Großkreutz, dieser ist aber ein ganz normaler Teil des Teams und stellt sich nicht über andere. In der letzten Saison hatte man mit David Odonkor noch einen weiteren ehemaligen Nationalspieler in seinen Reihen, dieser hat den Verein mittlerweile aber auch auf Grund von finanziellen Differenzen mit dem Klubpräsidenten wieder verlassen. Es ist der bekanntlich schmale Grad auf dem sich der TuS Bövinghausen befindet. Aktuell zeigt die Erfolgskurve aber klar nach oben, mal schauen was die Zukunft bringt.
#07 - 30. Oktober 2022 - Delbrücker SC gg SpVgg Vreden - 1:1
Oberliga Westfalen - 12. Spieltag - Stadion Laumeskamp, Delbrück - 150 Zuschauer
Nach 13 Jahren ist der Delbrücker SC wieder zurück in der Oberliga Westfalen, als der Verein aus dem Kreis Paderborn hier zuletzt spielte war die Oberliga noch die vierthöchste im deutschen Ligensystem. Über die damals neu eingeführte NRW-Liga verschwand der Verein dann aber für die letzten Jahre in der Westfalenliga, welche man als Meister am Ende der letzten Saison wieder verlassen konnte und nun wieder Teil der Oberliga ist. Der größte Erfolg des Vereins war die Teilnahme am DFB-Pokal in der Saison 2006/07, wo man den SC Freiburg im Stadion Laumeskamp begrüßte. 2.355 sahen damals eine kurzzeitige 2:1 Führung der Delbrücker am Ende drehten die Freiburger aber das Spiel und zogen mit einem 2:4 in die nächste Runde ein. Für das große Spiel wurden im Laumeskamp zwei Holztribünen installiert, welche das Fassungsvermögen kurzfristig erhöhten. Heute besitzt das Stadion nur noch die 2002 eröffnete Haupttribüne mit 400 überdachten Sitzplätzen, dazu runden die Gegengerade und eine Hinter-Tor-Seite mit Stehstufen und Wellenbrechern ein schönes Stadionbild ab. Der Eingangsbereich trägt die große Aufschrift "Herzlich Willkommen im Stadion Laumeskamp", gespielt wird zu dem auf Naturrasen. Ein Besuch hier lohnt sich, ein sehenswerter Oberliga-Platz.
#08 - 31. Oktober 2022 - TuS Celle FC gg VfL Westercelle II - 1:2
Kreisliga Celle - 12. Spieltag - Günther Volker Stadion, Celle - ca. 100 Zuschauer
Der Reformationstag fiel in diesem Jahr auf einen Montag und wurde in den niedersächsischen Amateurligen als Spieltag genutzt. Die Reise führte mich nach Celle ins schmucke Günther-Volker-Stadion, wo der TuS Celle FC die Zweitvertretung des VfL Westercelle zum 12. Spieltag der Kreisliga Celle begrüßte. Das 1928 eröffnete Stadion, welches nach dem verstorbenen ehemaligen Vorsitzenden Günther Volker benannt ist, kann durchaus als Stadionperle bezeichnet werden. Es verfügt über einen Ausbau auf allen vier Seiten, die Geraden sind mit jeweils mit Tribünen ausgestattet, wo bei die große Sitzplatztribüne auf der Gegengerade erst 1991 erbaut wurde, als die Celler Elf in die damals drittklassige Oberliga Nord aufgestiegen war. Seit der Eröffnung gab es zahlreiche weitere Umbaumaßnahmen, mittlerweile handelt es sich um ein reines Fußballstadion. Früher verfügte das Stadion noch über eine Laufbahn und weitere Leichtathletik-Anlagen. Seine erfolgreichste Zeit erlebte der TuS Celle FC in den 1990er Jahren, als man sogar mal vom Aufstieg in die zweite Bundesliga träumen durfte. Mit der Jahrtausendwende begann aber ein kontinuierlicher Abstieg und Celler Fußball verschwand nach und nach vor der Bildfläche. 2018 stieg man in die Kreisklasse ab und hängt dort bis heute fest.
Vor dem Anstoß hatte ich das komplette Stadion bereits mit meiner Kamera abgelichtet, die Fotos werde ich in einem ausführlichen Stadionporträt veröffentlichen, welches vermutlich nächstes Jahr in meiner Serie über Historische Grounds erscheinen wird.









































































